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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Musik im Gespräch

Konzertreihe mit Roland Heuer

Roland Heuer
Roland Heuer

Kammermusik mit klassischer Gitarre

Bilder zur Veranstaltung    >>
Rezension von Martin R. Handschuh    >>

Werke von Haydn und Piazzolla

Stefan Koch-Roos, Gitarre
Joseph Singer, Flöte

Asperger Kammersolisten
Roland Heuer - Violine
Friederike Baltin - Viola
Joachim Hess - Violoncello

Freitag, 23. Juni 2006, 19.00 Uhr
Theaterkeller im Institut Dr. Flad

 
Joseph Haydn
(31.3.1732 - 31.5.1809)

Quartett D-Dur Hob. III:8
für konzertante Gitarre
Violine, Viola und Violoncello

(Herausgegeben von Karl Scheit)

I. Allegro
II. Menuett
III. Adagio
IV. Menuett
V. Presto

Astor Piazzolla
(11.3.1921 - 4.7.1992)

"Histoire du tango"
für Flöte und Gitarre

(Komponiert 1986)

I. Bordel 1900
II. Cafe 1930
III. Nightclub 1960
IV. Concert d'aujourd'hui

Im Anschluss an das Konzert bestand die Möglichkeit, sich bei einem Imbiss auch mit den Künstlern zu unterhalten.

 

Joseph Haydn - Quartett D-Dur für Gitarre, Violine, Viola, Violoncello

Ursprünglich erschien dieses Werk für Laute statt Gitarre. Tatsächlich befinden sich in der Stadtbibliothek zu Augsburg unter einer reichhaltigen Handschriftensammlung von Lautenkompositionen die Stimmen zu einem Quartett für Laute (eine 13chörige Laute), Violine, Viola und Basso von Joseph Haydn. Später hat man entdeckt, dass dieses Lautenquartett identisch ist mit einem frühen Streichquartett von Haydn. Die Frage ist nun, ob Haydn selbst die Fassung für Laute vorgenommen hat, oder ob Zeitgenossen das Streichquartett für diese Besetzung uminstrumentiert haben. Der Lautenist und Gitarrist Karl Scheit, ein berühmter Professor an der Wiener Musikhochschule, der bis 1984 in Wien lehrte, hat das Lautenquartett von Haydn für Gitarre eingerichtet.

 

Astor Piazzolla

Astor Piazzolla wurde am 11. März 1921 in Mar del Plata (Argentinien) geboren. Von 1924-37 lebte er mit seinen Eltern in New York. Bereits mit neun Jahren begann er, das Bandoneón-Spiel zu erlernen. Bald darauf erhielt er auch Klavierunterricht. Schon mit 13 Jahren beteiligte ihn Carlos Gardel an den Aufnahmen zu dem Film "El día que me quieras". 1937 kehrte er zurück nach Argentinien und wirkte dort in Anibal Troilos Orchester als Musiker und Arrangeur mit.

Von 1939-45 setzte er seine Studien bei Alberto Ginastera fort und gründete 1946 sein erstes eigenes Orchester, das er vier Jahre lang leitete. Fortan widmete er sich ausschließlich der Aufführung und Komposition von sinfonischer und Kammermusik und erhielt hierfür verschiedene Preise. Ein Stipendium der französischen Regierung ermöglichte ihm 1954, nach Paris zu gehen, wo er zunächst bei Hermann Scherchen Dirigieren lernte und dann Schüler von Nadia Boulanger wurde. Sie ermutigte ihn, sich auf seine kulturelle Identität rückzubesinnen und mit seinen Kompositionen wieder dem Tango zuzuwenden.

Zurück in Argentinien gründete er das "Octeto Buenos Aires" und das "Orquesta de Cuerdas", sah sich nun jedoch mit seiner Musik, mit der er vielen zu sehr in die Tradition des Tangos eingriff, heftiger Kritik ausgesetzt und von Medien und Schallplattenfirmen boykottiert. Von 1958-60 arbeitete er daher mit Schallplattenfirmen, Rundfunk und Fernsehen in New York und gründete anschließend in Buenos Aires sein berühmtes "Quinteto Tango nuevo" (Bandoneón, Violine, E-Gitarre, Kontrabaß, Klavier), das 25 Jahre lang Bestand haben sollte. 1971 gründete er das "Conjunto 9", in dem auch ein Schlagzeuger mitwirkte - ein Novum für den Tango. Ein Angebot Bernardo Bertoluccis, die Filmmusik für dessen Film "Der letzte Tango in Paris" zu schreiben, mußte er 1972 wegen anderer wichtiger Engagements, so einem Konzert im berühmten Theater Colón in Buenos Aires, ablehnen. Zahlreiche Auslandsaufenthalte ermöglichten ihm in den folgenden Jahren, mit vielen international bekannten Künstlern zusammenzuarbeiten. 1979 gelangte das "Concierto para Bandoneón" zur Uraufführung. Neben reger Konzerttätigkeit mit dem Quintett waren ihm später Auftritte mit Sinfonieorchestern, in denen er als Solist seine Werke aufführte, ein besonderes Anliegen. 1989 schrieb er für das KRONOS-Quartett die "Five Tango Sensations", sein letztes größeres Werk, das sich über 55 Wochen in den US-Charts hielt. Astor Piazzolla starb am 4. Juli 1992 in Buenos Aires an den Folgen eines Gehirnschlages.

 

Stefan Koch-Roos

In seinem "Hauptberuf" ist Stefan Koch-Roos Kontrabassist im Staatsorchester Stuttgart. Seine besondere Liebe gehört jedoch der klassischen Gitarre, die er über mehrere Jahre an der Musikhochschule in Lübeck studierte, bevor er mit dem Kontrabass die Laufbahn des Orchestermusikers einschlug. Seit 1989 ist Stefan Koch-Roos Vorspieler der Kontrabässe im Staatsorchester Stuttgart. Als Gitarrist ist er neben seiner Konzerttätigkeit auch in einigen besonderen Opernpartien zu hören, zum Beispiel in "Barbiere di Siviglia" und "Falstaff". Zusammen mit den Asperger Kammersolisten konzertiert Stefan Koch-Roos seit vielen Jahren sowohl als Gitarrist wie auch als einfühlsamer Kontrabassist.

 

Joseph Singer

studierte in Stuttgart bei Prof. Klaus Schochow und bei Prof. Robert Dohn.
Meisterkurse bei Alain Marion, Peter Lukas Graf, Robert Aitken und Robert Dick ergänzten seine Ausbildung. Nach Engagements bei den Niederrheinischen Sinfonikern und dem Philharmonischen Orchester der Stadt Bielefeld ist er seit 1993 Mitglied des Staatsorchesters Stuttgart.
Sein vielseitiges Interesse gilt gleichermaßen alter wie neuer Musik. Er ist Mitglied des Berliner "European Musik Projekt" mit Schwerpunkt "Neue Musik", des Alt-Wiener Strauß-Ensembles, des Littmann-Quintetts und des Festspielorchesters der Richard Wagner Festspiele Bayreuth.
Er ist zu hören auf zahlreichen CD-Einspielungen und Rundfunkaufnahmen.

 

Asperger Kammersolisten

Ihr Debüt gaben die Asperger Kammersolisten im Jahr 2000 mit ihrer ersten CD: Eine Einspielung des Klarinettenquintetts von Mozart in einer von dem englischen Meisterklarinettisten Alan Hacker neu rekonstruierten Originalfassung mit Bassettklarinette. Eine Weltpremiere, die unter anderem bei BCC London vorgestellt wurde und internationale Beachtung gefunden hat.

Mittlerweile sind neue CDs als Live-Mitschnitte von Konzerten entstanden: Die neueste CD ist eine Aufnahme der Streichquartettfassung von "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" von Joseph Haydn und der gleichnamigen Meditationen von Luise Rinser, gelesen von Staatsschauspieler Wolfgang Höper. Die Aufnahme ist ein Livemitschnitt eines Konzertes, das am 8. April 2006 in der Michaelskirche in Asperg stattfand.

Über zweihundert Werke aus allen Epochen der Musikgeschichte, aus Barock, Klassik, Romantik, sowie Werke zeitgenössischer Komponisten haben die Kammersolisten in den vergangenen Jahren erarbeitet und fast hundert Konzerten in Asperg aufgeführt. Ihr umfangreiches Repertoire reicht dabei vom Duo bis zum Oktett und größer besetzten Werken, von reiner Streichermusik über gemischte Besetzungen mit Bläsern oder Kammermusik mit Klavier. Das Ensemble konzertierte außerdem in zahlreichen anderen Städten und im Ausland.

 

Bilder zum 23. Juni 2006

Rezension zum 23. Juni 2006

Konzertreihe "Musik im Gespräch" im Theaterkeller des Instituts