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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Exkursion des LG 60 zur Vergärungsanlage Leonberg

12. November 2009

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größer Morgens, halb acht in Stuttgart: Eine zähflüssige Masse von dreizehn Schülern und einem hochmotivierten Herr Zinsmeister begab sich aus der Breitscheidstraße 127 in Richtung Bushaltestelle. Dort stieg die Masse, welche nach einem kurzen Halt beim Bäcker etwas wacher wurde, in den Bus zum S-Bahnhof Schwabstraße ein und wurde in diesem von einem sauberkeitsfanatischen Busfahrer sehr freundlich empfangen.

Am Bahnhof angekommen, wurden die "Reisenden in Richtung Böblingen" freundlich gebeten, in die Bahn nach Vaihingen einzusteigen. Als wir in die Bahn einstiegen, stellte sich uns schon die Frage, ob wir den Bus von Böblingen nach Leonberg noch erreichen würden, weil der nächste Bus zur Haltestelle Frauenkreuz erst drei Stunden später fuhr. Nach hektischen Telefonaten auf der Fahrt von Vaihingen bis Böblingen, stellte sich heraus, dass der Bus nicht auf uns warten konnte und die selbständig nach Böblingen gereisten mit diesem mitfahren und am "Frauenkreuz" auf uns warten sollten.

größer Weil wir nicht drei Stunden auf den nächsten Bus warten konnten und wollten, entschied sich Herr Zinsmeister, in Absprache mit der Schulleitung, ein Taxiunternehmen zu beauftragen, um die Gruppe nach Leonberg zur Vergärungsanlage zu bringen. Aus Interesse, die Bildung der Schüler zu fördern, übernahm die Schule dankenswerterweise die Kosten für die drei Taxis.

Mit leichter Verspätung kamen dann alle wohlbehalten, manche von uns leicht durchnässt, weil sie im schlechten Wetter warten mussten, an der Vergärungsanlage Leonberg an.

Ein sehr netter und kompetenter Mitarbeiter der Anlage erzählte uns im gut geheizten Tagungsraum etwas über die Geschichte von der ehemaligen Erddeponie bis zur Gründung der Vergärungsanlage und die Problematiken der Technik der heutigen Anlage. Die Arbeitsabläufe der Anlage veranschaulichte er uns anhand von Plakaten und mit dem Steuerungsprogramm der Anlage auf einem Großbildschirm.

größer Der angelieferte Biomüll wird zunächst von Fremdstoffen, also nicht biologisch abbaubarem Material, getrennt, zerkleinert und gesiebt. Dieser zerkleinerte Biomüll wird mit Gärresten aus dem Fermenter gemischt und über eine Pumpe wird in den oberen Teil des Fermenters befördert und dort ringförmig aufgebracht. In diesem aufrecht stehenden, zylinderförmigen Gärturm verweilt der Biomüll durchschnittlich drei Wochen bei 50 bis 55°C. Durch die im Gärturm enthaltenen und durch die Gärreste dem Biomüll zugemischten Bakterien entsteht bei der Zersetzung des Biomülls Methangas. Die während des Prozesses anfallenden Gärreste werden hinterher getrocknet und in einer anderen Anlage in Kirchheim kompostiert.

Das Biogas wird in einer großen Kugel gespeichert. Mit diesem Gas werden zwei konventionelle Blockheizkraftwerke (ein drittes ist im Bau) und als Besonderheit in dieser Anlage eine Brennstoffzelle betrieben. In diesem Galvanischen Element wird chemische in elektrische und thermische Energie umgewandelt. Diese Energie aus Brennstoffzelle und Blockheizkraftwerken wird teilweise in der Vergärungsanlage selbst verwendet, aber die elektrische Energie zum Großteil in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Während des Vortrags wurde uns mit Hilfe modernster Technik dargestellt, welche Arbeitsschritte derzeit ablaufen oder aus verschiedenen Gründen, wie Reinigung oder Reparatur, gerade still stehen.

Als ob es abgesprochen gewesen wäre, war dann zur Führung über das Gelände alles funktionsfähig und betriebsbereit. Somit konnten uns die Abläufe der Anlage von der Ankunft des Biomülls bis zur Trocknung des Materials und der Speicherung des Gases nochmals veranschaulicht werden. Daraus lernen wir, dass aus Biomüll erneuerbare Rohstoffe gewonnen werden können:
30.000 Tonnen Biomüll werden in der Vergärungsanlage Leonberg jährlich zu ca. 3.700.000m³ Biogas, 8.200.000kWh elektrischem Strom und ca. 16.700 Tonnen Humus verarbeitet.

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Marco Lutz, Michaela Link, LG 60