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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Arbeiten und reisen - reisen und arbeiten:
Theo Württemberger, Lehrgang 25

Am 25. November 2010 durfte ich vor ca. 90 Schülerinnen und Schüler aus LG 60 über meinen Werdegang berichten. Dies war eine große Freude und Ehre für mich! Aber zuallererst mein "Steckbrief":

- 52 Jahre alt
- verheiratet, drei Kinder
- Hobbies: Musik, Fotografie, Hörbücher

Wenn ich meine Tätigkeit unter ein Motto stellen müsste, so würde es lauten:

ARBEITEN UND REISEN - REISEN UND ARBEITEN

China, Shanghai: mit zwei Kollegen auf einer petrochemische Anlage
China, Shanghai: mit zwei Kollegen auf einer petrochemische Anlage

Nach der Ausbildung beim CHF ging ich im Herbst 1976 zu einer Firma, welche für die verschiedensten Branchen Wasseraufbereitungsanlagen plante und errichtete. Anfangs im Labor (Analysen und Präparate), dann im Technikum (Versuchsreihen), kam ich nach und nach in den Außendienst, d.h. zur Endmontage und Inbetriebnahme von neuen Anlagen, sowie dem Kundendienst an bestehenden Anlagen (u.a. Filter, Enthärtungen, Ionenaustauscher). Damals war ich bereits europaweit tätig. Eine neue Herausforderung für mich war die Steuer- und Regelungstechnik, da jede Anlage für einen speziellen Anwendungsfall konzipiert wird und daher mit einer individuellen Steuerung ausgestattet ist. Elektrotechnik war ein fester Bestandteil meiner Tätigkeit und Verantwortung. Daher entschloss ich mich 1981 zu einer Weiterbildung zum Industrie-Elektroniker.

Dann ging ich als "Inbetriebnehmer" zu einer Firma, welche weltweit Trink-, Industrie- und Abwasseraufbereitungsanlagen projektiert und liefert.
Auf meiner Visitenkarte stand damals:

Theophil Württemberger

Chemotechniker und Industrie-Elektroniker

Einfahr- und Kontrolldienst

Die Anlagen waren jetzt um Dimensionen größer als das, was ich bisher kannte! Das schlug sich auch in den Projekt-Laufzeiten nieder: Meine erste Inbetriebnahme in Südostasien ging über ein halbes Jahr, danach folgte die zweite, mit fast einem Jahr Aufenthalt im arabischen Raum. Ein halbes Jahr nach dem Beginn (in der Wüste) bekam ich meinen Heimflug. Ich glaube, für mich war Deutschland noch nie so grün wie damals auf der Fahrt vom Flughafen nach Hause!!!

Da die Anlagen verfahrenstechnisch immer anspruchsvoller wurden, entschloss ich mich 1986 zu einem Studium, Versorgungstechnik mit Schwerpunkt Umwelt. Aber dazu musste ich erst einmal die Fachhochschulreife "nachholen"! Das Lernen machte mir wieder sehr viel Spaß. In den Semesterferien war ich regelmäßig für meine "alten" Firmen tätig, u.a. in Taiwan und Malaysia. Was mich schon damals bei den Auslands-Einsätzen sehr fasziniert hatte, war, fremden Kulturen zu begegnen, in ihnen zu leben, gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu arbeiten und dabei auch die Gedanken und Meinungen auszutauschen, die über das rein geschäftliche hinausgehen. Diese Faszination hat bis heute angehalten und ich habe Freunde in aller Herren Länder.

Nach dem Technik-Studium war mir klar, dass ich noch ein Aufbau-Studium zum Wirtschaftsingenieur "dranhängen" wollte. Direkt weiterstudieren mochte ich aber nicht, sondern außer Studenten, Hörsälen und Professoren mal wieder Arbeitsluft schnuppern. Deshalb habe ich ein halbes Jahr lang in einem Planungsbüro gearbeitet. Das Aufbaustudium war - wie erwartet - sehr interessant, mit Vorlesungsfächern wie: Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaft, Psychologie, Rhetorik und Vertragsrecht.

Sudan, Khartoum: mit einer sudanesischen Ingenieurin im Labor des thermischen Kraftwerks
Sudan, Khartoum: mit einer sudanesischen Ingenieurin im Labor des thermischen Kraftwerks

Danach war ich einige Zeit bei einem Verband der Trinkwasser- und Gasversorgung tätig. Ich habe dabei herausgefunden, dass mir eine "beamtenähnliche" Tätigkeit eher nicht liegt.

Das war u.a. das Motiv, das mich davon überzeugte, mich vor ca. 15 Jahren selbständig zu machen. Ich habe in der Zwischenzeit ein eigenes Ingenieurbüro für technische Dienstleistungen im Anlagenbau. Ich bin in sehr vielen Branchen tätig, sozusagen von A - Z:

A wie Automobil- oder Aluminiumindustrie,
B wie Brauereien oder Brotfabriken,
C wie Chemieanlagen oder Chip-Fertigung, bis hin zu:
Z wie Zement- oder Zuckerindustrie

Meine Aufgaben erstrecken sich von Montageüberwachung, Bauleitung, Inbetriebnahme, Personalschulung und Ertüchtigung bestehender Anlagen sowie Fehlersuche und Optimierung von Prozessen. Zusätzlich zur Wasser- bzw. Abwasseraufbereitung habe ich noch andere Standbeine, wie Schüttguthandling und Arbeitssicherheit. Außerdem arbeite ich bei Bedarf als technischer Redakteur, d.h. ich erstelle Dokumente für die Montage und den Betrieb der verschiedenen Anlagen, oft in Englisch. Chemie ist eine wichtige Grundlage für fast alle meiner Tätigkeiten.

Meine Projekte dauern von einigen Tagen bis mehreren Wochen. Dazwischen bin ich immer wieder eine Zeit lang zuhause. Meine Familie ist mir sehr wichtig. Sie gibt mir Kraft und Motivation für weitere Aufgaben.

Ich bin froh und dankbar für meinen Werdegang. Die CTA-Ausbildung war sozusagen mein "Sprungbrett" in die Arbeitswelt. Mit der Chemie als Grundwissen hatte ich einen sehr guten Start und konnte die nachfolgenden Qualifikationen gut darauf aufbauen.

 

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