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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Exkursion im Botanischen Garten der Universität Hohenheim

10. Juni 2009

Um 9 Uhr trafen wir alle in kleinen Gruppen vor dem botanischen Garten in Hohenheim ein.

Die erste zu bewundernde Pflanze war die wohlriechende Damaszenerrose, die Herr Fraschio auch schon in seinem Vortrag erwähnt hatte. Er erzählte uns, dass Rosenöl zum Beispiel durch Wasserdampfdestillation oder auch Extraktionsmittel gewonnen werden kann.

Nach diesem schon schönen Anfang begaben wir uns in den exotischen Garten, wo wir eher weniger Arzneipflanzen sehen sollten, jedoch mehrere Zierpflanzen, wie zum Beispiel den wunderschönen Tulpenbaum. Die Form der Blätter, die dieser Baum trägt, gibt es auf keinem anderen Baum und zu unserem Glück blühte er gerade. Die tulpenförmigen Blüten sitzen an den Ästen des Baumes.

In diesem Teil des großen Gartens trafen wir aber auch auf das lebende Fossil, den Ginkgobaum, den es schon vor zirka 150 bis 200 Millionen Jahren gab. Die Droge selbst sind die Blätter, wie uns PTAs schon bekannt war. Durch die wirksamen Inhaltsstoffe wie Bilobalid, Ginkgolide und Flavonoide haben Ginkgoblätter eine durchblutungsfördernde Wirkung. Angewendet wird die Droge bei arteriellen Durchblutungsstörungen, Konzentrationsstörungen, Demenz, Ohrensausen und Gedächtnisstörungen.

Nacheinander zeigte uns Herr Fraschio die im Vortrag vorgestellten Pflanzen im botanischen Garten, wo wir noch mehr Tipps, Hinweise und Tricks für unser Herbarium bekamen.

Am interessantesten für wahrscheinlich alle PTAs war der Arzneipflanzengarten. Dort sahen wir viele Arzneipflanzen, die uns noch im Herbarium fehlten oder bei denen wir nicht sicher waren, ob sie eine pharmazeutisch relevante Wirkung haben.
Neben dem Frauenmantel, dem Schöllkraut und anderen Arznei- beziehungsweise Giftpflanzen trafen wir auch auf die riesige, aber gefährliche Herkulesstaude (Riesen-Bärenklau). Hier war Vorsicht geboten, da es beim Berühren der Pflanze zu Hautreizung kommen kann.

Wir durchliefen die einzelnen, systematisch gegliederten Teile des botanischen Garten und entdeckten auch das Denkmal der Gründer Carl Eugen (Herzog von Württemberg) und Franziska (Gräfin von Hohenheim).

Im letzten Teil, dem Hildegardgarten, zeigte uns Herr Fraschio die letzten wichtigen Pflanzen, wie zum Beispiel die zurzeit blühende Mariendistel, die bei Verdauungsbeschwerden, Leberschädigungen (v.a. bei Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz) und bestimmten Leberkrankheiten (z.B. Leberzirrhose) eingesetzt wird.

Mit Applaus lobten und bedankten wir uns herzlich bei Herrn Fraschio.

Jeanette Paszenda
PTA 12 B

 

Am Nachmittag des 8. Juni hielt Herr Franz Xaver Fraschio einen Vortrag zur Vorbereitung auf unsere Exkursion in den Botanischen Garten der Uni Hohenheim, der schon seit 1828 als Garten für Unterrichtszwecke existiert.

Er berichtete, dass Herzog Carl Eugen auf dem Gelände den Englischen Garten gründete und Friedrich Schillers Vater Johann Caspar dort als Gärtner arbeitete.

Herr Fraschio stellte uns einzelne arzneilich wirksame Pflanzen vor und besprach sie in der Reihenfolge der am Mittwoch stattfindenden Exkursion.

So erzählte er uns über den Ginkgo, dass dieser Baum ein lebendes Fossil ist und weder zu den Nadel- noch zu den Laubbäumen gehört. Der Ginkgo ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), es existieren also männliche und weibliche Pflanzen auf getrennten Individuen. In der Pharmazie werden aus dem Extrakt durchblutungsfördernde und die Gedächtnisleistung steigernde Arzneimittel hergestellt.
Des weiteren erklärte er uns, dass die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) bereits vor der letzten Eiszeit in Mitteleuropa verbreitet war, jedoch durch den Frost fast vollständig verdrängt wurde, bis sie sich im 16. Jahrhundert wieder verbreitete. In der Pharmazie wird die Rosskastanie vor allem bei Gefäßerkrankungen verwendet, da die Früchte stark saponinhaltig sind.

Dies waren nur zwei Beispiele einer großen Bandbreite von Heilpflanzen, die uns im Botanischen Garten erwarten sollten.

Am Ende seines lehrreichen Vortrags über die einzelnen Heilpflanzen konnten wir nur noch staunen über so viel Wissen.

Verena Strobel, Sabrina Seidl
PTA 12A