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Copyright Kawohl Verlag / R. Kawohl
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Gedanken zur Jahreslosung 2010
von Werner Hübner, München

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!

Johannesevangelium, Kapitel 14, Vers 1

Zu dieser Jahreslosung von 2010 passt das schöne Lied der Gemeinschaft von Taizé (www.taize.fr), das auch im evangelischen Gesangbuch steht: "Nada te turbe, nada te espante, qien a Dios tiene, nada le falta. Sólo Dios basta." Auf Deutsch etwa: "Nichts soll dich aufregen, nichts dich erschrecken, wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt." Es geht auf Teresa von Ávila, eine Karmelitin des 16. Jahrhunderts zurück.

Meistens erschrecke ich, wenn jemand mir etwas mitteilt und mit: "Erschrick nicht!" beginnt. Vielleicht erwarten wir, dass uns das Wort Jesu in der Jahreslosung auf unangenehme Ereignisse im begonnenen Jahr hinweist.

Es ist sicher legitim, dieses Wort als Trost für kommende schwierige Ereignisse zu verstehen. Im Evangelium sagt Jesus dieses Wort, nachdem er vorher sein Leiden und Sterben sowie die Verleugnung des Petrus angekündigt hatte. Seine Antwort auf das Erschrecken der Jünger klingt einfach. Sie enthält aber alles, was sie und wir zum Leben und Sterben brauchen: "Glaubt an Gott und glaubt an mich." Es gibt nichts hinzuzufügen, und wir sollten es auch nicht versuchen. Alles bekommen wir geschenkt, nach dem nächsten Vers im Evangelium sogar Wohnungen im Himmel.

Der Satzteil "und glaubt an mich" weist darauf hin, dass sich der Glaube nicht an Gott als irgendein höheres Wesen richtet. Gott hat sich in einer Person, in Jesus, offenbart, ist Mensch geworden. Die Erlösung durch Jesus, sein Leiden und Sterben, gehört zum Evangelium und ist wesentlich für unsere Gottesbeziehung. Ebenso der am Ende des Kapitels angekündigte Heilige Geist. Durch diesen können die Jünger mit ihrem Herrn in Verbindung bleiben auch nachdem dieser nicht mehr sichtbar unter ihnen ist. Diese Verbindung mit dem dreieinigen Gott gilt für alle Christen bis heute. Damit kommt etwas vom Himmel auf die Erde.

 

Zur Jahreslosung:

Zum Abschied sammelte der Herr
die Jünger. Viel hat er zu sagen,
damit ihr Herz werd' nicht zu schwer,
und dass "allein" sie nicht verzagen.

"Ich geh' zu Gott, dem Vater mein.
Ihm könnt ihr stets vertrauen.
Und weil ich werde bei ihm sein,
könnt ihr auf mein Versprechen bauen."

"Und was dann immer kommen mag,
ihr könnt getrost an Gott euch wenden.
Er gibt euch Leben jeden Tag
und Kraft aus seinen guten Händen."

"Viel Liebe gibt euch Gott ins Herz,
für euch - und auch zum Weitergeben.
Die Liebe lindert manchen Schmerz
und lässt dann zuversichtlich leben."

Gerhard Hübner, Ahrensburg