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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Musik im Gespräch

Konzertreihe mit Roland Heuer

Wolfgang Amadé Mozart
Seine schönsten Streichquartette - II. Abend

Freitag, 11. Juni 2010
Theaterkeller im Institut Dr. Flad

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Eine Sternstunde des Streichquartetts mit himmlischen Längen
Der zweite Abend im Zyklus bot Perlen Mozart’scher Kammermusik

Im Gegensatz zum Altmeister des Streichquartetts, Joseph Haydn, wird das Schaffen Mozarts auf dem Gebiet dieser Gattung selbst von ausgesprochenen Kammermusikliebhabern nicht selten als "quantité négligeable" abgetan.

Ebendiese oftmals stiefmütterlich behandelten Kleinodien im Kontext der Gattungsgeschichte erlebbar zu machen, ist das Anliegen der Asperger Kammersolisten, Roland Heuer, Ikuko Nishida-Heuer (Violine), Axel Breuch (Viola) und Joachim Hess (Violoncello), wobei innerhalb des Zyklus im Theaterkeller jeweils ein frühes Opus einem der berühmten gegenübergestellt wird und der Zuhörer so der schöpferischen Entwicklung über zwei Jahrzehnte hinweg nachspüren kann. Einen besonderen Gewinn für das Publikum bildete die Einführung Roland Heuers, die anhand ausgewählter Musikbeispiele die Eigenheiten der Werke nicht nur verdeutlichte, sondern gekonnt Bezüge zu anderen Epochen der Musikgeschichte herstellte und so ein tieferes Verständnis der Stücke ermöglichte.

Zum Auftakt des zweiten Abends erklang das 1772 entstandene Quartett in D-Dur KV 155, welches Mozart für seine zweite Italienreise niedergeschrieben hat. Der dreisätzigen Anlage ist die nahe Verwandtschaft zur italienischen Sinfonia ebenso abzulauschen wie der Bezug zur Divertimento-Tradition, sollte das Stück doch als Gelegenheitskomposition vor allem eine wohlklingende Visitenkarte sein.

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Ein Türöffner ersten Ranges ist dabei das Allegro, das in seiner schillernden Lebendigkeit von den Asperger Kammersolisten so gewitzt und spritzig dargeboten wurde, wie man es sich an einem lauen Sommerabend nur wünschen kann. Der zweite Satz bot Themen von zartem Schmelz, die romanzenartig, jedoch ohne allzu große Verbindlichkeit als nettes Geplänkel erschienen, bevor das in Rondo-Form angelegte Molto Allegro auf den Gipfel des Ohrenschmeichelns führte und der Kurzweil halber noch einen Scherz um den Schluss zu machen wusste.

Von der intensiven Beschäftigung Mozarts mit Haydn als Begründer der Gattung, vor allem mit dessen russischen Quartetten, zeugt das Mitte 1783 entstandene Streichquartett KV 428 in Es-Dur, wobei der Komponist dieses groß angelegte Opus in Verehrung und nicht ohne Stolz dem Altmeister gewidmet hat.

Bemerkenswert und zukunftsweisend springt im ersten Satz gleich der "Teufel in der Musik", nämlich der Tritonus-Akkord, aus der Wunderschachtel und geht damit dem Freischütz voraus; die Musiker ergötzten sich an der Fülle geistreicher Einfälle und zeigten sich meisterhaft in der gewagten Aufwallung von Akkordbrechungen.

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Eine Sternstunde in der Gattungsgeschichte ist das Andante, ein Satz, der, obgleich in formal herkömmlicher Anlage ausgestaltet, in Melodik und Harmonik derart außergewöhnlich, ja überzeitlich erscheinen muss. In düsterer Solemnität entspinnen sich Kantilenen in himmlischen Längen, die jegliches Zeitmaß vergessen machen, es verweben sich Dissonanzen ineinander, ja gar der Tristan-Akkord ist in diesem Meisterwerk angelegt. Rasch in weltliche Gefilde führt der dritte Satz zurück, bietet sich hier mit einem burschikosen Ländler eine Alternative zum höfisch-zeremoniellen Menuett, die niemals grobschlächtig dahinpoltert sondern liebwert und keck für Vergnügtheit sorgt.

Ein Bravourstück für das Virtuosentum der "Asperger Kammersolisten" wurde schließlich das Allegro vivace, das wild davongaloppierend, köstliche Ideen im schnellen Lauf aufwirbelnd, alle Fingerfertigkeit der Musiker erforderte und ob deren mitreißender Interpretation gleich nach dem Schlussakkord Bravo-Rufe und besonders herzlicher Beifall den Dank einer begeisterten Zuhörerschaft zum Ausdruck brachten.

Martin R. Handschuh

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Konzert am 11. Juni 2010

Konzertreihe "Musik im Gespräch" im Theaterkeller des Instituts