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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Der Wandel in der US-Politik in Bezug auf erneuerbare Energien
The Changing Climate in U.S. Renewable Energy Markets and Policy

Matt Clouse, Director, Renewable Energy Policy and Programs, U.S. Environmental Protection Agency
» Gästebucheintrag von Matt Clouse

Fachgespräch am Donnerstag, 23. April 2009 im Institut Dr. Flad

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Thomas Dannenmann,
Earth Day Deutsches Komitee e.V.

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Dr. Ulrich Bachteler,
James-F.-Byrnes-Institut

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Matt Clouse im Gespräch

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Neueste Informationen zum Thema erneuerbare Energien in den USA am Earth Day in Stuttgart im Institut Dr. Flad

US-Top Manager in der amerikanischen Umweltbehörde EPA gibt in Stuttgart erstmals einschlägige Informationen über das Marktpotential erneuerbarer Energien am privaten und industriellen Strompotential und der Innovationsbereitschaft der amerikanischen Wirtschaft und Gesellschaft.

"Wir sind umweltfit, wir wollen klug verbrauchen, unserer Erde zuliebe - we are eager to go green, we want to be smart e-consumers, for the sake of our planet", mit diesem Motto 2009 vom Earth Day in Deutschland und einem "Happy Earth Day" begrüßte Thomas Dannenmann, Präsident von Earth Day Deutsches Komitee e.V. die Zuhörer im vollbesetzten Hörsaal des Instituts Dr. Flad in Stuttgart. Gemeint ist damit nicht Verzicht, sondern Effizienz. Die Umwelt-Bürgerinitiative ruft zu einem überlegten Verbrauch für einen fairen Handel und einen ökologisch vernünftigen Konsum auf. Dannenmann sprach anlässlich des Earth Day in Stuttgart am 23. April 2009, den Zuhörern Mut zu, jeder könne seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten!

"Global Denken, lokal handeln", unter diesem Motto entstand bereits vor 39 Jahren die Bürgerbewegung Earth Day als spontane Studentenaktion in den USA. Mit dem Earth Day sollte dem Washingtoner Establishment und der Öffentlichkeit demonstriert werden, dass es in Nordamerika eine neue Umweltbewegung gab. Wolfgang Flad, Direktor vom Institut Flad befragte die Zuhörer über die Ziele dieser "Grassroots"-Bewegung anlässlich des Earth Day in Stuttgart und betonte die weltweite Bedeutung des Tag der Erde - Earth Day heute. Die Studenten des Instituts Dr. Flad beschäftigen sich nicht nur am traditionellen Earth Day mit dem Klimaschutz. Relevante Themen, wie der ökologische Fußabdruck oder Analyse und Umgang mit der lebenswichtigen, potentiell auch zerstörerisch wirkenden Ressource Wasser werden im Laufe des Jahres in Arbeitsgruppen behandelt.

Der traditionelle Earth Day entstand aus einer Studentenbewegung. Mit politischer Unterstützung gab der demokratische Senator Gaylord Nelson aus Wisconsin im Jahr 1970 am 22. April den Startschuss für den amerikanischen Earth Day, der heute in 178 Ländern der Erde stattfindet und in Deutschland in einem eigenen gemeinnützigen Komitee organisiert ist.

Welche Chancen für einen Wandel in der Klimapolitik und für die erneuerbaren Energien in den USA entstehen können, kommentierte Dr. Bachteler vom Mitorganisator der Tagung, dem F. Byrnes Institut in Stuttgart mit einem zukunftsweisenden Zitat des US Präsidenten Barack Obama zu Amerikas zukünftiger Führungsrolle auf dem Weg zu einer neuen Klimaschutzpolitik und einer neuen Dynamik für die erneuerbaren Energien in den USA. Er stellte den aus Washington D.C. angereisten Referenten Matt Clouse vor, der seit September 2008 Direktor der Abteilung Renewable Energy Policy and Programs der US-Umweltbehörde EPA in Washington D.C. ist. Er leitet dort ein fachübergreifendes Team, das den potentiellen Beitrag der erneuerbaren Energien entwickelt. Clouse ist ein Insider. Aufgrund seiner vorherigen Leitung des EPA-Programms, "Green Power Partnership" zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am privaten und industriellen Stromverbrauch, verfügt er über einschlägige Informationen über das Marktpotential erneuerbarer Energien und die Innovationsbereitschaft der amerikanischen Wirtschaft und Gesellschaft.

Matt Clouse berichtete aktuell über die kürzlich von der EPA veröffentlichte wissenschaftliche Studie, nach der neben CO2, weitere fünf Treibhausgase als umweltschädlich und als Gefahr für die Menschen und den Wohlstand in den USA nachgewiesen wurden. Sensationell ist dies für Amerika, denn damit werden zum ersten mal in Zukunft gesetzliche Grenzwerte für den Ausstoß dieser Treibhausgase festgelegt werden müssen. ("According to the EPA announcement, the finding was based on rigorous scientific analysis of six gases-carbon dioxide, methane, nitrous oxide, hydrofluorocarbons, perfluorocarbons and sulfur hexafluoride - that have been widely studied by scientists. The EPA said, that it was highly likely, that those elevated levels were responsible for an increase in average temperatures and other climate changes.")

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte die Umweltbehörde EPA bereits vor zwei Jahren zu einer wissenschaftlichen Einschätzung des Gefahrenpotentials von Treibhausgasen aufgefordert. Die EPA kann sich nach bestehender Gesetzeslage auf den "Clean Air Act" berufen. Da die Festlegung der Grenzwerte aber von erheblicher politischer und wirtschaftlicher Tragweite ist, wird von der Obama Administration beabsichtigt, dass der amerikanische Kongress die Weichen für die Zukunft des Klimaschutzes stellen soll. Der ehrgeizige Plan von US Präsident Obama zur Ankurbelung einer neuen Klimapolitik legt einen Schwerpunkt auf die erneuerbaren Energien. Im geplanten Konjunkturprogramm sind 150 Mrd. Dollar zur Schaffung von fünf Millionen "grünen" Jobs innerhalb der nächsten 10 Jahre vorgesehen. Im selben Zeitraum sollen auf Amerikas Straßen eine Million Hybridfahrzeuge fahren. Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis zum Jahr 2012 auf 10 Prozent ansteigen und bis zum Jahr 2025 auf 25 Prozent ausgebaut werden.

Als eine der größten Herausforderungen für den Klimaschutz gilt die Forderung nach einem nationalen Emissionshandelssystem ("Cap and Trade"), das zu einer Reduktion der Treibhausgase um 80 Prozent bis zum Jahr 2050 führen soll. In seiner Analyse der Zukunft erneuerbarer Energien am US-Strommarkt schilderte Matt Clouse die schier unüberwindlichen Barrieren durch die über weite Entfernungen unterentwickelte Infrastruktur der öffentlichen und vor allem überwiegend privaten Stromanbieter, die sich vorwiegend auf kleinere, lokale Konkurrenz-Märkte konzentrieren. Ein flächendeckendes Stromnetz ("national Highway") muss deshalb so rasch wie möglich entstehen. Solar- und Windenergie decken zur Zeit lediglich 2,5 Prozent des nationalen Strombedarfs. Dagegen dominieren die Kohlekraftwerke mit 48,5 Prozent. Den wachsenden Energiebedarf kann weder Atomstrom mit 10,4 Prozent noch Wasserkraft mit 5,8 Prozent decken. Die Zukunft hat die Solarenergie, vor allem aus den Südstaaten und Kalifornien. Zukunftsfähig aber ist die Solarenergie in allen Bundesstaaten, wenn die regionalen Marktnischen realisiert werden können und die Bundesstaaten sich dem nationalen Konsens für erneuerbare Energien konsequent anschließen werden. Windkraft kann vor allem aus dem mittleren Westen ins Stromnetz eingespeist werden, wenn die riesigen Entfernungen für die Versorgung gesichert sind. Für die Realisierung der nationalen Energieeffizienz ist auch der Aus- und Neubau effizienter Kohlekraftwerke geplant, vor allem mit entsprechenden "CO2-Senken". Ähnlich wie in Deutschland sollen Marktanreizprogramme für erneuerbare Energien für Privatpersonen, wie für Unternehmen zum Erfolg führen. Poltische Barrieren sind vor allem aus Regionen mit wirtschaftlich abhängiger Infrastruktur, insbesondere aus dem Kohlebergbau im Mittleren Westen der USA zu erwarten. Aber auch hier gilt als wichtigste Maxime, die Energieeffizienz durch technologische Innovationen in den traditionellen Kohlekraftwerke zu steigern, betonte Clouse.

In der Diskussion verwies Matt Clouse auf positive Anzeichen und Trends trotz Wirtschaftskrise. Immer mehr amerikanische Bürger verstehen unter nachhaltigem Leben - schon aus Eigeninteresse - den Gleichklang eines erstrebenswerten Lebensstandards mit dem schonenden, klimafreundlichen Umgang mit der Umwelt. Konkrete Reduktionsziele nach Kyoto hält Matt Clouse auch für die USA für durchaus realistisch. Er und seine Umweltbehörde EPA werden alles tun, um der Außenministerin Hillary Clinton für die nächste Klimakonferenz im Dezember 2009 die politischen Entscheidungshilfen zum beispielgebenden Handeln pro Klimaschutz zu geben.

Thomas Dannenmann

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Matt Clouse von der EPA zu Gast

Am 23. April begrüßten wir anlässlich des Earth Day 2009 Matt Clouse, Direktor der U.S. Environmental Protection Agency (EPA), als Gastreferenten am Institut Dr. Flad.

Thema seines Vortrages waren die Änderungen der amerikanischen Politik und Märkte hinsichtlich erneuerbarer Energien und ihrer Förderung.

Die EPA ist als Bundesbehörde für die Information und Unterstützung von umweltbezogenen Maßnahmen der einzelnen Bundesstaaten der USA zuständig. Dies betrifft sowohl die technische Natur solcher Projekte, als auch ihre Finanzierung. Hierfür stehen der EPA 17000 Mitarbeiter, 10 Hauptstellen und 12 Labors zur Verfügung.

Unter Präsident Obama wurde das Thema Umweltschutz und Kampf gegen die Klimakatastrophe zu einem der Hauptziele seiner Regierung erklärt.

Zur Zeit beziehen die USA noch 70% ihres Stroms aus fossilen Energieträgern, 20% aus Atomenergie und weniger als 10% aus erneuerbaren Energiequellen, hauptsächlich aus Wasserkraft. Die von Präsident Obama angestrebte Ziele bezüglich erneuerbaren Energiequellen sind eindeutig:

  • bis 2012 den Anteil auf über 10% zu erhöhen
  • bis 2025 auf über 25%
  • bis 2050 den Ausstoß von Treibhausgasen um 80% zu verringern

Deutschland hat auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle und dient direkt als Vorbild für den Auf- und Ausbau erneuerbarer Energie.

Die USA könnten ihren Bedarf an elektrischem Strom zwar schon heute mit Solarenergie und Windkraft decken, jedoch stehen dem sowohl geografische als auch finanzielle Hindernisse im Wege. Gebiete in denen die effizienteste Nutzung dieser Energiequellen möglich ist liegen weit ab von den großen Ballungs- und Industriezentren. Aus diesem Grund propagiert Matt Clouse den Bau eines die kompletten USA umspannenden Stromnetzes, ohne das dieses Energiepotential nicht auszuschöpfen ist.
Hierfür muss in den einzelnen Bundesstaaten erst Aufklärungsarbeit geleistet werden, damit betroffene Staaten auch in etwas investieren in dem sie keinen direkten Nutzen für sich sehen. Einige Wege dies zu erreichen sind finanzielle Förderungen, die Aussicht auf neue Arbeitsplätze und neue Investoren, was auch wegfallende Arbeitsplätze rund um Öl und Kohle ersetzen würde. Dieser Aspekt ist auch jetzt schon attraktiv, bietet er ja einen möglichen Weg, die angeschlagene Wirtschaft zu fördern.

Der Vortrag stieß auf reges Interesse, was sich auch in den vielen guten Zuhörerfragen zeigte.
Ein Beispiel war die Frage, ob die amerikanische Bevölkerung bereit ist etwas in diesem Bereich zu ändern. Dies ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich, je nach politischer Tendenz und wirtschaftlicher Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Allgemein kann man jedoch sagen, dass die Bevölkerung den ernst der Lage unterschätzt und zum Beispiel die effektive Nutzung erneuerbarer Energie erst im nächsten Jahrhundert für alltagstauglich hält.

Präsident Obama hat hier jedoch ausdrücklich klargemacht, unter anderem in seiner Rede in Straßburg vom 3. April 2009, dass es keine Zeit mehr zu verlieren gibt.
Es liegt an unserer Generation endlich Maßnahmen zur Rettung unseres Planeten zu ergreifen.

Wolf Röther und Markus Volkmann, LG 59

 

Matt Clouse schrieb in das Gästebuch des Instituts Dr. Flad:
Matt Clouse, Director, Renewable Energy Policy and Programs, U.S. Environmental Protection Agency

 

EARTH DAY 2009 am 22. April 2009

Earth Day-Jahres-Motto 2009:
"Wir sind umweltfit!
Wir wollen klug verbrauchen,
unserer Erde zuliebe."

zum Earth Day 2009 in Deutschland
© Jan Martin Will
» zum Earth Day 2009 in Deutschland

The Changing Climate in U.S. Renewable Energy Markets and Policy:
A USEPA Perspective on Renewable Energy Market Transformation in the U.S.

This presentation will provide a perspective on the policy environment for renewable energy in the U.S. The author has managed a voluntary climate protection program at the U.S. Environmental Protection Agency for over eight years that focused on successfully marketing green power to corporate, governmental and institutional electricity consumers. The author leads a team responsible for identifying and assessing renewable energy policy options for mitigating climate change. Informed by working with over 1000 program partners, , the author will offer insights on the market experience to date of a wide range of business customers and the role of voluntary programs as well as thoughts on changes in U.S. renewable energy and climate policy.

Matt Clouse, Director, Renewable Energy Policy and Programs, U.S. Environmental Protection Agency

Als gemeinsame Veranstalter treten Earth Day International/Deutsches Komitee, das James-F.-Byrnes-Institut und das Institut Dr. Flad auf.

James-F.-Byrnes-Institut
Earth Day International/Deutsches Komitee Institut Dr. Flad