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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Prof. Dr. Georg Schwedt

Universität Bonn

Wasseranalytik vor Ort mit einem Analysenkoffer

Samstag, 15.10.2011
Workshop am Institut Dr. Flad

10:00 Uhr: Einführender Vortrag
11:00 - 15:00 Uhr: Workshop

Workshop "Wasseranalytik vor Ort mit einem Analysenkoffer"
in Bad Cannstatt am 15. Oktober 2011

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Die Cannstatter und Berger Mineralquellen weisen nach Budapest das zweitgrößte Mineralwasservorkommen in Europa auf. Seit der Römerzeit entstanden über die Jahrhunderte mehr als 250 Brunnen - heute sind es noch 19. Da die Wässer aus verschiedenen geologischen Schichten stammen, erschließen sie Mineralwässer, Säuerlinge, Solen und auch Thermalwässer mit täglich über 44 Millionen Litern. Ab dem letzten Drittel des 18. Jahrhundert wurden zusätzlich zu den bisher natürlichen Quellaustritten Bohrungen niedergebracht und es entwickelte sich zunehmend eine Nutzung der neuen Quellen zu Bade- und Trinkkuren.

Jährlich werden vom Chemischen Institut des Stuttgarter Umweltamtes umfangreiche Analysen durchgeführt. An zwei sehr unterschiedlichen Wässern, aus dem Jakobsbrunnen in der Bad Cannstatter Altstadt und aus dem Lautenschläger Brunnen am MineralBad Cannstatt, wurden am 15. Oktober 2001 - im Internationalen Jahr der Chemie - im Rahmen des Workshops "Wasseranalytik vor Ort mit einem Analysenkoffer" des Instituts Dr. Flad unter Leitung von Prof. Georg Schwedt aus Bonn die wichtigsten Inhaltsstoffe bestimmt.

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Das Wasser des Jakobsbrunnens (in der Nähe des Wilhelmsplatzes) ist ein Calcium-Magnesium-Sulfat-Hydrogencarbonat-Mineralwasser, wenn er vom Kellerbrunnen gespeist wird, was vor der Durchführung der Analysen nicht sicher bekannt war. Das Wasser des Lautenschlägerbrunnens (gespeist aus dem Wilhelmsbrunnen II) ist ein Natrium-Calcium-Chlorid-Sulfat-Hydrogencarbonat-Mineralsäuerling. Sie unterscheiden sich somit in ihrer Mineralstoff-Zusammensetzung und im Gehalt an freiem Kohlenstoffdioxid ganz wesentlich.

Die Analysen wurden von den Teilnehmern des Workshops direkt an den Brunnen durchgeführt. Zuvor hatten sie sich im Institut Dr. Flad mit der Durchführung der Analysenverfahren vertraut gemacht und in einem Vortrag von Prof. Schwedt eine Einführung sowohl in die Geschichte der Cannstatter Brunnen als auch in die Prinzipien der Bestimmungsverfahren erhalten.

Die Analysenverfahren entsprechen im Wesentlichen DIN-Verfahren, werden jedoch nicht mit Laborgeräten sondern mit Hilfe von Farbtafeln (kolorimetrisch) bzw. Tropfflaschen (entsprechen einer Titration im Labor) durchgeführt. Bestimmt wurden pH-Wert, Gesamt- und Carbonathärte, Calcium-, Eisen-, Chlorid-, Sulfat- und Nitratgehalte.

Die Analysenergebnisse in jeweils einer Gruppe von Teilnehmern lagen nach etwa 30 Minuten vor. Während der Durchführung der Analysen wurden die Teilnehmer des Workshops mehrmals von neugierigen Besuchern des Brunnens, die sich auch Wasser abfüllten, auf die Ergebnisse und Bewertung der Analysen angesprochen. Die Frage nach der "Speisung" des Jakobsbrunnens konnte mit "dem Wasser des neuen Kellerbrunnens sehr ähnlich" beantwortet werden. Mit den Materialien des Analysenkoffers (Fa. Macherey-Nagel, Düren) konnte somit eine schnelle (und kostengünstige) orientierende sogenannte Feldanalytik durchgeführt werden. Wasserinhaltsstoffe, die sich durch den Transport (bereits durch das Abfüllen) sowie durch eine längere Lagerung vor einer Analyse verändern können (hier vor allem Eisen- und Nitrat-Konzentrationen), lassen sich mit Hilfe des Wasser-Analysenkoffers zuverlässig direkt am Brunnen bestimmen.

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