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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Chemie kennt keine Grenzen: Konstantinos Ouzounis lehrt an der Demokritos Universität Thrazien

erschienen im Benzolring 3/1989

Wir trafen ihn während der Stuttgarter Chemietage im Hörsaal. Jetzt aber nicht mehr, wie einst, in den Bänken, sondern davor. Die Institutsleitung hatte den ehemaligen Schüler - inzwischen Doktor der Naturwissenschaften und Professor - eingeladen, über Chemieunterricht und -ausbildung in Griechenland zu referieren.

Was lag näher für die Redaktion des "Benzolring", als Konstantinos Ouzounis ein wenig auszufragen? Aber es war gar nicht so einfach, seiner habhaft zu werden - wenn er sich nicht gerade den Vortrag eines Kollegen anhörte, tat er sich in Stuttgart um, der Stadt seines ersten Wirkens in Deutschland.

"Das hätte ich mich damals nicht getraut, so einfach im Dozentenzimmer Platz zu nehmen", lacht Dr. Konstantinos Ouzounis, einst Flad-Schüler im Lehrgang 21 und in diesem Jahr Gastdozent bei den Stuttgarter Chemietagen.

1969 war er, gerade das Abitur in der Tasche, von Griechenland in die Bundesrepublik gekommen, in der Hoffnung, hier eine Chemieausbildung machen zu können. In seiner Heimat bestand in dieser Zeit der Militärdiktatur dazu kaum eine Möglichkeit. "Ich hatte Glück", erzählt er, "denn ich lernte Herrn Dr. Flad kennen und wurde nach einjährigem Sprachunterricht am Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart 1970 ins Institut aufgenommen."

Nach dem Examen 1972 ging es unverzüglich weiter: Noch im gleichen Jahr begann Konstantinos Ouzounis an der Technischen Universität Clausthal Chemie zu studieren. "Mein Ziel war das immer", erklärt er, "aber ich mußte erst mal Fuß fassen, deshalb war die Zeit im Chemischen Institut Dr. Flad sehr wichtig für mich." 1974 zog es ihn wieder nach Stuttgart, und an der hiesigen Universität erwarb er Ende 1977 auch sein Diplom.

Noch zwei Jahre blieb er in Deutschland um zu promovieren, dann kehrte er endgültig nach Griechenland zurück. Hatte er nie daran gedacht, hier zu bleiben? "Nicht mehr, seit sich 1974 die politischen Verhältnisse in Griechenland geändert haben. Ich ging zurück und leistete zuerst einmal meinen Militärdienst ab. Es dauerte also noch mal ein Jahr, bis ich ans Geldverdienen denken konnte."

Konstantinos Ouzounis hat sich für die wissenschaftliche Laufbahn entschieden. Nach einer einjährigen Dozentur an der Fachhochschule seiner Heimatstadt Kavala wechselte er als wissenschaftlicher Assistent, etwas später Lektor, zur Fakultät für Bauingenieure an der Democritos Universität Thrazien in Xanthi. Noch ohne es zu wissen, hatte er damit den entscheidenden Schritt in sein heutiges Spezialgebiet getan: die Umweltchemie. Als einziger Chemiker unter den Bauingenieuren fand er bald heraus, welch unbearbeitetes Feld da vor ihm lag. In Weiterbildungskursen der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung am Institut für Ökologische Chemie in München (1985 ein halbes Jahr, 1988 nochmals drei Monate) holte er sich das nötige Wissen für seine Vorlesungen in Umweltanalytik und Ökologie. Einer seiner Schwerpunkte ist die chromatographische Bestimmung von chlorierten Kohlenwasserstoffen in verschiedenen Bioindikatoren.

Die Frage nach weiteren Plänen geht unter in einer hastigen Verabschiedung: Dr. Ouzounis eilt zum nächsten Vortrag - und da setzt er sich nun doch wieder auf die Schulbank.

 

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