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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Musik im Gespräch

Konzertreihe mit Roland Heuer

Kammermusik mit klassischer Gitarre
Freitag, 23. Juni 2006
Theaterkeller im Institut Dr. Flad

 

Auserlesene Kurzweil mit farbenreichem Tiefgang
- Seltene Kammermusik mit Gitarre im Institutskeller zu Gehör gebracht -

Die Gitarre ist ein recht seltener Gast im Konzertsaal, dies gilt allzumal für kammermusikalische Aufführungen. Umso dankbarer erwies sich deshalb das Publikum im Theaterkeller des Instituts Dr. Flad am 23. Juni mit Stefan Koch-Roos einem fingerfertigen wie vielsaitigen Virtuosen dieses oftmals stiefmütterlich behandelten Instruments lauschen zu dürfen.

Jenem Umstand ist es auch zu verdanken, dass einige Bearbeitungen unter Neueinbeziehung des Zupfinstrumentes existieren, welche als überaus hörenswert gelten dürfen. Karl Scheits Arrangement des Haydn'schen Quartetts D-Dur Hob. III:8 beispielsweise fasziniert dank einer durchsichtigen Leichtigkeit, die auserlesene Kurzweil mit Tiefgang zu verbinden weiß. In diesem Sinne gelungen war die Interpretation von Koch-Roos und den Asperger Kammersolisten, Roland Heuer (Violine), Friederike Baltin (Viola) und Joachim Hess (Violoncello), obgleich an manchen Stellen die Gitarre etwas zu zartfühlend angeschlagen, somit kaum mehr vernehmbar erschien. Vor allem aber trat der verdunkelte 3. Satz hervor, bot er doch die wohlgenutzte Möglichkeit höchster Einfühlung und sanft-warmer Klangströme in den weitgestreckten Melodiebögen, wobei auch der Schlusssatz nicht minder galant geriet.

Wer mag es einem verdenken, in dem folgenden Konzertstück für Flöte und Gitarre "Histoire du tango" von Astor Piazzolla das außergewöhnlichere, beeindruckendere Werk des Abends zu sehen? Bestechend, wie der Flötist Joseph Singer und Stefan Koch-Roos die genialische Musikgeschichtsstunde des Argentiniers ausgestalteten, mit welcher stupenden Fähigkeit die komplexe Komposition rhythmisch genau, klanglich berauschend und inhaltlich faszinierend interpretiert wurde. Dominierte zu Beginn noch die üppig florierende, scheinbar ungebändigte Ornamentik, war der 2. Satz ins romantisch verklärte Licht getaucht, an dessen melancholischer Stimmung gerade der charmante Flötenton großen Anteil hatte. Exaltiert dann der 3. Satz, technisch sehr fordernd, originell dargeboten, bevor der letzte Satz noch eine weitere Steigerung ins hoch-artifizielle, eine mit scharfen Synkopen durchsetzte Eleganz bereithielt, eine relative Klangfülle auch in den solistischen Passagen, die das Publikum ohne gleichen fesselte. Furios, ja von überschwänglich Stimmung gezeichnet, bildete letzte Satz sozusagen ein Resumée des an diesem Abend Erlebten: Die beeindruckende Virtuosität, der Farbenreichtum, die Aussagekraft der Gitarre und ihrer kongenialen Kammermusikpartner.

Martin R. Handschuh

 

23. Juni 2006: "Kammermusik mit klassischer Gitarre"

Bilder zum 23. Juni 2006

Konzertreihe "Musik im Gespräch" im Theaterkeller des Instituts