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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Musik im Gespräch

Konzertreihe mit Roland Heuer

Wolfgang Amadé Mozart
Seine schönsten Streichquartette - III. Abend

Freitag, 24. September 2010
Theaterkeller im Institut Dr. Flad

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Streichquartette mit starker Würze
Glanzlichter am dritten Abend mit Mozart' scher Kammermusik

Nach zwei erkenntnisreichen wie bezaubernden Abenden im Theaterkeller konnte sich das Stammpublikum schon zu den Kennern der Materie zählen und nunmehr dem Höhepunkt in Mozarts Kunst des Streichquartetts erwartungsfroh entgegensehen. Diese oftmals stiefmütterlich behandelten Kleinodien im Kontext der Gattungsgeschichte erlebbar zu machen, war das Anliegen der Asperger Kammersolisten, Roland Heuer, Ikuko Nishida-Heuer (Violine), Axel Breuch (Viola) und Joachim Hess (Violoncello), wobei innerhalb des Zyklus jeweils ein frühes Opus einem der berühmten Spätwerke gegenübergestellt wird und der Zuhörer so der schöpferischen Entwicklung über zwei Jahrzehnte hinweg nachspüren kann.

Einen besonderen Gewinn für das Publikum bildete die Einführung Roland Heuers, die anhand ausgewählter Musikbeispiele die Eigenheiten der Werke nicht nur verdeutlichte, sondern gekonnt Bezüge zu anderen Epochen der Musikgeschichte herstellte und so ein tieferes Verständnis der Stücke ermöglichte.

Zum Auftakt dieses denkwürdigen letzten Abends erklang das Ende 1772 oder Anfang 1773 entstandene Quartett in C-Dur KV 157, welches Mozart für seine dritte Italienreise niedergeschrieben hat.

Schon der erste Satz lässt die Nähe zum unterhaltsamen Divertimento ebenso wie die zur strengeren Form der Opernsinfonia erkennen, jedoch denkt und schreibt der Komponist hier kammermusikalisch, es kommt ihm auf die thematische Arbeit an, die im Gespräch der Stimmen miteinander stattfindet. Besonders schön nahm sich das Andante aus, dem schon Alfred Einstein eine „italienische Pikanterie der Schwermut" attestiert hatte, die in der zartfühlenden Klangkunst der Asperger Kammersolisten besonders trefflich zum Ausdruck kam und von der lebendigen, sprühenden Galanterie des Prestos kontrastiert wurde.

Von der intensiven Beschäftigung Mozarts mit Haydn als Begründer der Gattung, vor allem mit dessen russischen Quartetten, zeugt das Anfang 1785 entstandene Streichquartett KV 465 in C-Dur, wobei der Komponist dieses großangelegte Opus in Verehrung und nicht ohne Stolz dem Altmeister gewidmet hat.

Bemerkenswert und zukunftsweisend erscheinen die kühn gewürzten harmonischen Einfälle in der Einleitung des ersten Satzes, in der sich Querstände und harmonische Rückungen finden, die nicht nur zur Entstehungszeit Verwunderung, ja nicht selten Unverständnis hervorgerufen und dem Werk den Beinamen „Dissonanten-Quartett" gegeben hatten.

Das Menuetto changiert zwischen empfindsam-delikaten Anwandlungen und burschikosen Einbrüchen, die die Abkehr von der ursprünglich höfischen Konventionalität des Tanzsatzes verdeutlichen.

Als Glanzlicht erstrahlte sodann der Schlusssatz in Rondo-Manier, welcher ganz auf die dramatische Motiventwicklung und Themenverarbeitung abzielt, wobei die Musiker ganz meisterhaft und mit akkurat-behender Fingerfertigkeit auch die vorandrängenden Sechzehntelpassagen ausdifferenzierten, was in Bezug auf hörbar gemachte Formvorstellungen, Brillanz und Tiefgründigkeit keinen Zweifel daran lassen konnte, dass erst wieder die späten Streichquartette von Schubert oder Brahms an die hier offenbarte Fülle genialer Tonkunst heranzureichen vermögen.

Gleich nach dem Schlussakkord erschallten Bravo-Rufe und besonders herzlicher Beifall brachte den Dank einer begeisterten Zuhörerschaft gebührend zum Ausdruck.

Martin R. Handschuh

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Konzert am 24. September 2010

Konzertreihe "Musik im Gespräch" im Theaterkeller des Instituts