Institut Dr. Flad - Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt - CTA, UTA, PTA

 
 
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Ein Reaktor für Süßes: Dr. Werner Wiedmann vom Lehrgang 17 erfand eine Schokoladenmaschine
erschienen im Benzolring 2/1987

Sein Humor fällt auf. Er hatte wohl auch das Glück, einem Lehrgang anzugehören, in dem neben dem Ernst der Arbeit auch die Schülergaudi nicht zu kurz kam. Er nennt ihn den "berühmten" Lehrgang 17, dessen Teilnehmer von 1966 bis 68 am Chemischen Institut Dr. Flad zu Chemisch-technischen Assistenten ausgebildet wurden.

Der ehemalige Flad-Schüler und heutige promovierte Maschinenbauer Werner Wiedmann erinnert sich gerne an seine Ausbildungszeit am Chemischen Institut Dr. Flad: "Damals ging alles um Größenordnungen kleiner und familiärer zu. Die Ausbildung war sehr gelungen, nicht nur durch den hohen Praxisanteil im Labor, sondern auch durch die entspannenden Pausen beim Flippern." Typisch! Werner Wiedmann hat immer einen Spaß auf den Lippen und lustige Anekdoten, längst liebgewordene Erinnerungen, parat. "Großer Beliebtheit erfreuten sich die sogenannten Spritzflaschenschlachten", erinnert er sich an einen alten Schuljungenstreich, "in denen wir durch ein damals noch offenes Fenster mit Wassersalven Leute im Hof naß machten. Ein Foto zeigt auch unseren 'Willie' bei einer dieser verbotenen Aktionen." (Anmerkung für Nicht-Eingeweihte: "Willie" nannte der Lehrgang 17 den heutigen Schulleiter Wolfgang Flad.)

Nach der Ausbildung am Chemischen Institut Dr. Flad entschloß sich der frischgebackene CTA weiterzumachen. Sein Interesse ging über das bisher Erlernte hinaus: "Ich wollte wissen, wie man Chemie in die Praxis umsetzt". Sein Weg war das Studium Maschinenbau. Nach dem Vordiplom entschied er sich für die Fachrichtung Verfahrenstechnik und schloß 1972 mit dem Dipl.-Ing. ab. Es folgte ein 3-jähriger Aufenthalt in Staufen im Südschwarzwald bei der Firma Janke und Kunkel. Dort promovierte er sozusagen "nebenbei" mit dem Thema "Wirkungsweise von Rotor-Stator-Dispergiermaschinen."

Trotzdem blieb Werner Wiedmann der Chemie treu. Während seiner Schwarzwald-Zeit heiratete er die Schwester der früheren Lehrgangsteilnehmerin Marlene Vaeth und wurde peu-a-peu Vater dreier Kinder.

Dr. Werner Wiedmann wechselte 1976 zur Werner & Pfleiderer GmbH in Stuttgart-Feuerbach. Sein Aufgabengebiet wurde die Optimierung von Gummiknetern und Gummispritzpressen, die Beschickung von Kohlevergasungsanlagen, die Aufbereitung von Chemieprodukten und Explosivstoffen und schließlich die Extrusion von Nahrungsmitteln. Die Hochtemperatur-Kurzzeit Verfahren, über die Dr. Wiedmann, seit 1983 Abteilungsleiter der Verfahrenstechnik, auf Tagungen referiert und auch publiziert, sind sein Spezialgebiet. In einer CIT-Veröffentlichung stellte er unter anderem einen Schokoladen-Extrusions-Reaktor vor, bei dem man innerhalb von fünf Minuten von der rohen Kakaobohne die fertige Schokoladenmasse erhält. Eine Zeitersparnis gegenüber konventionellen Verfahren von ein bis zwei Tagen. Dabei spielen sich auch viele den Chemiker interessierende Prozesse ab.

Der Kontakt zum Chemischen Institut Dr. Flad besteht immer noch, denn hin und wieder lädt Werner & Pfleiderer Flad-Schüler zu einer Betriebsbesichtigung ein. 1988 gibt es für den Lehrgang 17 einen Anlaß zum Feiern. Werner Wiedmann hat daran gedacht und möchte ein Klassentreffen arrangieren. Aber die Adressen vieler ehemaliger Kommilitonen haben sich geändert. Deshalb sein Vorschlag: Die Teilnehmer vom Lehrgang 17 sollen sich bei ihm melden. Hier ist seine Adresse: Lengefeldweg 23,7000 Stuttgart 31.

Das Bild zeigt Werner Wiedmann beim berühmten ersten Knopfdruck bei einer seiner Neuentwicklungen, dem vollautomatischen Anfahren eines produktqualitätsgeregelten Kochextruders. Sein erwartungsvolles Lachen erstarb, als klar wurde, daß es erst mal ein Fehlstart war.

 
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