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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Exkursion zum Pharmazeutischen Großhandel ANZAG

am 11. und am 18. Mai 2010

größer Am 11. bzw.18. Mai unternahmen die Klassen 13 A und B, jeweils begleitet von der Klassenlehrerin Frau Fischer bzw. Frau Steinert, eine Exkursion zur Firma ANZAG, einem Pharmazeutischen Großhandel. Die Besichtigung begann um 9 Uhr 30 mit einer Einleitung und Informationen zur Firma ANZAG durch Herrn Köhli, der die Klasse durch das Unternehmen führte. Der Pharmazeutische Großhändler ANZAG gehört zur Andreae Noris Zahn AG und beschäftigt in seinen Filialen in Deutschland, Litauen, Rumänien und Kroatien etwa 30.000 Mitarbeiter.

Die erste Station der Besichtigung ist die Auftragsannahme und -bearbeitung. Aufträge werden Montags bis Samstags von 8 bis 20 Uhr von Telefonistinnen im Schichtbetrieb angenommen und ab 9 Uhr 30 ausgeliefert. Es gibt verschiedene Arten der Auftragsübersendung: Seriell (über Modem) und DFÜ ohne Kundenkontakt sowie im persönlichen Gespräch mit dem Kunden. Etwa 80 Prozent der Aufträge werden heutzutage seriell, via Modem, übermittelt. Hierbei ruft die Telefonistin zu einem definierten Zeitpunkt über eine spezielle Nummer die Apotheke an. Erklingt ein Piepton, kann sie den vorher vom Kunden bereitgestellten Auftrag abrufen. Zur Identifikation der Artikel dient die Pharmazentralnummer (PZN), die auch im Auftrag vom Kunden jeweils angegeben werden muss. Als weiteren Service für den Kunden suchen die Telefonistinnen auch Informationen über Arzneimittel heraus oder versuchen den Beschreibungen von Werbeanzeigen aus Zeitschriften das entsprechende Produkt zuzuordnen.

Als nächstes wurde das Lager besichtigt, welches grob in Automatenlager und manuelles Lager einzuteilen ist. Dieses umfasst ca. 83.000 Artikel, wovon 30.000 homöopathische sind. Durch das Lager verlaufen insgesamt 1,8 km Förderstrecke für Transportbehälter. Diese sind mit einem Barcode versehen und können so automatisch einem jeweiligen Vorgang (Auftrag / Retoure / Wareneingang) zugeordnet werden. Die Behälter besitzen je nach Vorgangsart eine unterschiedliche Farbe: rot für Retouren, blau für Wareneingänge und gelb für Kundenaufträge. Der Auftrag wird von der Auftragsannahmestelle automatisch in das Lager geleitet und dort ausgedruckt und als Lieferschein in einen Behälter gelegt, welcher dann dem jeweiligen Auftrag zugeordnet wird. Das automatische Lager umfasst 3 Kommissionier-Automaten, zwei kleine mit einem Fassungsvermögen von je 600 Positionen und einem großen mit einem Fassungsvermögen von ca. 3000 Positionen. Die Artikel werden von dem Kommissionierautomat auf ein Fließband ausgeworfen und fallen am Ende des Fließbandes in den entsprechenden Kundenbehälter. größer Das manuelle Lager umfasst zusätzlich ein verschlossenes Giftlager, ein Kühllager mit Kühlkettenware wie z.B. Impfstoffen, die in Kühlbehältern mit hellblauem Deckel verpackt sind, sowie spezielle Regale mit extrem teuren Arzneimitteln, bei denen eine doppelte Kontrolle des Auftrags nötig ist. Sonderkontrollen werden auch auf Kundenwunsch, sowie bei Kunden, bei denen viele Defekte aufgetreten sind, durchgeführt.

Die nächste Station der Besichtigung ist der Wareneingang. Alle eingehenden Warensendungen werden von Hand doppelt kontrolliert. Der Barcode, also die PZN, wird gescannt und die Waren auf Verfallsdatum, Bruch, d.h. Beschädigungen, und die Korrektheit der Liefermenge überprüft. Der Ware wird ein blauer Behälter zugeordnet, welcher automatisch an den vorbestimmten Lagerstandort geleitet wird. Kartonware wird vom Lagertransport an seinen Lagerstandort oder ins Überlager gebracht.

Das Betäubungsmittellager ist durch eine Panzertür gesichert und verfügt über ein Alarmsystem mit Direktschaltung zur Polizei. Hier ist auch der Einsatz von pharmazeutischem Personal notwendig. Angrenzend befindet sich die Retouren- und Differenzbearbeitung.

Ein weiterer Teil des Lagers ist das Großvolumen. Hier werden sehr große Waren, wie z. B. Tena- und Molimed- Produkte, gelagert. Die Kommissionierung erfolgt ausschließlich manuell und nicht mit einem Lieferschein sondern mit Klebeetiketten, die auf die Warenkartons geklebt werden, welche dann direkt in den nebenan gelegenen Versand verbracht werden. Von dort werden die Lieferungen zu den Kunden sowie Waren für andere ANZAG-Filialen, welche diese nicht auf Lager haben, versendet.

Im Anschluss folgte die Klasse der Einladung zu Kaffee und Kuchen in der Cafeteria.


PTA 13 dankt der Firma ANZAG sowie dem Institut Dr. Flad für die Ermöglichung dieser interessanten Exkursion!

Christiane Krieg, PTA 13 B