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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

größerBesichtigung der UNESCO-Weltkulturerbestätte Maulbronn

World Heritage Day: Deutsche UNESCO-Kommission führt bundesweiten Tag des Welterbes ein

Nach einer kurzen Busfahrt kamen wir an der Klosteranlage von Maulbronn an. Alsbald begann auch unsere Führung durch das Kloster.

Zur Geschichte ist Folgendes zu sagen:

Mit dem Bau wurde vermutlich 1138 begonnen, als der Ritter Walther von Lomersheim beschloss, auf seinem Erbgut Eckenweiher ein Zisterzienserkloster zu erbauen, um in mönchischer Abgeschiedenheit Gott zu dienen.
So wurden zwölf Mönche unter der Führung von Abt Dieter entsandt. Jedoch eignete sich Eckenweiher auf Grund mangelnden Baumaterials und fehlender Wasserversorgung nicht für das geplante Vorhaben. Deshalb versetze der Bischof Gunther von Speyer die Mönche auf ein dem Bistum zugehörigen Lehen, nach Maulbronn. Der Legende nach beluden die Mönche, nachdem sich Eckenweiher als unbrauchbar erwiesen hatte, ein Maultier mit Geld und ließen es loslaufen. An der Stelle, wo heute der Klosterbrunnen steht, blieb der Legende nach das Maultier stehen und trank. Dies wurde von den Mönchen als ein himmlisches Zeichen gedeutet.

größer Bei der Gründung des Klosters hielten sich die Mönche noch an ihre Ordensvorsätze. Ähnlich den benediktinischen Mönchen wollten auch sie in Armut und Demut leben. Jedoch in den fast 400 Jahren in denen der Orden dort residierte, erlangte dieser, aufgrund bester landwirtschaftlicher Planung und Anlagen, nicht nur religiösen und kulturellen Einfluss auf die Gegend, sonder auch wirtschaftliche, sowie politische Macht. Beispielsweise konnte die Kirche zu einer dreischiffigen romanische Basilika mit prunkvollem Chorgestühl umgeweiht werden. Mindestens genauso prunkvoll ist der Kreuzgang, sowie die Decken und Fenstergestaltung der restlichen Räume.

Ein jähes Ende fand die Anlage 1504 als Herzog Ulrich von Württemberg das Kloster eroberte und gleichzeitig die Schirmherrschaft über die 60 umliegenden Dörfer übernahm. Sein Sohn Herzog Christoph von Württemberg gründete in den Klostermauern eine Schule für evangelische Pfarrer. Diese Schule, heute evangelisch-theologisches Seminar, ist bis heute darin untergebracht.

größer Faszinierend an der Klosteranlage ist, dass sie noch so vollständig erhalten ist. Bemerkenswert und bewundernswert ist die Vermischung der beiden Baustiele Romanik und Gotik mit ihren vielen Übergangsstilen. Besonders deutlich ist dieser Wandel am Kreuzgang erkennbar. Leider ist der Hauptbaumeister namentlich nicht bekannt. Er wird aufgrund des Baus des Paradieses am Eingang des Klosters Paradiesbaumeister genannt. Vermutlich lernte er in Frankreich, in der Gegend von Burgund, wo damals bereits Zisterzienseranlagen nach ähnlichen Bauregeln und Merkmalen erbaut worden waren. Besonderes Merkmal des Maulbronner Klosters ist die Vermischung von der streng und gedrungenen romanischen Bauweise mit der leichten, in die Höhe strebenden gotischen Bauform. Wie z.B. im Kreuzgang oder Speisesaal die romanischen Pfeiler mit gotisch bis spätgotisch Einwölbungen und Deckengerüsten.

größer Doch nicht nur die architektonische Leistung ist zu bewundern. Das Maulbronner Kloster wurde ganz nach Zisterziensertradition im Tal erbaut. Die Verteilung der Gebäude auf der Anlage und das Eingliedern der Anlage in die Umgebung ist hier "märchenhaft" schön.

Aufgrund dieser Eigenschaften wurde das Kloster 1993 als erstes baden-württembergisches Kulturdenkmal in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes mit folgender Begründung aufgenommen:

"Das Kloster Maulbronn stellt in seiner Gesamtheit ein Kulturdenkmal von europäischem Rang und außergewöhnlichem, universellen Wert dar. Bis heute vermittelt die Geschlossenheit der Anlage ein fast unverfälschtes Bild eines mittelalterlichen Klosters. Bis ins Detail werden dem Betrachter Einsichten in das Wesen eines Klosterorganismus, eine direkte Anschauung des klaustralen Geistes und der Besonderheiten der zisterziensischen Reformbewegung ermöglicht. Die Anlage besticht jedoch nicht nur im Ganzen, sondern zeigt auch eine Reihe hervorragender baukünstlerischer Einzelleistungen im kirchlichen und profanen Bereich."

größer Im Namen aller Teilnehmer, die an diesem wunderschönen und interessanten Ausflug teilnehmen durften, möchte ich mich herzlichst beim Institut Dr. Flad, insbesondere bei Frau Dr. Flad für die tolle Planung und Durchführung dieser Exkursion bedanken.

Als Fazit möchte ich anfügen, dass Maulbronn kulturell, baustilistisch und landschaftlich soviel zu bieten hat, dass sich ein weiterer Besuch auf jeden Fall lohnt, und wer nicht dabei war, hat sicherlich was verpasst.

Andreas Keiper, LG 54

 
World Heritage Day: Deutsche UNESCO-Kommission führt bundesweiten Tag des Welterbes ein
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