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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Exkursion zum Deutschen Wetterdienst in Stuttgart

Exkursion zum Deutschen Wetterdienst in Stuttgart

18. März 2010

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Besuch des Deutschen Wetterdienstes in Stuttgart am Schnarrenberg

Am 18. März besuchten einige Schüler vom LG 60 die Station des Deutschen Wetterdienstes am Schnarrenberg.

Am Anfang unseres Rundgangs erzählte uns Michael Gutwein, ein Mitarbeiter beim deutschen Wetterdienst, näheres über die Geschichte und die Arbeit dort. Der DWD misst seit 1901 Wetterdaten, doch Klimaaufzeichnungen wurden bereits seit dem Jahr 1782 gemacht. Die alte Station war in Stuttgart in der Alexanderstraße, zog dann aber 1985 auf den Schnarrenberg.

Der deutsche Wetterdienst ist eine Bundesbehörde und ist dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstellt. Er hat 2500 Mitarbeiter von denen 1/3 in der Zentrale in Offenbach am Main beschäftigt ist. Das Wetterdienstgesetz vom 11.11 1952 besagt, die Hauptaufgabe des Wetterdienstes sei es, zu warnen. Dabei ist er in vielen Bereichen tätig, unter anderem in der Luftfahrt, Schifffahrt, Klima und Umweltberatung und der Landwirtschaft.

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Nach dieser kleinen Einführung ging Herr Gutwein mit uns auf das Messfeld im Gelände, um uns die einzelnen Geräte zu erklären. Dafür gibt es strenge Anforderungen: es muss weltweit einheitlich gemessen werden, also gleiche Zeit (UTC Zeit = unserer Winterzeit eine Stunde hinterher) und definierte Höhen. Das hat die WMO in Genf so festgelegt.

Wir begannen mit dem Erdbodenmessfeld, welches die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit in 2 Meter Höhe im Schatten misst. Ebenso wird die Temperatur 5 Zentimeter über dem Boden und im Boden gemessen. Es werden alle 10 Minuten Messungen durchgeführt und alle halbe Stunde über DSL-Leitungen ins weltweite Netz als Zahlencode eingespeist.

Als zweites konnten wir einen Wetterballon, dem eine Radiosonde angehängt ist, beim Start beobachten. Der Ballon ist heute mit Helium gefüllt, früher mit Wasserstoff. Die Sonde misst während des Aufstiegs (300 m/s) verschiedene Daten wie Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Luftdruck. Sie wird ständig über GPS überwacht und sendet ständig Daten. Die Flughäfen müssen dem Ballon Flugfreiraum geben, um Kollisionen mit Flugzeugen zu vermeiden. In der Stratosphäre schließlich platzt der Ballon. Der Ballon ist wichtig, da er überall Daten misst. Wir können vom Boden aus nur bis zu den Wolken und die Satelliten nur bis über die Wolken messen.

Nach dem Start des Ballons bekamen wir den Windmast gezeigt. Dieser ist 13 Meter hoch, hat zwei Schalenkreuze und eine Windfahne. Diese zeigt an aus welcher Richtung der Wind kommt und die Kreuze messen die Windgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde.

Das vierte Gerät war das Sichtweitenmessgerät. Dies verfügt über eine Halogenlampe mit gebündeltem Licht. Das Licht wird mehrmals gebrochen. Man misst damit die Trübung der Luft und kann so feststellen wie dicht der Nebel ist.

Das nächste waren die Niederschlagsmesser. Bei diesen wird die Art und Intensität des Niederschlags mittels eines Infrarotfeldes gemessen. Dies misst die Schatten von Niederschlagspartikeln. Anhand der Aufenthaltszeit des Schattens wird festgestellt, ob der Niederschlag fest oder flüssig ist. Die Anzahl der Schatten gibt Auskunft über die Intensität des Niederschlags.

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Als nächstes wurden uns noch zwei anderer Niederschlagsmesser gezeigt, mit denen man die Menge des Niederschlags messen kann. Das alte Gerät mit dem Namen "Hellmann" wurde noch manuell bedient. Es steht 1 Meter über dem Boden. Man fängt den Niederschlag auf und gibt ihn in einen Messzylinder und liest ab, wie viel Niederschlag pro Quadratmeter gefallen ist. Das neue Gerät macht die Messungen über Wägung der auftreffenden Niederschlagspartikel, es hat eine eingebaute Heizung.

Das nächste Gerät war der Wolkenhöhenmesser. Er kann Höhen bis zu 42000 Fuß (ca. 11 Kilometer) messen. Der Nachteil ist, man kann nur bei einer Laufzeit von einer Stunde Aussagen über die Wolken in der Umgebung machen. Ein anderer Nachteil ist, dass er auch Streifen von Flugzeugen misst.

Als vorletztes kam der Strahlungsmesser. Die direkte Sonneneinstrahlung wird mit "Suny", einer Photodiode gemessen. Er dreht sich 22-mal in der Minute. Er misst aber nur, wenn die Gegenstrahlung eindeutige Schatten wirft. Außerdem wird die Globalstrahlung gemessen, dies ist wichtig für die Klimaänderung.

Als letztes kam der Schneehöhenmesser. Dieser misst mithilfe von Lasern die Schneehöhe. Er ist in Bergländern ungeeignet.

Am Schluss bekamen wir noch eine Wettervorhersage für das Wochenende und den Anfang der nächsten Woche.

Christina Kaiser, Patrick Spiegel, LG 60