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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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UNESCO-Tag im UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn
"Die Alchimistenküche des Doktor Faust"

Prof. Dr. Georg Schwedt mit Schülern des Instituts Dr. Flad

7. Juni 2009

Güldener Glanz im Klosterhof
Welterbetag in Maulbronn: Geschichte zum Anfassen lockt Besucher an
Nachwuchs-Alchemisten wandeln auf Fausts Spuren

Mühlacker Tagblatt vom 8. Juni 2009

Welterbetag in Maulbronn: Geschichte zum Anfassen lockt Besucher an  

Einst hatte der Maulbronner Abt Entenfuß die Absicht, Dr. Faustus mit der Herstellung von Gold zu beauftragen. Was diesem nie gelang, schien gestern Schülern einer Unesco-Projektschule zu glücken. Mit ihrem Experiment versetzten sie die Besucher des Welterbetags ins Staunen.

Von Ulrike Stahlfeld

MAULBRONN. Tausende strömten am gestrigen Nachmittag in den Klosterhof, um beim zentralen Unesco-Welterbetag Geschichte zum Anfassen zu erleben. Während die Stadtkapelle Maulbronn von der Bühne aus temperamentvolle Rhythmen über das geschichtsträchtige Gelände schickte, machten auch die anderen Teilnehmer des Tages deutlich, dass Geschichte äußerst lebendig sein kann.

An fast 40 Ständen präsentierten sich unter anderem weitere europäische Zisterzienser-Klöster, Landwirte, die in der Klosterlandschaft arbeiten, und Weingüter in klösterlicher Tradition. Dem neunjährigen Mahand Goldenbogen schmeckte. bei Klosterberg-Imker Herwig Ehrlich in erster Linie der Blütenhonig.

Günther Kühdorf und Stefan Poduch waren aus Vaihingen angereist und ließen sich neben Gurken und Tomaten von der Klosterinsel Reichenau - ebenfalls einem Unesco-Denkmal - vor allem den Grauburgunder vom Bodensee schmecken.

Derweil erzählte der Maulbronner Bürgermeister Andreas Felchle auf der Bühne von den kulturellen und touristischen Attraktionen der Klosterstadt. Vor ihm waren dort Walter Hirche, Präsident der deutschen Unesco-Kommission, und Horst Wadehn, Vorsitzender der Unesco-Welterbestätten Deutschland, der Radiomoderatorin Beate Blasius Rede und Antwort gestanden. 800 Welterbestätten gebe es, so Hirche, aktuell weltweit. In den kommenden Jahren steige die Zahl auf 1000 an.

Er regte die Einführung eines Mediationsverfahren zur Behandlung kritischer Fragen an. So stehe derzeit nicht nur Dresden in der Diskussion, es gebe auch Bestrebungen, vor der Wartburg Windmühlen aufzubauen. Hirche machte deutlich, dass die Unesco für Wissenschaft, Erziehung und Kultur zuständig sei.

Ein Beispiel für die Unesco als weltweite Idee: das von Dr. Wolfgang Flad in Stuttgart geführt Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt. "Wir sind eine Schule, die sich der Unesco-Empfehlung verbunden fühlt und diese im Schulalltag nachhaltig umsetzt", erläuterte der Schulleiter. Dazu zählten die Erziehung zu Toleranz und Friedensliebe. Das setze voraus, dass man andersartige Menschen als gleichwertig einstufe.

Als Modellschule suche man Nachahmer, betonte Flad, der mit seinen Schülern mühelos den Sprung in die Vergangenheit schaffte. Die betätigten sich als Alchemisten und ließen Kupferpfennige gülden erstrahlen. Was Dr. Faustus einst nicht gelungen war, schafften sie mit Natronlauge und Zinkstaub. Der Pfennig bekam zunächst eine Silberschicht und erhielt dann über dem Bunsenbrenner ein scheinbar goldenes Aussehen.

Zeitgleich zum Bühnenprogramm wurde in der Klosterkirche in regelmäßigen Abständen zur Andacht geladen. Es fanden Führungen zu verschiedenen Themen statt, und auch das Evangelische Seminar hatte seine Pforten geöffnet. Diverse Ausstellungen unter anderem mit den Fahnenentwürfen zum Welterbetag der Klasse 8 c des Salzach-Gymnasiums Maulbronn ergänzten das Programm.