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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Musik im Gespräch

Konzertreihe mit Roland Heuer

"Lieder ohne Worte ..."
Erinnerungen an eine Tradition

Freitag, 30. März 2012
Theaterkeller im Institut Dr. Flad

Roland Heuer, Violine
Ikuko Nishida-Heuer, Violine
Joachim Hess, Violoncello
Stefan Koch-Roos, Gitarre

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Lieder ohne Worte ...
Die Asperger Kammersolisten machten die Geschichte einer beliebten Gattung hörbar

Lieder ohne Worte - dieser auf Felix Mendelssohn zurückgehende Begriff beschreibt eine Gattung, die nicht nur ob ihrer Bezeichnung zunächst paradox erscheint, bei genauerem Hinhören jedoch für jeden Musikliebhaber kostbare Offenbarungen bereithält. Das Spektrum reicht dabei von der Instrumentalisierung von Volksliedern über bearbeitete Choralsätze bis hin zu Nachkomposition von Kunstliedern. Allen gemein ist der Anspruch, einerseits die Singstimme zu übersetzen, andererseits das in der Gattung des Liedes ursprünglich maßgebliche Verhältnis von Sprache und Musik mit rein tonsprachlichen Mitteln auszudrücken.

Als multilinguale Dolmetscher erwiesen sich die Asperger Kammersolisten, Roland Heuer und Ikuko Nishida Heuer (Violine), Stefan Koch-Roos (Gitarre) und Joachim Hess (Violoncello), die in einem bunten Reigen Kompositionen aus aller Welt mit ausgesuchter Könnerschaft zu Gehör brachten.

Am Anfang standen drei Lieder von John Dowland, die in ihrer kontrapunktischen Schlichtheit die Melancholie der englischen Hochrenaissance besonders anrührend zum Klingen brachten. Bei Franz Schubert stehen sich zarter Liebreiz, etwa im "Heideröslein" und im "Wiegenlied" sowie packend ausgefeilte Dramatik en miniature, wie sie in der "Forelle" anzutreffen ist, gegenüber und zeugen von der Meisterschaft des Komponisten wie der Interpreten, ohne Worte viel zu sagen.

Aus dem Kaleidoskop mannigfaltiger Klangfarbenpracht stachen die drei japanischen Kinderlieder, welche in einer originellen Bearbeitung für zwei Violinen von Xaver Paul Thoma zur Uraufführung kamen, heraus, da die für westliche Ohren schon exotische Pentatonik noch atonal angereichert worden war.

Wie beruhigend und lyrisch nahmen sich da die beiden Stücke aus den "Siete canciones populares espaniolas" von Manuel de Falla aus, von zarter Reinheit des Satzes, jedoch mit expressionistischer Würze.

Ein prächtiges Feuerwerk ließen die Musiker mit den argentinischen, russischen und jüdischen Liedern aus der Feder Astor Piazzollas aufsteigen: mit Verve und Esprit rissen die so typischen Rhythmen mit und steigerten den Eindruck überschäumender Lebensfreude fast bis zur Ekstase.

Überbordend fielen dann auch die Beifallsbekundungen des derart bezauberten Publikums aus, sodass mit dem Rossini zugeschriebenen Katzen-Duett eine musikalisch-pantomimische Harlekinade diesen außergewöhnlichen Abend - ganz ohne Worte - in heiterem Tonfall ausklingen ließ.

Martin R. Handschuh

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Konzert am 30. März 2012

Konzertreihe "Musik im Gespräch" im Theaterkeller des Instituts