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Exkursion in den Botanischen Garten nach Hohenheim
Am 20.5.2011 fand als Vorbereitung für die Exkursion in den Botanischen Garten in Hohenheim ein Vortrag statt. Herr Fraschio informierte die Klassen 14 A und 14 B über Herkunft, Aussehen und Wirkung der Arznei- und Heilpflanzen, die uns in Hohenheim erwarten würden. Mit diesen Informationen starteten wir dann mit Frau Reutter und Frau Steinert in den Botanischen Garten nach Hohenheim. Die erste Pflanze, die uns Herr Fraschio vorstellte, war die Damaszener-Rose. Aus ihr wird durch Wasserdampfdestillation Rosenöl und Rosenwasser gewonnen; man benötigt für 1 Kilogramm Rosenöl 3-4 Tonnen Rosenblüten.
Anschließend gingen wir zum Ginkgo, der weder zu den Nadel- noch zu den Laubbäumen zählt, sondern als "lebendes Fossil" bezeichnet wird. Er ist 150 Millionen Jahre alt. Seine Extrakte werden unter anderem zur Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit eingesetzt. Nun führte uns Herr Fraschio zu einem Baum, der nicht wegen seiner heilenden Wirkung, sondern wegen seines Aussehens sehr beliebt ist. Der Tulpenbaum ist nach seinen Blüten benannt, die wie die einer Tulpe geformt sind. Aufgrund des vorausgegangenen guten Wetters waren einige Blüten zu sehen. Für die Passionsblume, die wir im Anschluss betrachteten, war der mangelnde Regen und die viele Sonne weniger geeignet. Dennoch bekamen wir eine sehr schöne blaue und eine gelbe Blüte zu sehen. Die Passionsblume wird bei Einschlafproblemen eingesetzt und ist die Arzneipflanze des Jahres 2011. Nachdem wir den Hibiskus betrachtet hatten, gingen wir zum Eukalyptus, von dem uns Herr Fraschio erzählte, dass es sich aufgrund seiner Temperaturempfindlichkeit nicht um einen echten Eukalyptus handle, sondern um eine Art, die auch bei den etwas kühleren Temperaturen in unseren Breiten wächst, denn ursprünglich stammt der Eukalyptus aus Australien.
Eine Neuheit im Botanischen Garten sind Olivenbäume, die im Herbst Früchte tragen. Als nächstes kamen wir zu einem Baum, aus dem man einen der ältesten Wirkstoffe gewinnen kann: Die Trauerweide enthält in der Rinde junger Zweige den Stoff Salicin, den Ausgangsstoff der bekannten Acetylsalicylsäure. 1853 wurde diese erstmals hergestellt, 1897 dann industriell hergestellt und 1899 als Aspirin von Bayer als heute wohl bekanntestes Analgetikum in den Handel gebracht.
Die Mistel, Halbschmarotzer, lebt von den Nährstoffen des Baumes, auf dem sie sich eingenistet hat. Als Phytopharmakon hat sie eine eher geringe Bedeutung, in der Anthroposophie dafür eine umso größere. Sie soll auf die Krebstherapie einen positiven Einfluss und auch eine blutdrucksenkende Wirkung haben.
Nach einigen weiteren schönen und interessanten Pflanzen gingen wir in den sogenannten Hildegard-Garten. Er hat seinen Namen von der 1098 geborenen Hildegard von Bingen. Sie hat zu ihren Lebzeiten viele Arznei- und Heilpflanzen gesammelt und ein Buch darüber verfasst. Viele dieser Pflanzen sind bis heute noch aktuell. Bei Rüdesheim am Rhein befindet sich zum Gedenken an Hildegard von Bingen ein Kloster. Nach der Pfingstrose kamen wir zur Aristolochia, die Osterluzei, die aber aufgrund ihres cancerogenen Potentials, das man bei Tierversuchen herausfand, für die Verwendung verboten ist. Daraufhin folgte der Wacholder, der in der Kneipp-Therapie eingesetzt wird. Bei dieser Therapie beginnt man am 1. Tag mit einer Beere und steigert sich so bis zu 15 Beeren am 15.Tag . Anschließend nimmt die Beerenanzahl wieder ab bis zur letzten Beere am 29. Tag.
Nach vielen bekannten Arzneipflanzen wie der Arnika, Zitronenmelisse und Ringelblume folgte nun die Süßholzwurzel, die eine Blutdruck erhöhende Wirkung hat und außerdem als Magenmittel eingesetzt wird. Das bekannteste Einsatzgebiet ist aber die Lakritz-Herstellung.
Unter den Lindenbäumen verabschiedeten wir uns und dankten Herrn Fraschio für den interessanten Vormittag im Botanischen Garten Hohenheim.

Melanie Bachert, Laura Wolke, PTA 14 B
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