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Prof. Dr. Peter Ruoff als Vortragender bei den 13. Stuttgarter Chemietagen:
Besuch aus Oslo: Diplomchemiker Peter Ruoff vom Lehrgang 20
"Mal wieder in der Schulbank sitzen...": Peter Ruoff, Diplomchemiker und wissenschaftlicher Assistent an der Universität Oslo, Absolvent des Chemischen Instituts Dr. Flad im Lehrgang 20, setzte sich bei einem Besuch hier spaßeshalber auf seinen alten Platz im damaligen großen Hörsaal und frischte Erinnerungen auf. Er möchte übrigens gerne den Kontakt mit seinen einstigen Mitschülern wieder aufleben lassen; seine Adresse kann beim Institut erfragt werden. Benzolring: Herr Ruoff, Sie arbeiten als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Oslo. Wie kommt ein CTA, denn das waren Sie ja, als Sie das Institut 1971 verließen, zu einer solchen Stelle? Peter Ruoff: Nun, da liegen natürlich einige Stationen dazwischen. Der Weg war gradlinig, aber lang. Da fangen wir am besten mal ganz von vorne an: Wie kamen Sie zur Chemie? Ich wollte schon immer einen Beruf, der etwas mit Chemie zu tun hat. Nach dem Realschulabschluß sollte ich deshalb in einer Lackfabrik anfangen; doch dann machte mich mein Chemielehrer auf das Chemische Institut Dr. Flad aufmerksam, und so kam ich hierher. Bald wurde mir klar, daß ich weitermachen wollte - also holte ich nach meiner Prüfung hier erst mal das Abitur nach. Das kostete mich zwei Jahre an der Technischen Oberschule Stuttgart. Danach kamen Bund und Ersatzdienst, wobei ich Glück hatte: Als CTA wurde ich im Diakonissenkrankenhaus in Schwäbisch Hall eingesetzt. Und danach begannen Sie Ihr Chemie-Studium? Das Studium schon, aber nicht gleich das der Chemie. Warum das - Sie sagten doch, der Weg sei vorgezeichnet gewesen? Schon. Aber ich hatte inzwischen meine Frau, eine Norwegerin, kennengelernt, und weil ich schon immer mit dem "ins Ausland gehen" geliebäugelt hatte, schrieb ich mich kurzentschlossen an der Universität Oslo für ein Chemiestudium ein. Weil aber in Norwegen für alle Fächer ein philosophisches Examen Voraussetzung ist, hatte mein erstes Semester mit meinem eigentlichen Studienfach noch nicht viel zu tun. Konnten Sie denn so gut Norwegisch, daß Sie gleich mithalten konnten? Anfangs nicht, aber während der Vorbereitung aufs Philosophikum nahm ich Sprachunterricht, und dann ging's. Hat Ihnen beim Chemiestudium Ihre Ausbildung am Chemischen Institut Dr. Flad genützt? Genützt ist gar kein Ausdruck! Ich habe mein ganzes Studium über davon gezehrt. Dort habe ich zwar noch vieles dazugelernt, aber das eigentliche Verständnis und die Begeisterung für die Chemie wurden hier geweckt. Sie sind jetzt Diplomchemiker und arbeiten an der Universität Oslo. Was ist Ihre Fachrichtung? Ich beschäftige mich mit Fragen der Quantenchemie und der Reaktionskinetik, ein Gebiet, dem man auch in der Bundesrepublik große Aufmerksamkeit schenkt. Gleichzeitig unterrichte ich in den ersten Chemiesemestern und halte Abendvorlesungen über Allgemeine Chemie in einem Erwachsenenkurs. In Norwegen arbeitet ein wissenschaftlicher Assistent die Hälfte der Zeit in der Forschung, die andere Hälfte hält er Vorlesungen getreu dem eigentlichen Auftrag an die Universität, zu forschen und zu lehren. Noch eine Frage zu Ihrem Besuch hier. Wollten Sie einfach Ihre frühere Schule mal wieder sehen, oder führt Sie ein bestimmter Anlaß her? Ersteres. Ich habe mich hier so wohlgefühlt, und die Zeit hier war für mein Leben so wichtig daß ich ganz spontan dachte: gehst mal wieder hin. Was mir besonders gefallen hat und was ein junger Mensch auch braucht, war der soziale Kontakt damals. Ich würde so manche Verbindung von früher gern wieder aufnehmen. Und wie ist Ihr Eindruck heute? Es hat sich seit 1971 ja einiges verändert. Ich bin über die Entwicklung schon überrascht. Was sich vor zehn Jahren noch auf zwei Stockwerken abgespielt hat, umfaßt heute zwei Gebäude - dazu das Wohnheim und die Mensa; wirklich imponierend. Herr Ruoff, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Heimreise nach Oslo.
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