Institut Dr. Flad - Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt - CTA, UTA, PTA

 
 
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"Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra"
Fächerübergreifender Unterricht am Institut Dr. Flad

Uranmunition

 

Folgendes Anschreiben ging am 26. Juni 2008 inklusive Bericht an folgende Adressen:

  1. Bernd Siebert, MdB (CDU), Mitglied des Verteidigungsausschusses
  2. Rainer Arnold, MdB (SPD), Mitglied des Verteidigungsausschusses
  3. Winfried Nachtwei, MdB (Grüne), Mitglied des Verteidigungsausschusses
  4. Birgit Homburger, MdB (FDP), Mitglied des Verteidigungsausschusses
  5. Paul Schäfer, MdB (Die Linke), Mitglied des Verteidigungsausschusses

 

Sehr geehrte/r Frau/Herr .... ....,

im Rahmen eines fächerübergreifenden Unterrichts haben wir Schülerinnen und Schüler des Instituts Dr. Flad uns intensiv mit dem Einsatz von Uranmunition beschäftigt und dabei chemische, physikalische, wirtschaftliche sowie völkerrechtliche Dimensionen berücksichtigt.

Die näheren Details entnehmen Sie bitte dem beigefügten Bericht.

In Ihrer Eigenschaft als Mitglied des Verteidigungsausschusses sowie als verteidigungspolitische/r Sprecher/in haben wir folgende Fragen an Sie:

  1. Über die Bewertung der Schädlichkeit schwach ionisierender Strahlung herrscht Uneinigkeit. In der vom WDR am 10. Januar 2001 ausgestrahlten Sendung "Monitor" behauptete der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping: Alles, was an Informationen zur Verfügung steht, sagt: Ein Strahlenrisiko gibt es nicht.

    Ein britisches Gericht sieht das anders. In seinem 2004 gesprochenen Urteil bezieht es sich ausdrücklich auf Untersuchungen des Chemieprofessors Dr. Albrecht Schott. Dieser wies nach, dass die Gene vieler Golfkriegsveteranen auffällige Veränderungen aufweisen, die auch die Nachkommen zeigen.

    Wie beurteilt Ihre Partei/Fraktion den Einsatz von DU (abgereichertes Uran)?
    Auf welche zur Verfügung stehenden Informationen beruft sich das Verteidigungsministerium?
    Wer stellt diese Informationen zur Verfügung bzw. wer ist der Auftraggeber dieser Studien?
    Was unternimmt Ihre Partei, um unabhängige Forschung auf dem Gebiet der Uranmunition zu gewährleisten?
    Welche Maßnahmen werden nach Ihrer Erkenntnis unternommen, um deutsche Soldaten sowie zivile Helfer vor Uranstaub zu schützen?
    Wie könnte ein verbesserter Schutz aussehen?

  2. Waffen, die die Zivilbevölkerung schädigen, sind vom Völkerrecht geächtet. Abgeschossenes DU setzt beim Aufprall Metalloxid-Rauch frei. Chemisch betrachtet gelangen somit Aerosole in die Umgebungsluft. Eingeatmet oder über Nahrung aufgenommen, können die entstandenen Nanopartikel an jede Stelle des Körpers transportiert werden und andauernd Strahlung aussenden. Verschärfend kommt die stark toxische Wirkung des Urans hinzu.

    Hauptleidtragende ist die Zivilbevölkerung. Dies verstößt eindeutig gegen die Genfer Konvention. Wir fordern daher ein Verbot der Uranwaffen und haken nach:

    Welche Maßnahmen ergreift Ihre Partei, um weitere Verstöße gegen das Völkerrecht zu verhindern?
    Welche Möglichkeiten sehen Sie, um auf Verbündete Einfluss zu nehmen, die DU einsetzen?
    Auf welche Art und Weise setzt sich Ihre Partei für ein internationales Verbot dieser Munition ein?

Wir erwarten mit Spannung Ihre Stellungnahme, die Sie bitte an das Institut Dr. Flad in der Breitscheidstr. 127 in 70176 Stuttgart senden wollen!

Mit freundlichen Grüßen

 

 

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