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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Musik im Gespräch

Konzertreihe mit Roland Heuer

Roland Heuer
Roland Heuer

"Musik zwischen Himmel und Abgrund"

Bilder zur Veranstaltung    >>

Werke von Franz Schubert

Wolfgang Höper, Rezitation

Asperger Kammersolisten
Roland Heuer, Violine
Ikuko Nishida-Heuer, Violine
Sebastian Klein, Violine
Xaver Paul Thoma, Viola
Joachim Hess, Violoncello

Freitag, 11. November 2005, 19.00 Uhr
Theaterkeller im Institut Dr. Flad

 
Franz Schubert
(31.01.1797 - 19.11.1828)

Rondo A-Dur für Solo-Violine und Streichquartett D 438

(Komponiert im Juni 1816)

Adagio - Allegro giusto

Ikuko Nishida-Heuer, Solovioline
Asperger Kammersolisten
Roland Heuer - Violine
Sebastian Klein - Violine
Xaver Paul Thoma - Viola
Joachim Hess - Violoncello

 

Quartett in a, D 804 für zwei Violinen, Viola und Violoncello
Ignaz Schuppanzigh gewidmet

(Entstanden Ende 1823? oder Frühjahr 1824?)

I. Allgero ma non troppo
II. Andante
III. Minuetto: Allegretto, Trio
IV. Allegro moderato

Zwischen den Sätzen:
"Schubert - Zwölf Moments musicaux und ein Roman"
von Peter Härtling u.a.

Wolfgang Höper, Rezitation
Asperger Kammersolisten
Roland Heuer - Violine
Ikuko Nishida-Heuer - Violine
Xaver Paul Thoma - Viola
Joachim Hess - Violoncello

Im Anschluss an das Konzert bestand die Möglichkeit, sich bei einem Imbiss auch mit den Künstlern zu unterhalten.

 

Franz Schubert - Rondo A-Dur
Das Rondo A-Dur für Violine und Streichorchester (Streichquartett) D 438 komponierte der neunzehnjährige Franz Schubert im Juni 1816. Seine intensiv praktische Beschäftigung mit dem Violinspiel lag jedoch schon einige Jahre zurück. Neben seinen ersten Versuchen auf dem Klavier erhielt er schon frühzeitig bei seinem Vater Violinunterricht. Während seiner Schulzeit am k. k. Stadtkonvikt in Wien 1808-1813 spielte er im Internatsorchester als zweiter Geiger, später als erster Geiger und hatte auch Gelegenheit, Kammermusik zu pflegen. Seit dem Eintritt in den Schuldienst 1814 trat das Musizieren auf der Violine in den Hintergrund. Schubert schrieb in der Folgezeit verhältnismäßig wenige Werke für dieses Instrument. Sie entstanden hauptsächlich in Schuberts äußerst fruchtbarer Schaffensperiode 1816/17 (vier Sonaten für Violine und Klavier, ein Concerto für Violine und Orchester und 32 Ländler für eine und zwei Violinen), sowie in den Jahren 1826 und 1827 das Rondo h-Moll und die Fantasie C-Dur für Violine und Klavier. Das Rondo in A-Dur steht am Ende einer längeren Reihe von Violinwerken, die im Zeitraum von Januar bis Juni 1816 komponiert wurden.
Zur Entstehungsgeschichte des Rondos sind keine direkten Äußerungen Schuberts oder seiner Freunde bekannt. Einen aufschlussreichen Einblick in die seelische Verfassung Franz Schuberts zur Zeit der Arbeit am Rondo gewährt jedoch der Eintrag in den wenigen erhaltenen Tagebuchblättern, den der Komponist nach der Aufführung eines Streichquintetts von Mozart unter dem 13. Juni 1816 machte: Ein heller, lichter, schöner Tag wird dieser durch mein ganzes Leben bleiben. Wie von ferne leise hallen mir noch die Zaubertöne von Mozarts Musik ...
Quelle: Gerhard Wappler, Neukritische Ausgabe Schubert Rondo, Breitkopf & Härtel Musikverlag

Franz Schubert - Streichquartett a-Moll
Schon im Jahr 1823 litt Schubert unter Krankheit und schweren Depressionen. Schubert musste für mehrere Wochen ins Krankenhaus. Die Depressionen wechselten mit einer geradezu eruptiven Produktion. Zwischen dem 30. November und 19. Dezember 1823 vertonte Schubert das vierte Bühnenstück dieses Jahres: Die Musik zu "Rosamunde", einem "großen romantischen Schauspiel in vier Aufzügen mit Chören, Musikbegleitung und Tänzen". Schuberts Musik erhielt gute und sehr gute Kritiken, doch der äußere Erfolg war wieder sehr gering. "Rosamunde" wurde nur zweimal aufgeführt.
Uneinig sind sich die Forscher heute darüber, wann das a-Moll Streichquartett entstand: vor der Musik zu "Rosamunde" oder nachher - schon im November 1823 oder erst im Februar 1824.
Es entstand jedenfalls nicht im Auftrag, sondern allein aus eigenem Antrieb und spiegelt Schuberts wahre Gemütsverfassung treulich wieder. Nämlich Melancholie, schmerzliche Verwundung und edle Trauer. "Schöne Welt, wo bist Du?" fragt er im dritten Satz. Im langsamen Satz erklingt das Thema aus der Ballettmusik zu "Rosamunde".
Das Werk wurde am 14. März 1824 im Saal der Musikfreunde in Wien uraufgeführt und fand als musikalisch ansprechende und kunstvolle Komposition viel Beifall. Der Geiger Schuppanzigh war begeistert, Schubert glücklich. Die Kunstkritiker in den Zeitungen, mit Schuberts Musik noch kaum vertraut, fanden nicht die Worte für eine gerechte Würdigung. Dank seiner Widmung an den bekannten Geigensolisten Schuppanzigh wurde das Werk aber schon im Herbst 1824 im Druck veröffentlicht, ein ausnahmsweiser Glücksfall, wie er Schubert nicht mehr widerfuhr.
Roland Heuer

Wolfgang Höper
Geboren 1933 in Braunschweig. Ausbildung zum Schauspieler an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Seit 1955 Bühnenengagements in Hildesheim, Mannheim, Wiesbaden, Düsseldorf und ab 1964 in Stuttgart.
1976 Ernennung zum Staatsschauspieler.
Wolfgang Höper war Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart.
Zahlreiche Fernsehspiele und Gastspiele mit Lesungen und Rezitationen - so auch mehrfach in den vergangenen Jahren zusammen mit den Asperger Kammersolisten.

Asperger Kammersolisten
Ihr Debüt gaben die Asperger Kammersolisten im Jahr 2000 mit ihrer ersten CD: Eine Einspielung des Klarinettenquintetts von Mozart in einer von dem englischen Meisterklarinettisten Alan Hacker neu rekonstruierten Originalfassung mit Bassettklarinette. Eine Weltpremiere, die unter anderem bei BCC London vorgestellt wurde und internationale Beachtung gefunden hat.
Mittlerweile sind neue CDs als Live-Mitschnitte von Konzerten entstanden: Eine CD mit dem Streichsextett von Max Reger und dem Streichsextett von Xaver Paul Thoma, das den Asperger Kammersolisten gewidmet ist. Ferner eine CD mit den Streichoktetten von Niels W. Gade und Felix Mendelssohn. Die neueste CD ist eine Aufnahme des Streichquartetts von Debussy und "Crisantemi" für Streichquartett von Puccini, sowie "Il tramonto" für Mezzo-Sopran und Streichquartett von Respighi zusammen mit der Mezzosopranistin Helene Schneiderman.
Was die Musikerinnen und Musiker der Asperger Kammersolisten besonders auszeichnet, ist ihre musikalische Vielseitigkeit und eine langjährige Erfahrung im Zusammenspiel. Häufig treten sie auch als Solisten auf. Im kammermusikalischen Bereich sind sie zum Teil ebenso in anderen Ensembles erfolgreich tätig und als Partner gefragt.
Für ihre gemeinsamen Konzerte nehmen sich die Asperger Kammersolisten jedes Jahr in gezielten Arbeitsphasen neue Werke vor. Dazu gehören auch Programme mit "musikalischem Augenzwinkern".
Zweihundert Werke aus allen Epochen der Musikgeschichte, aus Barock, Klassik, Romantik, sowie Werke zeitgenössischer Komponisten haben die Kammersolisten in den vergangenen Jahren erarbeitet und in über siebzig Konzerten in einer eigenen Konzertreihe in Asperg aufgeführt. Ihr umfangreiches Repertoire reicht dabei vom Duo bis zum Oktett und größer besetzten Werken, von reiner Streichermusik über gemischte Besetzungen mit Bläsern oder Kammermusik mit Klavier. Das Ensemble konzertierte außerdem in zahlreichen anderen Städten und im Ausland.

 

Bilder zum 11. November 2005

Konzertreihe "Musik im Gespräch" im Theaterkeller des Instituts