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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Ausstellungseröffnung "Über die Arbeit der unesco-projekt-schulen"

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Neues Schloss Stuttgart
im Rahmen des Treffens der unesco-projekt-schulen in Stuttgart

14. Oktober 2010

Video: Flad-Schüler/innen tanzen den Tango Video: Flad-Schüler/innen tanzen den Tango

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Das Institut Dr. Flad ist eine unesco-projekt-schule

Am 1. Oktober 2009 ging die Meldung um die Welt, dass die UNESCO den Tango Argentino zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt hat. Das Institut Dr. Flad beschloss daraufhin als unesco-projekt-schule, ein Tango-Projekt durchzuführen, und begann mit der Planung.

Am 14. Dezember 2009 stand auf dem Stundenplan für alle Schüler eine Einführung zum Tango Argentino mit Liane Schieferstein und Benedikt Krappmann.
Am 1. Februar 2010 startete dann das neue UNESCO-Projekt "Tango Argentino" im Dalia mit Liane Schieferstein und Benedikt Krappmann. Dieser Tanzkurs fand einmal wöchentlich statt.

Parallel dazu bearbeitet eine kleinere Gruppe unter der Anleitung von Jim Zimmermann die Themen Musik, Lyrik, soziale Hintergründe und Tanz und geht der Frage nach, warum der Tango Argentino zum immateriellen Weltkulturerbe wurde.

Am 14. Oktober 2010 wurden die Ergebnisse der beiden Gruppen im Rahmen einer Veranstaltung der unesco-projekt-schulen in Baden-Württemberg im Neuen Schloss vorgestellt, wobei der Regisseur und Theater-Pädagoge Andreas Frey bei der Umsetzung zur Seite stand.

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Unser Handeln - unsere Zukunft
UNESCO-Projektschulen tagen in Stuttgart

Der wunderschöne Weiße Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart bot am 14. Oktober den feierlichen Rahmen für die Abschlussveranstaltung anlässlich der Tagung der baden-württembergischen UNESCO-Projektschulen. Der Rundfunkjournalist Christoph Zehendner war als Moderator der Veranstaltung erfreut darüber, dass sämtliche Stühle besetzt waren. Mittels eines amüsanten Vorstellungsquizes begrüßten sich die Gäste aus Baden und Württemberg gegenseitig; auch aus Berlin und Bayern waren Gäste gekommen. Der Auftakt des Programmes war fulminant. Das Orchester des Stuttgarter Eberhard-Ludwig-Gymnasiums spielte den Hochzeitsmarsch aus "Ein Sommernachtstraum" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Zuhörer waren begeistert.

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Anschließend konnte sich Achim Beule, Vertreter des Ministeriums für Kultus und Sport, in seiner Begrüßung den schelmischen Hinweis nicht verkneifen, dass für viele kleine wichtige Projekte, wie sie die UNESCO-Schulen leisten, kein Geld da sei, dafür umso mehr für Großprojekte. Die Zuhörer verstanden den Wink mit dem Zaunpfahl. Im weiteren Verlauf betraten die kleinsten Teilnehmer die Bühne, nämlich etliche Kinder der Kindertagesstätte educcare aus Stuttgart. Bis vor Kurzem war sie bundesweit die einzige UNESCO-Kita. Mit ihrem Song "Hello to all the children of the world" zeigten die Kinder, wie wichtig internationale Verständigung, Toleranz und interkulturelles Lernen sind.

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Nach der Gesangseinlage hatten wieder die "Großen" das Sagen. Christoph Zehendner leitete die Podiumsdiskussion mit Achim Beule, Volker Hörold (Bundeskoordinator der UNESCO-Projektschulen, Berlin), Wolfgang Flad und Julia Werner (Schülersprecherin des Burg-Gymnasiums in Schorndorf). Dabei ging es um Grundsätzliches: Was zeichnet eine UNESCO-Projektschule aus? Mit welchen Themen beschäftigt sie sich? Wer "bestimmt", ob man Teil dieses weltweiten Schulnetzwerkes wird? Wie viel Zeit muss investiert werden?

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UNESCO-Projektschule: Diese Auszeichnung muss hart erarbeitet werden. Erst nach einem mehrstufigen jahrelangen Prozess erhalten die Schulen die Urkunde. Nachhaltigkeit spielt auch bei den inhaltlichen Schwerpunkten eine herausragende Rolle. Friedenserziehung, Menschenrechte, internationale Verständigung, Umweltschutz sind u. a. Gebiete, die mittels Projekttage, Projektarbeiten oder Arbeitsgemeinschaften thematisiert werden. Momentan gibt es in der Bundesrepublik 202 UNESCO-Projektschulen, 24 davon in Baden - Württemberg. Das Institut Dr. Flad war die erste berufsbildende UNESCO-Projektschule. Auf die Frage, welche Ziele er mit seiner Schule verfolgt, gab Schulleiter Wolfgang Flad klare Antworten:

  1. Naturwissenschaften vermitteln
  2. Lernen, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen getreu dem Motto: "Was immer du tust..., bedenke das Ende." Anschaulicher kann Nachhaltigkeit nicht definiert werden.

Moderator Christoph Zehendner gestand augenzwinkernd, "Flatrate" fortan anders zu interpretieren und er prophezeite der Schule angesichts des großen Engagements viele Anmeldungen.

Auf welch hohem Niveau der Einsatz für die Ziele der UNESCO stattfindet, zeigte der Höhepunkt der Veranstaltung: Tango-Kulturerbe der UNESCO. Neben dem materiellen Weltkulturerbe gibt es seit 2003 auch das immaterielle. Im Oktober 2009 wurde der Tango Argentino auf die Liste gesetzt. Weshalb verdient es dieser Tanz, als Erbe der Menschheit betrachtet zu werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Schüler des Instituts Dr. Flad seit Februar 2010 im Rahmen ihrer Projektarbeit. Die Früchte ihrer Arbeit durften nun die so zahlreich erschienen Gäste genießen. Durch argentinische Musik wurden sie an den Unterlauf des Rio de la Plata entführt und wurden Zeugen dessen, was sich in diversen Kneipen abspielt.

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Was ist Tango? Personifiziert als schönes Mädchen mit rotem Kleid, gab Frau Tango darauf die Antwort. Tango trennt und verbindet - so wie der Rio de la Plata Buenos Aires und Montevideo trennt und verbindet. Ihren Vater, d.h., ihre Wurzeln kennt Frau Tango nicht. Ist er ein Gaucho, ein Russe, ein Deutscher... ? Ihr Leben ist geprägt von Leidenschaft, Traurigkeit, Lebenslust, Armut, Verzweiflung - kurz gesagt: Ihr Leben ist Tanz. Es ist optischer Genuss pur, wie die Schüler die Geschichte des Tangos "erzählen" und wie sie diesen Tanz szenisch darstellen. Liane Schieferstein, Benedikt Krappmann, Jim Zimmermann als Leitungsteam sowie Andreas Frey vom "Dein Theater" haben zusammen mit den Schülern tolle Arbeit geleistet. Die Requisiten waren auf das Nötigste reduziert: vier Stühle, Regenschirm, Schnittblumen, Handy, Spielkarten. Ansonsten konzentrierte sich das Geschehen auf die tanzenden Paare. Farbenprächtige Kleider bei den Damen - Reduktion auf Schwarz bei den Herren. Schon konnte der Tanz losgehen gemäß dem Motto: "Ewig lockt das Weib." Anziehung, Abstoßung, Spiel mit dem Feuer, Frustration, neue Liebe, neues Glück, Eifersucht, Verführung, Unlust des Mannes, Dominanz der Frau - in fünf getanzten Szenen wurden die Dimensionen der Gefühle dargeboten. Zurecht ernteten die acht Paare stürmischen Beifall. Auch der Moderator zeigte sich beeindruckt; er bekam von den Tänzern auf seine Fragen schlagfertige, ehrliche Antworten und meinte lakonisch. " Tango ist wie das wirkliche Leben. Die Männer tun cool, aber eigentlich seien die Frauen doch das starke Geschlecht."

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Zum Abschluss dieser beeindruckenden Veranstaltung äußerten fünf Schüler ihre Wünsche für die Zukunft. Weltfrieden, Bekämpfung des Hungers, Klimaschutz, Menschlichkeit statt Geldgier stehen ganz oben auf der Liste. Dass es mit dem Wünschen alleine nicht getan ist, wissen alle UNESCO-Projektschüler. Damit es mit der Umsetzung der Ziele klappt, muss jeder von uns seinen eigenen Beitrag leisten!

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Dank an alle, die vor, hinter und auf der Bühne des Weißen Saals zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben!