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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Kein Blick zurück: Eduardo Guillermo Kohl, Lehrgang 30, entschied sich für Deutschland

erschienen im Benzolring 1/1988

Mit dem Artikel "Freikarte für die Zukunft" (7.8.1981) stellte sich Eduardo Guillermo Kohl den "Argentinischen-Tagblatt"-Lesern vor. Ein lukratives Angebot eines Chemiewerkes seines Heimatlandes machte die Benzolring-Redaktion (2/81) auf den deutschstämmigen Argentinier und FIad-Schüler aufmerksam. Jetzt wollten wir wissen, was aus dem Mann mit dem Traumjob geworden ist.

Zu unserer Überraschung lebt Eduardo Guillermo Kohl noch in Deutschland. Überrascht ist aber auch der ehemalige Fladianer über das journalistische Interesse an seiner Person.

Er war ein Glückspilz. Die Erinnerung schweift weit zurück an ein zufällig gelesenes Inserat im "Argentinischen Tagblatt": Schwaben International vergab ein Stipendium am Chemischen Institut Dr. Flad zur Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten. Trotz einer Chemieausbildung in seiner Heimat bewarb sich Eduardo und begann nach einem Deutschkurs im Goethe-Institut 1980 sein Auslandsstudium. "Hoffentlich werden Sie sich bei uns nicht langweilen", gab Wolfgang Flad dem jungen Argentinier mit auf den Weg. Aber in diese Lage kam der lernfreudige Schüler nie. Noch bevor die Ausbildung am Chemischen Institut Dr. Flad abgeschlossen war, schien ein zweites Mal das Glück an die Tür zu klopfen. Der Präsident der Enrique C. Welbers S. A. in Chaco, einer Provinz in Nord-Argentinien, Martin E. L. Ruppel, war im Juni 1981 ins Institut gekommen, um sich nach Mitarbeitern umzuschauen. Seine Wahl war auf Eduardo Kohl und Peter Plapp gefallen. Das Angebot schien lukrativ: "Die beiden Chemisch-technischen Assistenten sollen für drei Jahre - direkt ihm (Präsident Ruppel, Anm. d. Red.) unterstellt - völlig freie Hand haben und nach europäischem Muster bezahlt werden; für Wohnung und Wagen wird gesorgt" (Benzolring 2/81).

Eduardo Kohl griff die Einladung von Präsident Ruppel auf und flog während eines Urlaubs in seiner Heimatstadt Buenos Aires in das 3000 km entfernte Chaco. Dort sah er seinen möglichen Arbeitsplatz: die Synthetisierung natürlicher Holzstoffe zur Weiterverarbeitung in der Industrie - und entschied sich für Deutschland. Die wirtschaftliche Situation in Argentinien und die isolierte Lage des Betriebs im Urwald bestimmten diesen Entschluß. Der Traum vom Traumjob war ausgeträumt. Also startete der frischgebackene CTA eine Bewerbungsaktion und ließ sich von Sandoz in Nürnberg zum staatlich anerkannten Pharmareferenten ausbilden. Heute betreut er in Karlsruhe und Umgebung 400 niedergelassene Ärzte und 200 Apotheken, organisiert Kongresse und Seminare über aktuelle Gesundheitsthemen und praktische ärztliche Gesundheitsaufklärung für Patienten.

Eduardo Guillermo Kohl: "Mein Beruf macht mir sehr viel Freude und hat mitgeholfen, daß ich in Deutschland Fuß gefaßt habe. Ohne die zweijährige Ausbildung bei Dr. Flad wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen." Vielleicht ein bißchen wehmütig erinnert sich der ehemalige Flad-Schüler an die Kommilitonen von damals. Aus über 15 Ländern rund um die Erde waren sie zusammengewürfelt, immer war was Ios, die menschlichen Bindungen bewährten sich. Geblieben ist die Verbindung zum Institut. Die Kameraden trieb es wieder hinaus in die Welt.

 

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