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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

"Nebeneinander - Miteinander - Heimat finden. Wie viel Integration brauchen wir?"

Internationaler Projekttag der unesco-projekt-schulen

25. April 2008

Der 7. Internationale Projekttag der unesco-projekt-schulen widmete sich dem Thema "Nebeneinander - Miteinander - Heimat finden. Wie viel Integration brauchen wir?" Die deutschen unesco-projekt-schulen führten den Projekttag gemeinsam mit Partnerschulen im In- und Ausland und außerschulischen Kooperationspartnern durch.

    Nebeneinander - Miteinander - Heimat finden

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Nebeneinander - Miteinander - Heimat finden
Wie viel Integration brauchen wir?

Diese Thematik stand im Mittelpunkt des 7. Internationalen Unesco-Projekttages, der am 25. April 2008 stattfand.
Hervorgegangen sind diese Tage aus einer Solidaritätsveranstaltung im Jahr 1996. Damals gedachte man der Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl; noch heute leiden dort viele Menschen unter der Strahlenbelastung.

Der diesjährige Schwerpunkt des Projekttages lag auf den Themen "Heimat" und "Fremde" und stand somit in der Tradition der Ziele der Unesco-Projekt-Schulen: Zusammenleben lernen in einer pluralistischen Welt auf der Basis kultureller Vielfalt.
Auch das Institut Dr. Flad, seit vielen Jahren Unesco-Projekt-Schule und damit Mitglied des internationalen Schulnetzwerkes der Unesco, widmete diesem Tag eine eigene Veranstaltung. Die Vorarbeiten hierfür wurden bereits Wochen zuvor, hauptsächlich im Fach Deutsch I, geleistet. Die Fachlehrerin, Frau Weber, hatte den Schülern der Lehrgänge LG 57 und PTA 10 zwei Gedichte vorgelegt, die von "Heimat" bzw. "Heimatlosigkeit" handeln. Beide Gedichte wurden von Jugendlichen mit Migrationshintergrund verfasst. Vor allem in "Heimatlos", geschrieben von dem aus der Türkei stammenden Schüler Hasret Tuc, wird Zerrissenheit deutlich spürbar:

Ein Ausländer bin ich in Deutschland
Ein Fremder in der Heimat ...
So bin ich ein Niemand, heimatloser Fremder

Ausgehend von einem Gedichtvergleich sollten die Schüler in Form einer Hausarbeit darstellen, was sie persönlich mit "Heimat" verbinden.
Die Antworten darauf versprachen Interessantes, zumal das Institut Dr. Flad ein durch und durch internationales Berufskolleg ist. Momentan absolvieren Schüler aus 14 ! Nationen hier ihre Ausbildung. Entsprechend facettenreich waren die Berichte, die die Schüler verfassten.
Hier eine Schülerin, die bereits mit 17 Jahren das Elternhaus verlassen hat, um in der Schweiz Arbeit zu finden und die andauernd voller Sehnsucht an ihr Zuhause denkt. Dort der Schüler, dessen Großeltern die Türkei verließen, um in Deutschland ihr Glück zu finden.
Ebenso beeindruckend die Schilderung einer Schülerin, deren deutschstämmige Eltern in Sibirien lebten und dort "die Deutschen" waren. Nachdem sie nach Deutschland übergesiedelt sind, waren sie plötzlich "die Russen".

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden zeitgleich mit anderen baden-württembergischen Unesco-Projekt-Schulen Texte vorgelesen, die sich mit der Thematik " Heimat" und "Fremde" beschäftigen. Anschließend hörten die Schüler die gleichen Texte sowohl auf Französisch als auch auf Englisch. Einige Schüler hatten sich, unter Anleitung von Frau Moser, die Mühe gemacht, die deutschen Texte zu übersetzten und vorzutragen.

Die Quintessenz des Projekttages:

  • Mit Heimat verbinden viele Geborgenheit und Wärme.
  • Heimat hat viel mit Sprache, Sitten und Tradition zu tun.
  • Die Heimat zu verlassen, kann neue Perspektiven und Chancen eröffnen.
  • Das Gefühl, heimatlos zu sein, schafft Leiden.

Zum Schluss gab der Schulleiter Wolfgang Flad aber auch Tröstliches mit auf den Weg: Nicht jeder verlässt unfreiwillig seine Heimat, manch einer verlässt sie freiwillig, weil es die Macht der Liebe so will!

Angela Schmitt-Bucher

 

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