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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

A Chemist's Comedy - Die Experimentalshow

Experimentalshow von "Magic Andy" Dr. Andreas Korn-Müller

am 20. März 2009 an der Universität Hohenheim

» Bilder und Bericht zum Vortrag

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Beim Auftritt des Chemikers Dr. Andreas Korn-Müller tanzen die Disco-Lichter, es raucht und qualmt, es knallt und leuchtet und in seiner Hand wachsen magische Luftballons.
Als "Magic Andy" verbindet er bei seiner Show Wissenschaftstheater mit Comedy, demonstriert chemische Zusammenhänge und begeistert für die Chemie.

Der gebürtige Rheinländer führt rasendschnelle Farbreaktionen vor, lässt Wasser explodieren, Blut leuchten und Zuschauer Feuer spucken.

Die "Zehn kleinen Jägermeister" der "Toten Hosen" interpretiert er chemisch und mutiert sie so zu einer Zehn-Flaschen-Parade, bei der es brodelt und zischt, raucht und schmilzt. Immer begleitet von spektakulären Lichteffekten, fetziger Musik, Pyrotechnik und viel Bewegung des Comedy-Chemikers. Kurzum: ein unterhaltsames 75-Minuten-Chemie-Spektakel.

Website von "Magic Andy" Dr. Andreas Korn-Müller: www.sciencecomedy.de

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Magic Andy begeistert das Publikum

Kein Zweifel, Magic Andy beherrscht sein Handwerk. Davon konnten sich Hunderte von kleinen und großen Zuschauern überzeugen, die der Einladung des Institutes und der Universität Hohenheim gefolgt waren.
Die hohen Erwartungen wurden voll erfüllt. Der promovierte Chemiker Andreas Korn-Müller kombiniert Wissenschaftstheater mit Comedy und es gelingt ihm spielend, sowohl Experten als auch Nichtchemiker auf unterhaltsame und lehrreiche Art und Weise für die Chemie zu begeistern.

Nach acht Stunden Aufbau war es endlich soweit: Magic Andy betrat die Bühne, nein, er eroberte sie geradezu und zog das Publikum sofort in seinen Bann. Lichtspiele, bombastische Sphärenklänge und das Outfit des modernen Hexenmeisters signalisierten gleich zu Beginn der Wissenschaftsshow, dass diese ein Augen- und Ohrenschmaus sein wird.
Dabei waren die Zuschauer keine passiven Konsumenten, sondern sie wurden die ganze Show über immer wieder auf die "Bühne" geholt und aktiv in das Geschehen miteinbezogen. Die zum Teil sehr jungen Schüler waren mit Feuereifer dabei, wenn es um die Beantwortung diverser Fragen ging.
Kann man Wasser als Sprengmittel einsetzen?
Ja, man kann, sofern man flüssigen Stickstoff sowie eine wassergefüllte Eisenkugel zur Verfügung hat. Die extrem niedrige Temperatur des Stickstoffes lässt das Wasser zu Eis erstarren, dieses dehnt sich aus, entwickelt sehr viel Energie und somit Sprengkraft.
Was passiert, wenn man eine wunderschöne rote Rose in flüssigen Stickstoff taucht? Sie löst sich wegen des Gefrierschocks in ihre Bestandteile auf.
Was passiert, wenn man Gummiringe in flüssigen Stickstoff taucht? Sie überstehen die tiefe Temperatur unbeschadet, da Kautschuk sehr elastisch ist.
Kann Waschmittel leuchten? Ja, es kann, sofern man dreiwertiges Eisensalz (Blutlaugensalz), Vollwaschmittel und einen Farbstoff zur Verfügung hat und dem Ganzen Wasser zugibt. Dadurch wird Energie in Form von kaltem Licht freigesetzt und das Waschmittel leuchtet tatsächlich wie ein Glühwürmchen.

Der nächste Akt des Chemie-Spektakels widmete sich der Frage, inwiefern sich Chemolumineszenz, Fluoreszenz und Phosphoreszenz voneinander unterscheiden. Man kann dies mit Chemie-Kauderwelsch und komplizierten Diagrammen erklären, wie dies Magic Andy auf lustige Art zunächst vorführte. Einprägsamer aber ist es, wenn man verstanden hat, dass Fluoreszenz nur bei Licht auftritt, Phosphoreszenz aber auch im Dunkeln. Weshalb Blut leuchtet, wurde ebenfalls eindrucksvoll demonstriert.

Spektakulär ging es weiter im Programm. Feuerspucken für Kinder war angesagt. Für das Feuerspucken werden die Samenkörner des Bärlapps (Farngewächs) verwendet. Diese enthalten brennbare Öle, was sich die Pyrotechniker zu Nutze machen.
Auch die Welt der Musik wurde gestreift. In Deutschland gibt es lediglich drei chinesische Original-Klangschalen. Eine davon gehört Magic Andy und er erklärte, wie man mittels Reibung 30 Liter Wasser zum "Springen" bringen kann: Die Kombination von Oberton e und Grundton a ist es, die den Springbrunneneffekt erzeugt. Augenzwinkernd überreichte der Meister einer Teilnehmerin an diesem Experiment eine Pflanze ganz besonderer Art - einen Kaktus.

Mit ein Höhepunkt der Experimentalshow war sicherlich die Parade der "Zehn kleinen Jägermeister". Unterlegt mit der flotten Musik der "Toten Hosen" ließ Magic Andy in zehn Flaschen unterschiedlichste chemische Reaktionen ablaufen. Wie gesagt, ein Augen- und Ohrenschmaus, der die Zuschauer begeisterte.

Nach getaner Arbeit bzw. Aufmerksamkeit war Entspannung angesagt. Diese fand man an der Bar, die im Hörsaal B3 aufgebaut war. Ein Bier für die Erwachsenen? Kein Problem! In Sekundenschnelle zapfte Dr. Korn-Müller eines. Sein Trick: Er gab Jod in Wasser und fügte Spülmittel hinzu. Cola oder Softeis für die Kinder? Ebenfalls eine Leichtigkeit für unseren Barkeeper. Sogar die Rezeptur wurde verraten.
Zum Schluss des Chemie-Spektakels gab es sogar ein Geschenk für alle Interessierten - Schnee zum Mitnehmen! Des Rätsels Lösung: Man nehme einen Baueimer, schütte Wasser hinein, drücke den Inhalt einer Plastikwindel aus und rühre alles kräftig um. So wird das Wasser zu "Eis". Die Kunststoffkügelchen der Windel verfügen über eine 300fache Aufnahmekapazität, sie absorbieren das gesamte Wasser.

Ein höllisch lauter Kracher bildete den Abschluss der faszinierenden Wissensshow.
Am Ende gab es stürmischen Applaus für Magic Andy, der Chemie und Comedy auf geradezu geniale Art verbindet und es somit schafft, auf spielerische und unterhaltsame Weise chemische Zusammenhänge zu erklären und somit Lust macht auf mehr Chemie.

Angela Schmitt-Bucher


Lektüretipp:
Andreas Korn -Müller, Alexander Steffensmeier, Das verrückte Chemie-Labor. Experimente für Kinder, Patmos-Verlag

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