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« 12. Stuttgarter Chemietage - zurück zur Übersicht

Mittwoch, 28. September 2005, 11.00 Uhr
Vortrag mit Experimenten am Institut Dr. Flad, Großer Hörsaal

Professor Dr. Georg Schwedt
Technische Universität Clausthal

Über Sinn und Unsinn von Mineralstoffpräparaten

Im Rahmen der 12. Stuttgarter Chemietage begrüßte Herr Flad seinen ersten Gastdozenten im großen Hörsaal des Instituts, Professor Schwedt. Willkommensgrüße gingen außerdem an die zahlreich erschienenen Besucher. Auch etliche Fladianer - also ehemalige Schüler des Instituts - waren gekommen. Besonders beeindruckend war, dass sogar die Lehrgänge 2 und 3 vertreten waren.

Prof. Schwedt von der Technischen Universität Clausthal arbeitet bereits seit 2 Jahrzehnten mit dem Institut Dr. Flad zusammen und ist daher des öfteren zu Besuch. Er veröffentlichte schon über 50 Fach- und Sachbücher, von welchen manche auch in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Als Vortragender nimmt er jährlich an mehr als 100 Veranstaltungen teil.

Das Thema seines Vortrages war dieses Mal "Über Sinn und Unsinn von Mineralstoffpräparaten". Diesen Vortrag unterstrich er mit praktischen kleinen Experimenten. Einleitend erklärte er, dass für eine gesunde Funktion des menschlichen Organismus Spurenelemente unverzichtbar sind. Da Mineralstoffpräparate inzwischen in großer Vielfalt erhältlich sind, stellt sich natürlich die Frage nach deren Wirksamkeit.

Daher untersuchte Prof. Schwedt eine Kaliumbrausetablette, zeigte den Gehalt von Calcium in einem Mineralwasser auf und erklärte, wie die Verfügbarkeit der Stoffe im menschlichen Körper gemessen wird. Als nächstes wies er Zinkionen in einem Zinkpräparat (mit Pfirsich-Maracuja-Geschmack) nach. Danach demonstrierte er die Notwendigkeit von genügend Vitamin C in Zusammenhang mit der Einnahme von Eisen-Tabletten. Bei der Untersuchung einer Selen-Tablette war in Anwesenheit von Vitamin C gar die Reduktion zu elementarem Selen zu beobachten.

Als Prof. Schwedt die verschiedenen Inhaltsstoffe eines Kombi-Präparates vorlas, bemerkte er schmunzelnd, dass die Schüler des Instituts im qualitativen Praktikum unter Umständen eine ähnliche Vielfalt an Substanzen in ihren Analysen finden könnten.

Hr. Schwedt betonte, dass viele Spurenelemente essentiell für den Menschen sind, in größeren Mengen aber schädlich wirken. Außerdem wies er darauf hin, dass die Verfügbarkeit eines Spurenelementes von unterschiedlichen Faktoren abhängig sein kann. Häufig werde nur ein Teil des Elementes vom Körper aufgenommen.

Zum Abschluss seines Vortrages empfahl Prof. Schwedt als Lebensmittelchemiker dem Publikum alles zu essen was einem schmecke. Weiterhin riet er dazu, den Speiseplan möglichst vielseitig zu gestalten, um eine optimale Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Allerdings halte er aber im Falle von Mangelerscheinungen, zum Beispiel aufgrund von starkem Schwitzen, Durchfall, Erkrankungen usw., manche Präparate für sinnvoll.

So endete der anschauliche, abwechslungs- und lehrreiche Vortrag von Prof. Schwedt. Wahrscheinlich bestätigte er die heimliche Skepsis mancher Zuhörer gegenüber solchen Produkten. Jedenfalls wurde wieder einmal klar, dass man nicht alles glauben sollte, was einem die Werbung täglich verspricht.

Sonja Auchter, LG 55

 

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