Institut Dr. Flad - Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt - CTA, UTA, PTA

 
 
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Abschied von Viktor Obendrauf
Ein Leben für die Chemie

Viktor Obendrauf Am 28. August 2010 starb Professor Dr. Viktor Obendrauf nach langer Krankheit. Mit ihm verliert die Chemie eine herausragende Persönlichkeit, die ihr Leben der Chemie gewidmet hat. Weit über die Grenzen seines Heimatlandes Österreich hinaus waren seine einmaligen Experimentalvorträge berühmt und gefragt Sie waren die Highlights vieler Tagungen im In- und Ausland, immer gespickt mit neuen Ideen und spannenden Hintergrundinformationen für Lehrer und Schüler.

Viktor Obendrauf hatte eine einmalige Begabung, seine Kolleginnen und Kollegen, sein Auditorium zu fesseln und zu faszinieren. Wer ihn erlebt hat, wird ihn nicht vergessen.Wir sind ihm von Herzen dankbar und werden ihn dadurch ehren, dass wir seine Begeisterung für die Chemie weitergeben.

Mit dem Institut Dr. Flad und Stuttgart verband ihn eine ganz besondere Beziehung, die 1992 begann, als er beim Wettbewerb "Abfallfreier Chemieunterricht" unter den ersten Preisträgern war. Bis 2009 folgten zahlreiche Vorträge bei den Stuttgarter Chemietagen an den Universitäten Hohenheim und Stuttgart und viele erfolgreiche und immer sofort ausgebuchte Workshops im Institut Dr. Flad. Die Originalität seiner Ideen demonstrierte er zum Beispiel mit einer spektakulären Nikolausvorlesung in Hohenheim, wo er für Versuche mit flüssigem Sauerstoff (aus der Luft gewonnen) einen großen "Stuttgarter Trichter" präsentierte.

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeiten von Viktor Obendrauf war die Entwicklung von Low-Cost-Geräten und -Versuchen, die er weltweit mit über 220 Vorträgen, Seminaren und Workshops bekannt gemacht hat.

Bei seinen Veranstaltungen zeigte er jedes Mal aufs Neue den begeisterten Zuhörern, dass für ihn der bekannte Aphorismus von Lichtenberg in besonderem Maße zutraf: "Wer nur die Chemie versteht, versteht auch die nicht recht", wenn er Chemie mit Geschichte, Kunst und Musik verknüpfte. Wer erleben konnte, wie er bei einem seiner Experimentalvorträge auf einem Keyboard die Toccata von Bach spielte und dies mit seiner "Flammenorgel" (eine Röhre tanzender Gasflammen) visualisierte, versteht die Worte Lichtenbergs. Das Orgelspiel daheim in der Kirche in Dietersdorf am Sonntag war ihm auch immer so wichtig, dass er nach Veranstaltungen oft noch strapaziöse nächtliche Rückfahrten auf sich nahm, um am Sonntag wieder an der Orgel sitzen zu können.

Mit ihm verliert nicht nur die Chemiedidaktik einen ihrer großen Vertreter, wir verlieren auch einen sehr guten Freund, um den wir trauern.

Peter Menzel und Wolfgang Flad

Informationen zu seinem beruflichen Werdegang, seinen umfangreichen Tätigkeiten, Auszeichnungen, Publikationen, Fotos und Videoausschnitte von Vorträgen und Workshops in Stuttgart finden Sie hier.
Wenn Sie uns Ihre Gedanken oder Erinnerungen an Viktor Obendrauf übermitteln möchten, so können Sie das hier tun.