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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Musik im Gespräch

Konzertreihe mit Roland Heuer

"Vom Menuett zum Walzer"
Tanzmusik in der Klassik

Freitag, 16. Mai 2014
Theaterkeller im Institut Dr. Flad

Asperger Kammersolisten
Roland Heuer, Violine
Ikuko Nishida-Heuer, Violine
Axel Breuch, Viola
Joachim Hess, Violoncello
Stefan Koch-Roos, Kontrabass

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Von gravitätischem Schreiten zu schwungvoller Walzerseligkeit
Allerhand Kurzweil mit den Asperger Kammersolisten im Theaterkeller

Anlässlich des 75. Abends im Theaterkeller überraschte das Institut Dr. Flad mit einem besonderen Programm: nicht etwa mit dem gleißenden Pomp von Akademischer Fest-Ouvertüre und Huldigungsmarsch sollte dieses stolze Jubiläum begangen werden, sondern auf dezente Art, mit matt schimmernden Perlen der Tanzmusik aus vier Jahrhunderten, in welchen sich die vornehm-zurückhaltende Gesinnung der Gastgeber und der Musikanten spiegeln konnte.

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Jene Kostbarkeiten trefflich anzuordnen und meisterhaft auf einer Schnur aufzureihen gelang Roland Heuer, dessen prägnante Erläuterungen gemeinhin weniger bekannte Aspekte in der Geschichte der Tanzmusik vom Menuett bis zum Walzer unter die Lupe nahmen. Diese changiert von der reinen Gebrauchsmusik für Vergnügungen in höfischen oder bürgerlichen Kreisen bishin zu Kompositionen, die, ohne Zweckbestimmung an und für sich einen hohen künstlerischen Anspruch reklamieren, wie etwa Konzertstücke oder Bühnenmusiken.

In puncto musikalischer Qualität kam in Ansehung des geschulten wie erlesenen Publikums nur die erste Garde in Betracht: Lully, Mozart, Haydn, Schubert, Beethoven, Lanner, Strauß, Brahms, Dvorák, Cajkovskij, Kreisler und Hindemith. Nicht jeden dieser großen Namen wird man sofort mit Tanzmusik in Verbindung bringen, aber die Beschäftigung mit diesem leider auch im Wissenschaftsbetrieb noch nicht gehörig anerkannten Genre stellt sich als überaus lohnenswert - und zudem höchst vergnüglich - dar.

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Dies unter Beweis zu stellen, waren die Asperger Kammersolisten angetreten. Roland Heuer, Ikuko Nishida-Heuer (Violine), Axel Breuch (Viola), Joachim Hess (Violoncello) und Stefan Koch-Roos (Kontrabass) musizierten in wechselnder Besetzung zwei Dutzend Piècen in bemerkenswerter Weise und stellten die Eigenheiten einer jeden Komposition gekonnt heraus. Aus der Gesamtheit der mit Raffinesse dargebotenen Werke verdienen einige eine gesonderte Würdigung.

Dies betrifft zunächst drei deutsche Tänze von Franz Schubert, die, 1813 entstanden, so viel Feinheit und gefühlvolle Ausgewogenheit in sich tragen, dass sie die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer erfordern, was den Rückschluss zulässt, dass die Stücke gerade nicht für die gesellige Unterhaltung geschrieben worden sind.

Genaues Hinhören empfahl sich auch bei dem Walzer "Frühlingsstimmen" op. 410 von Johann Strauß (Sohn), welchen die Asperger Kammersolisten mit großer Hingabe und schwungvoller Präzision interpretierten.

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Hochdramatisch angelegt ist der Schwanensee-Walzer aus Cajkovskijs gleichnamigem Ballett, die Musizierenden kosteten in gemächlichem Tempo genüsslich die wechselnden Stimmungen aus, in Abwesenheit der Choreographie entstand so ein naturalistisches Poem von eindrücklicher Tiefe.

Von seiner humorvollen Seite wurde Paul Hindemith vorgestellt, aus seiner 1923 anlässlich der Donaueschinger Musiktage entstandenen Suite "Minimax.Repertorium für Militärorchester" erklang der Konzertwalzer "Löwenzähnchen an Baches Rand". Mit Geist und Witz huldigten die Kammersolisten den teilweise gut verstecken musikalischen Späßen, die sogar vor der klingenden Ikone der Walzer-Monarchie keinen Halt machen. So konnte man erleben, wie Versatzstücke Wiener Provenienz quasi in einer Nussschale auf den Wellen der schönen blauen Donau bis zur Quelle stromaufwärts gespült wurden.

Die Begeisterung für diesen sorgsam gewählten Abschluss drückte sich in dem herzlichen Beifall des Publikums aus, das wieder einmal glänzend unterhalten wurde.

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Mit einer Träne und einem schönen Zweig Rosmarin (von Fritz Kreisler) im Knopfloch bedankten sich die Musiker auf typisch wienerische, bittersüße Art.

Martin R. Handschuh

 

Konzert am 16. Mai 2014

Konzertreihe "Musik im Gespräch" im Theaterkeller des Instituts