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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Verleihung der Carl-Duisberg-Plakette an Wolfgang Flad
Festkolloquium an der Universität Stuttgart

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Prof. Dr. Michael Dröscher, Präsident der GDCh,
überreicht Wolfgang Flad die Carl-Duisberg-Plakette
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Musikalische Gestaltung:
Asperger Kammersolisten (» Programm)

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Begrüßung durch
Prof. Dr. Hans-Joachim Werner,
Dekan der Fakultät Chemie, Universität Stuttgart
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Die Laudatio hält
Prof. Dr. Sabine Laschat,
Fakultät für Chemie,
Prorektorin Universität Stuttgart
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Dankesworte des Preisträgers
 

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Verleihung der Carl-Duisberg-Plakette an Wolfgang Flad
Festkolloquium an der Universität Stuttgart

Seit 1953 verleiht die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) die Carl-Duisberg-Plakette an Personen, die sich wegen ihres Engagements herausragende Verdienste um die Chemie und die GDCh erworben haben. 23 Preisträger gab es bisher, darunter so bedeutende Chemiker wie K.W. Ziegler und G. Natta. Seit dem 8. Juli 2010 zählt auch Wolfgang Flad zu diesen. In einem Festkolloquium an der Universität Stuttgart, das musikalisch durch die Asperger Kammersolisten mit Werken von Mozart, Hindemith und Boccherini umrahmt wurde, erfolgte die hohe Auszeichnung. Die Goldplakette erinnert an Carl Duisberg, einen Industriechemiker, dessen Name untrennbar mit dem Aufbau der Bayer-Werke in Leverkusen verbunden ist.

Zum Auftakt des Festaktes verwies der Dekan der Fakultät Chemie, Prof. Hans-Joachim Werner, auf die besonderen Beziehungen zwischen den Universitäten Stuttgart und Hohenheim und dem Institut Dr. Flad. Seit ca. 15 Jahren besteht eine enge Kooperation; die Stuttgarter Chemietage sowie die gemeinsamen Vorbereitungen auf das Internationale Jahr der Chemie 2011 seien stellvertretend genannt. Das unermüdliche Engagement von Wolfgang Flad für die Chemie, insbesondere für die Weiterentwicklung des Chemieunterrichtes, wird mit der Verleihung der Carl-Duisberg-Plakette honoriert.

In ihrer Laudatio verdeutlichte Prof. Sabine Laschat, wie eng die Vita des Preisträgers mit der Chemie und der GDCh verknüpft ist. Bereits der Vater Manfred Flad, der Gründer des Institutes Dr. Flad, war Chemiker. Er legte die Chemie seinem Sohn im April 1942 quasi in die Wiege. Schon als kleiner Junge besuchte Wolfgang Flad regelmäßig die damalige TH Stuttgart bzw. den dortigen Arbeitsplatz seines Vaters. Nach dem Abitur studierte er hier Chemie - parallel dazu fungierte er auch als Assistent seines Vaters, der mit viel Mut zum Risiko 1951 eine gesicherte Beamtenlaufbahn aufgegeben und das Institut gegründet hatte. Seit 1976 leitet der Ausgezeichnete die Schule, die Nachfolge ist gesichert, denn Tochter Ulrike Flad wird in dritter Generation Verantwortung übernehmen.


Schulleiter, Lehrer, Unternehmer, Mäzen - in all diesen Funktionen setzt Wolfgang Flad Maßstäbe. Er erhöhte die Zahl der Ausbildungsplätze von 120 auf nun 350. Neben CTA werden seit 13 Jahren auch PTA ausgebildet. Die Stiftung des Manfred- und Wolfgang-Flad-Preises geht auf seine Initiative zurück; aus einem Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Forschung und Entwicklung ging 1991 der internationale Chemiewettbewerb Grand Prix Chimique hervor; von 1995-1997 war er Koordinator des weltweiten Umweltprojektes GLOBE; 2009 ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Die GDCh richtete endlich die Arbeitsgruppe Berufliche Bildung ein.

Das Interesse für die Chemie hat der Vater geweckt - die Liebe zu den schönen Künsten, insbesondere zur Musik und zum Theater, stammt von der Mutter, so Prof. Sabine Laschat in ihrer Laudatio. Neben der eigentlichen Ausbildung setzt sich Wolfgang Flad unermüdlich für Bildung und Erziehung im weitesten Sinne ein. Zahlreiche Zusatzangebote stehen den Schülern offen und werden von ihnen rege nachgefragt: Theaterprojekte, Vorträge von Gastdozenten, Veranstaltungen im schuleigenen Keller, regelmäßige musikalische Darbietungen der Asperger Kammersolisten, Schüleraustauschprogramme... All das bereichert den Schulalltag. Das Institut Dr. Flad wurde als erste berufsbildende Schule UNESCO-Modellschule und inzwischen dreimal von der UNESCO für Nachhaltigkeit in Bildung und Erziehung ausgezeichnet.

Nicht genug des Engagements: In sportlicher Hinsicht setzte Wolfgang Flad ebenfalls Maßstäbe. Die dafür notwendigen Eigenschaften wie Disziplin, Ausdauer, Ehrgeiz, Kampfgeist lassen sich auf das Schulleben übertragen.

Auch politisch setzte er 1965 zum Sprung an und kandidierte als jüngster Kandidat für den Bundestag. Bis heute liegt ihm die Bildungspolitik besonders am Herzen; für das Privatschulwesen hat er Wegweisendes erreicht.


Die Carl-Duisberg-Plakette wird für die Verdienste um die Chemie und die GDCh verliehen. Ähnlich wie Wolfgang Flad blickte aber auch der Namensgeber dieses Preises weit über den "Tellerrand der Chemie" hinaus, weil er sich der Nachhaltigkeit allen Tuns bewusst war.


Höhepunkt des Festkolloquiums war die Überreichung der Plakette durch Prof. Michael Dröscher, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker und Schirmherr der 15. Stuttgarter Chemietage im Internationalen Jahr der Chemie.

In seine Dankesrede schloss der Preisträger neben Prof. Dröscher, Prof. Werner, Prof. Laschat auch seinen Vater ein. Dieser stellte die "Weichen" für seinen Lebensweg. Ehefrau Inge und Bruder Jürgen waren und sind treue Begleiter und Unterstützer ebenso wie sein Team am Institut. Unterrichten ist eine Mannschaftsdisziplin, so das Credo des Preisträgers. Zum Schluss seiner Rede bekannte Wolfgang Flad sinngemäß: "Ich bin Gott dankbar für den Weg, den er mir zugewiesen hat. Zwar wurde ich von der GDCh für mein Lebenswerk ausgezeichnet, das klingt final und ich sehe ein Ende, ich habe aber noch einiges vor."

Dass der 24. Preisträger der Carl-Duisberg-Plakette oft eine kreative Überraschung parat hat, bewies er gegen Ende des Festaktes. Er übergab Prof. Dröscher eine IG-Farben-Aktie im Wert von hundert Reichsmark. Unterschrieben wurde sie 1926 von Carl Duisberg!


Herzliche Gratulation zu dieser hohen Auszeichnung!

Angela Schmitt-Bucher

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Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie

24/10
29. Juni 2010

Wolfgang Flad
Ein engagiertes Lebenswerk für die Chemie

In einem Festkolloquium an der Universität Stuttgart verleiht die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) am 8. Juli die Carl-Duisberg-Plakette an Wolfgang Flad. Gewürdigt werden seine herausragenden Verdienste um die Förderung der Chemie, seine vielfältigen Beiträge zur Stärkung des Ansehens der Chemie in der Öffentlichkeit sowie sein Engagement für die Entwicklung des Chemieunterrichts im schulischen und beruflichen Bildungswesen und für die Ziele der GDCh und der GDCh-Fachgruppe Chemieunterricht.

1942 in Stuttgart geboren, studierte Flad an der damaligen Technischen Hochschule Stuttgart Chemie. Schon während seines Studiums war er Assistent am Institut Dr. Flad, das sein Vater, der Chemiker Dr. Manfred Flad, zur Ausbildung von chemisch-technischen Assistentinnen und Assistenten 1951 in Stuttgart gegründet hatte. 1968 wurde er dort Dozent und 1976 Schulleiter. Wolfgang Flad erhöhte die Ausbildungskapazität von 120 auf 350 Ausbildungsplätze und richtete die Bereiche Umwelt, Pharmazie und Biotechnologie ein. Er war Initiator der weltweit ersten Berufsabschlussprüfung und erreichte, dass das Institut Dr. Flad als erste berufsbildende Schule in Deutschland UNESCO-Modellschule wurde.

Wolfgang Flad wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 1986 zusammen mit seinem Vater mit dem Heinrich-Roessler-Preis der GDCh-Fachgruppe Chemieunterricht. Ein Jahr später stifteten die beiden den Manfred-und-Wolfgang-Flad-Preis, der seitdem ebenfalls von der Fachgruppe Chemieunterricht vergeben wird. 1990 erteilte ihm die Bundesregierung den Auftrag zur Entwicklung eines internationalen Chemiewettbewerbs, den Grand Prix Chimique, der ein Jahr später am Institut Premiere hatte. Von 1995 bis 1997 koordinierte er im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister das von Al Gore initiierte Umweltprojekt GLOBE (Global Learning and Observation to Benefit the Environment) in Deutschland. Zwischen 2005 und 2010 wurde sein Institut von der UNESCO dreimal in Folge für Nachhaltigkeit in Bildung und Erziehung ausgezeichnet. Die 2009 bei der GDCh eingerichtete Arbeitsgruppe Berufliche Bildung geht ebenfalls auf eine Initiative von Wolfgang Flad zurück.

24 Jahre lang war Wolfgang Flad Vorsitzender der naturwissenschaftlich-technischen Privatschulen in Deutschland und Präsidiumsmitglied im Verband Deutscher Privatschulen. Im Verband Deutscher Chemotechniker und chemisch-technischer Assistenten ist Wolfgang Flad Ehrenmitglied.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 29.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie vergibt zahlreiche international angesehene Preise. Die Carl-Duisberg-Plakette wird seit 1953 an Wissenschaftler/innen verliehen, die sich besondere Verdienste um die Förderung der Chemie und der Ziele der GDCh erworben haben. Mit der Goldplakette soll die Erinnerung an einen der bedeutendsten Industriechemiker wachgehalten werden, der maßgeblich am Aufbau des Werkes Leverkusen beteiligt war, der sich aber trotz seiner vielen industriellen Verpflichtungen um die Förderung der allgemeinen Belange der Chemie verdient gemacht hat. Carl Duisberg starb 1935.