Institut Dr. Flad - Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt - CTA, UTA, PTA

 
 
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Den Abwehrstoffen auf der Spur: Dieter Maaß vom Lehrgang 6 arbeitet in der Interferonforschung
erschienen im Benzolring 1/1983

Viele Wege führen zur Chemie. Dieter Maaß, befragt, was ihn seinerzeit bewogen hat, sich im Chemischen Institut Dr. Flad ausbilden zu lassen, gesteht es freimütig: Die Feuerwerkerei und die Neigung, mit brenn- und zündbaren Materialien zu hantieren. Aber wie mancher junge angehende Flugkapitän später dann doch auf dem Boden blieb, ließ auch Dieter Maaß die Pyrotechnik hinter sich und kam zu einer Wissenschaft, bei der es weder dampft noch kracht, die aber lautlos umso mehr bewirkt: der Biochemie.

Eigentlich wollte Dieter Maaß nach seiner Ausbildung und einiger Zeit der praktischen Arbeit noch studieren, aber dann kam alles ganz anders. Seine erste, 1958 ziemlich lustlos angetretene Arbeitsstelle war das Max-Planck-Institut für Biologie in Tübingen. Für Biologie hatte Dieter Maaß nie viel übrig gehabt, deshalb ging er auch recht skeptisch an die neue Aufgabe heran und betrachtete das Ganze eigentlich nur als Übergangsstadium bis zum Studienbeginn.

Doch schon nach kurzer Zeit wendete sich das Blatt gründlich. Der Institutsdirektor, Professor Dr. Weidel, verstand es, Dieter Maaß für die Grundlagenforschung so einzunehmen, daß die Studienpläne immer weiter in den Hintergrund gerieten und schließlich ganz aufgegeben wurden. Die Forschungsarbeit faszinierte Dieter Maaß mehr und mehr, und er ist bis heute dabei geblieben.

Im Jahr 1960 erschien seine erste Veröffentlichung über die Aufklärung der Bakterienzellwand von grampositiven und gramnegativen Keimen und den Wirkungsmechanismus von Antibiotika auf diese Zellwand. Neun weitere Publikationen folgten im Lauf der Jahre.
1960 wechselte Dieter Maaß für anderthalb Jahre zur Firma Dr. Karl Thomae in Biberach, um dort in einem organisch-präparativen Laboratorium zu arbeiten. 1962 ging es wieder zurück zum alten Team im Max-Planck-Institut in Tübingen. Dort erlebte er seine erfolgreichsten Arbeitsjahre. Abrupt wurden sie schon 1964 durch den Tod von Professor Weidel beendet. In die Trauer und Verwirrung hinein erreichte Dieter Maaß das Angebot von Thomae, in die noch kleine Biochemikergruppe einzutreten. Spontan sagte er zu und hatte den Entschluß nicht zu bereuen. Er ist in Biberach geblieben. Sein Arbeitsgebiet umfaßte Arzneimittelmetabolismus, Chemotherapie und Pharmakinetik, bis ihm 1980 angeboten wurde, in der Abteilung Mikrobiologie an der Interferonforschung mitzuwirken. Die wissenschaftliche und medizinische Bedeutung des Interferons beschäftigt seit seiner Entdeckung im Jahr 1957 Forschergruppen auf der ganzen Welt. Man hofft es eines Tages klinisch bei der Krebsbekämpfung einsetzen zu können. Bis es soweit ist, sind aber noch Jahre intensiver Arbeit in den Labors notwendig. Dieter Maaß ist einer von denen, die sich ganz dieser Aufgabe verschrieben haben.

 
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