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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Musik im Gespräch

Konzertreihe mit Roland Heuer

Roland Heuer
Roland Heuer

Konzert mit Helene Schneiderman

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Rezension von Martin R. Handschuh    >>

Kammermusik von Claude Debussy und Ottorino Respighi

Helene Schneiderman, Mezzo-Sopran

Asperger Kammersolisten
Asperger Kammersolisten Roland Heuer, Violine
Ikuko Nishida-Heuer, Violine
Axel Breuch, Viola
Jürgen Gerlinger, Violoncello

Dienstag, 21. Juni 2005, 19.00 Uhr
Theaterkeller im Institut Dr. Flad

 
Claude Debussy
(22.08.1862 - 25.03.1918)

Quartett op. 10
für zwei Violinen, Viola und Violoncello

(Vollendet Februar 1893)

I. Animé et très décidé
II. Assez vif et bien rytmé
III. Andantino, doucement expressif
IV. Très modéré

 
Ottorino Respighi
(09.07.1879 - 18.04.1936)

"Il tramonto" (Der Sonnenuntergang)
Lyrisches Gedichtepos
für Mezzo-Sopran und Streichquartett
(Worte von P. B. Shelley / Übersetzt von R. Ascoli)

(Komponiert 1914 / alla Signora Chiarina Fino Savio)

 

Helene Schneiderman, Mezzo-Sopran

Asperger Kammersolisten
Roland Heuer - Violine
Ikuko Nishida-Heuer - Violine
Axel Breuch - Viola
Jürgen Gerlinger - Violoncello

Im Anschluss an das Konzert bestand die Möglichkeit, sich bei einem Imbiss auch mit den Künstlern zu unterhalten.

 

Claude Debussy - Streichquartett g-Moll, op. 10
Claude Debussy gilt im allgemeinen als Erfinder und Vollender des musikalischen Impressionismus. Sein Name wird mit den Malern wie Claude Monet und Auguste Renoir in Verbindung gebracht und dies nicht ganz zu Unrecht, denn Debussy sah sich als einen Maler in Tönen und Klängen.
Zu den Werken, in denen Debussy seinen Stil fand, gehört das Streichquartett g-Moll, op. 10. Die ungewöhnliche Rhythmik, das immer neue Umspielen eines gleichen Gedankens mit exotischen Klängen und die gleitenden Instrumentalfarben befremdeten bei der Uraufführung derart, dass das Werk vom Publikum abgelehnt wurde. Erst bei der zweiten Aufführung erkannte man die Bedeutung des Werkes. "Alles darin ist klar und deutlich gezeichnet, trotz großer formaler Freiheit", urteilte Paul Dukas.
(Reclams Kammermusikführer)

Ottorino Respighi - "Il tramonto" für Mezzo-Sopran und Streichquartett
Ottorino Respighi ist bis in die Gegenwart hinein vor allem mit seinen großformatigen symphonischen Tongemälden "Fontane di Roma", "Pini di Roma" und "Feste romane" im allgemeinen Bewusstsein präsent geblieben, während seinen Opern, Balletten, Kammermusikwerken und Liedern nur mehr beschränkte Aufmerksamkeit zuteil wird. Das war zu Lebzeiten des Komponisten, der auch als Geiger, Pianist und Dirigent hohes Ansehen genoss, darüber hinaus viele Jahre eine Kompositionsklasse am Liceo Musicale di St. Cecilia in Rom leitete, ganz anders gewesen. Respighi galt als eine der führenden Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation.
Im vokalen Schaffen Respighis dominieren nationale Textvorlagen. Eine Ausnahme bilden die Gedichte des "revolutionären" englischen Romantikers Percy B. Shelley (1799-1822), dessen hochartifizielles literarisches OEuvre zu den festen Größen der europäischen Kultur insgesamt gehört.
Zwischen 1910 und 1915 komponierte Respighi drei kantatenförmige Gesänge auf ins Italienische übersetzte Texte Shelleys für Mezzosopran und Orchester, wovon der mittlere, unter dem Titel "Il tramonto" nach der originalen Vorlage des Gedichts "The Sunset" 1914 entstanden, insofern einen Sonderfall darstellt, als sich Respighi in der ursprünglichen Fassung auf ein Streichquartett beschränkt. Hier war dem großen Instrumentator offensichtlich kammermusikalische Durchsichtigkeit besonders wichtig. Diese intime Besetzung bot sich ihm wegen der Liebestod-Thematik der Dichtung - Roberto Ascolis Übersetzung von "The Sunset" - an, die den Komponisten sehr bewegt hatte. Respighi lieferte auf dieser Grundlage denn auch das leidenschaftlichste Werk, das er bis dahin komponiert hatte.
Percy Bysshe Shelley erzählt uns die traurige Geschichte zweier Liebender: Das Paar wandert in der Sonne. Der Mann wird sich bewusst, die Sonne nie richtig gesehen zu haben und wünscht sie am nächsten Tag mit der Frau zu betrachten. Doch am nächsten Morgen findet ihn seine Geliebte tot auf. Sie lebt weiter, versorgt ihren alten Vater und stirbt nach Jahren resignierter Trauer.
Uraufgeführt wurde "Il Tramonto" durch seine Widmungsträgerin Chiarina Fino Savio, die viele seiner frühen Lieder interpretierte. Später gehörte "Il Tramonto" zum Repertoire seiner Schülerin und späteren Frau und Biographin Elsa Respighi.

Helene Schneiderman
Helene Schneiderman, Mezzosopran, stammt aus New Jersey, USA. Sie erhielt ihre Ausbildung in Princeton und Cincinnati, wo sie 1980 mit einem Masters of Music und 1982 mit einem Operndiplom abschloss. Nach einem Engagement in Heidelberg wurde sie 1984 Mitglied der Staatsoper Stuttgart, wo sie heute zu einem der Publikumslieblinge geworden ist.
Mit einem umfangreichen Repertoire, das über fünfzig Partien umfasst, gastierte sie in München, Dresden, Düsseldorf, Karlsruhe, Amsterdam, Rom und an der New York City Opera sowie bei den Festspielen in Salzburg, Wiesbaden, Schwetzingen, Ludwigsburg, Pesaro und Edinburgh. An der Royal Opera Covent Garden in London gastierte sie als Cherubino und als Dorabella, in Tel Aviv als Suzuki.
Helene Schneiderman ist auch eine aktive Konzert- und Liedsängerin. Neben dem klassischen Liedrepertoire singt sie viele jiddische Programme. 1998 wurde Helene Schneiderman zur Kammersängerin ernannt.

Asperger Kammersolisten
Ihr Debüt gaben die Asperger Kammersolisten im Jahr 2000 mit ihrer ersten CD: Eine Einspielung des Klarinettenquintetts von Mozart in einer von dem englischen Meisterklarinettisten Alan Hacker neu rekonstruierten Originalfassung mit Bassettklarinette. Eine Weltpremiere, die unter anderem bei BCC London vorgestellt wurde und internationale Beachtung gefunden hat.
Mittlerweile sind neue CDs als Live-Mitschnitte von Konzerten entstanden: Eine CD mit dem Streichsextett von Max Reger und dem Streichsextett von Xaver Paul Thoma, das den Asperger Kammersolisten gewidmet ist. Ferner eine CD mit den Streichoktetten von Niels W. Gade und Felix Mendelssohn. Die neueste CD ist eine Aufnahme des Sextetts für 2 Hörner und Streichquartett von L.v. Beethoven und dem Klarinettenquintett von Joh. Brahms mit dem englischen Klarinettisten Alan Hacker.
Was die sechs Musikerinnen und Musiker des Streichsextetts besonders auszeichnet, ist ihre musikalische Vielseitigkeit und eine langjährige Erfahrung im Zusammenspiel. Häufig treten sie auch als Solisten auf. Im kammermusikalischen Bereich sind sie zum Teil ebenso in anderen Ensembles erfolgreich tätig und als Partner gefragt.
Für ihre gemeinsamen Konzerte nehmen sich die Asperger Kammersolisten jedes Jahr in gezielten Arbeitsphasen neue Werke vor. Dazu gehören auch Programme mit "musikalischem Augenzwinkern".
Zweihundert Werke aus allen Epochen der Musikgeschichte, aus Barock, Klassik, Romantik, sowie Werke zeitgenössischer Komponisten haben die Kammersolisten in den vergangenen Jahren erarbeitet und in über siebzig Konzerten in einer eigenen Konzertreihe in Asperg aufgeführt. Ihr umfangreiches Repertoire reicht dabei vom Duo bis zum Oktett und größer besetzten Werken, von reiner Streichermusik über gemischte Besetzungen mit Bläsern oder Kammermusik mit Klavier. Das Ensemble konzertierte außerdem in zahlreichen anderen Städten und im Ausland.

 

Bilder zum 21. Juni 2005

Rezension zum 21. Juni 2005

Konzertreihe "Musik im Gespräch" im Theaterkeller des Instituts