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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Exkursion in den Botanischen Garten

mit Franz Xaver Fraschio, für PTA 17

17. Juli 2014

Botanischer Garten Hohenheim - Arzneipflanzen und andere interessante Gewächse

größer Am 30. Juni 2014 hielt Herr Franz Xaver Fraschio einen sehr spannenden und interessanten Vortrag über die Pflanzen des Botanischen Gartens, über ihre Wirkungen und Besonderheiten.

Zuerst erfuhren wir ein paar Fakten über den Botanischen Garten in Hohenheim. Er wurde im Auftrag des Herzogs Carl Eugen von 1772 bis 1793 beim Schloss Hohenheim angelegt. Nachdem das Schloss vorerst die Residenz des Herzogs und seiner Frau Franziska von Hohenheim war, eröffnete König Wilhelm I. von Württemberg eine landwirtschaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt, welche heute mit dem Schloss die Universität bildet.

Seinen eigentlichen Vortrag beginnt Herr Fraschio mit einer berühmten Rose, der Damaszener Rose 'Trigintipetala'. Man gewinnt Rosenöl aus ihren frischen Rosenblättern und dieses findet Anwendung in der Aromatherapie und Kosmetik. Sie ist allerdings zu unterscheiden von der Apothekerrose.

Als 'Lebendes Fossil' gilt der ca. 150-200 Millionen Jahre alte Ginkgobaum. Er ist nicht nur ein Tempelbaum in Japan und China, sondern seine Blätter werden auch in der Pharmazie eingesetzt. Auf Grund seiner synergistischen Wirkung ist er vor allem bei Gedächtnisschwäche oder Tinnitus wirksam. Was sehr interessant war, es werden vorwiegend nur männliche Bäume angebaut, denn die weiblichen Bäume tragen Früchte. Liegen diese dann länger auf dem Boden fangen sie an unangenehm zu riechen.

Der Vortrag ging weiter mit dem Riesen-Bärenklau oder auch Herkulesstaude genannt. Herr Fraschio erzählte eine Geschichte von einem Mann, der während des Sommers in seinem Garten, nur im kurzen T-Shirt bekleidet, die Dolden zurückgeschnitten hatte und darauf hin ins Krankenhaus musste. Denn die Pflanze, die bis zu 5 Meter hoch werden kann, enthält reichlich Furocumarine, die dann im Körper eine starke phototoxische Wirkung haben, das heißt man sollte vorerst nicht in die Sonne.

Ebenfalls im Botanischen Garten zu finden ist eine bekannte Blume, die vor allem bei leichten Schlafstörungen eingesetzt wird, die Passionsblume. Jedoch ist auf Grund des Klimas bei uns nur eine verwandte Art zu bestaunen.

Die Sennespflanze und die Faulbaumrinde sollte man nur kurzfristig anwenden, denn beide wirken als Abführmittel. Die Rinde des Faulbaumes muss vor dessen Verwendung mindestens 1 Jahr gelagert werden, bevor sie nicht mehr giftig ist.

Aus der Weide gewinnt man die bekannte Salicylsäure. Davon abgeleitet die besser verträgliche Acetylsalicylsäure, die erstmals von der Firma Bayer entwickelt wurde.

Der Efeu, eine Kletterpflanze mit Haftwurzeln, hat zwei Blattformen die man unterscheiden kann. Das Blatt in der Jungphase ist gelappt und wächst unten an der Pflanze, sie werden in der Pharmazie verwendet. Die Blätter der Altersphase sind ganzrandig und wachsen überwiegend am oberen Teil der Pflanze. Ein Inhaltsstoff der Pflanze sind Saponine, die giftig wirken sobald sie in die Blutbahn gelangen. Außerdem schäumen sie, wenn sie mit Wasser zusammen kommen, deshalb können sie als Waschsubstanz verwendet werden. Zudem blüht der Efeu wie die Hamamelis, auch die Zaubernuss genannt, im Herbst.

Die Mistel wird meist zur Nachbehandlung einer Krebstherapie eingesetzt. Herr Fraschio erzählte, dass es Ärzte gibt, die bei verschiedenen Krebsarten verschiedene Mistelarten einsetzen.

Von der Eibe sind an sich alle Teile giftig, außer der rote Fruchtmantel. Früher wurde sie fast ausgerottet, denn ihr Holz eignete sich gut für Bögen.

Der Weißdorn hat seinen Namen von seiner weißen Rinde. Auf Grund seiner großen therapeutischen Breite ist es nicht schlimm, wenn man mal zu viel einnimmt.

Im Gegensatz dazu, hat der Fingerhut eine sehr geringe therapeutische Breite und ist somit sehr giftig und nicht für die Selbstmedikation geeignet.

Von der Linde gibt es verschiedene Arten. Herr Fraschio erklärte den Unterschied. Die Sommer- und die Winterlinde dürfen beide in der Pharmazie eingesetzt werden und sind auf der Blattober- und Unterseite grün. Die Silberlinde jedoch darf nicht benutzt werden, ihre Blattunterseite ist grau-weiß.

Die Arzneipflanze des Jahres 2001 war Arnika. Die Pflanze steht unter Naturschutz. Heute kann sie angebaut werden, um ebenfalls den Wildbestand weiter zu schützen.

Schierling zählt zu den stärksten Giftpflanzen, kennt man sich nicht richtig aus, sind Verwechslungen möglich.

Auch wird der Knollenblätterpilz häufig mit dem Champignon verwechselt, doch ist es eigentlich ganz einfach sie zu unterscheiden. Herr Fraschio meinte, man soll den Pilz einfach umdrehen, bleiben die Lamellen weiß ist es der giftige Knollenblätterpilz. Beim Champignon sind die Lamellen jedoch rosa oder braun. Hat man jedoch doch den falschen Pilz erwischt, kann man innerhalb von sechs Stunden Mariendistelextrakte spritzen und somit gerettet werden.

Die Pfefferminze wurde erst vor ca. 300 Jahren entdeckt und man findet sie nicht als Wildpflanze, da sie eine Kreuzung ist. Ihr Inhaltsstoff ist Menthol, wovon die Japanische Minze sehr viel enthält.

Für diesen kleinen Einblick in das große Reich der Pflanzen, welcher sehr interessant war, möchten wir uns herzlich bei Herrn Franz Xaver Fraschio bedanken und wir freuen uns sehr auf die kommende Führung durch den Botanischen Garten.

Laura Kegler, PTA 17

 

Exkursion in den botanischen Garten Hohenheim mit Herrn Fraschio

größer Bevor wir unsere Exkursion in den botanischen Garten Hohenheim starteten, bekamen wir von Herrn Fraschio noch ausführliche Informationen zu den Pflanzen, die wir dort bestaunen konnten.

Am Donnerstag den 17. Juli 2014 trafen wir uns pünktlich um 8:55 Uhr vor dem Tor des botanischen Gartens.

Der Schlosspark geht aus dem ehemaligen botanischen Garten hervor und umgibt heute das Schloss Hohenheim südlich in einem Halbkreis. Herzog Carl Eugen und Franziska von Hohenheim gelten als Gründer der Anlage, welche eine solch große Vielfalt an Nutz-, Arznei- und Zierpflanzen bietet, die sich ohne mehrere Besuche im Jahr zu verschiedenen Jahreszeiten nicht erfassen lässt, da der botanische Garten die Vegetationsgeschichtliche Abteilung, die Geschichte der Nutzpflanzen, zwei Arzneipflanzengärten, das Phylogenetische System, sowie Gewächshäuser mit tropischen und subtropischen Sammlungen beherbergt.

größer Eigentlich hätten wir als erstes die Damaszenerrose bestaunen sollen. Diese war zum Zeitpunkt der Exkursion aber leider bereits verblüht. Deshalb starteten wir sogleich im exotischen Garten mit dem Ginkgo Baum, dessen Extrakt der Blätter bei Hirnleistungsstörungen verwendet wird. Der Ginkgo wird in Deutschland meist nur in der männlichen Variante gepflanzt, denn vom weiblichen Baum gehen von den am Boden liegenden Früchten bald unangenehme Gerüche aus. Wir gingen weiter zu einem kleinen Gartenhäuschen bei dem wir eine Verwandte der Senna Pflanze, ein bekanntes Abführmittel, und der Passionsblume, ein bekanntes Sedativum, fanden. Die Originale mögen leider unser doch eher kaltes Klima nicht. Die Passionsblüten konnten wir leider nicht offen sehen, da sie erst später aufgingen.

Auf dem Weg entdeckten wir dann einen besonders aussehenden Baum, die Seidenakazie, auch Schlafbaum genannt. Er hatte sehr beeindruckende, filigrane, fiedrige Blätter und Blüten, die an leuchtend rosa Wattebällchen erinnerten.

größer Des Weiteren sahen wir den Mönchspfeffer, den roten Sonnenhut und liefen unter einer gigantischen Weide durch, deren Rinde Salicin enthält, welches im Körper dann zur Salicylsäure metabolisiert wird. Dies ist Ausgangsstoff der bekannten Acetylsalicylsäure im Aspirin.

In der Nähe der angelegten Seeanlagen traf man auf wahre Riesen der Pflanzenwelt: Küstenmammutbäume, auch Küsten-Sequoie, deren größte Exemplare in Nordamerika rekordverdächtige 90-100m aufweisen. Ebenfalls imposant: das aus Südamerika stammende Mammutblatt, das dort scherzhaft wegen seiner Größe "Sonnenschirm der Armen" genannt wird. Mit Blättern bis zu 2m Breite und 3m Höhe könnte es jedoch dafür schon fast zu groß sein. Unser Herbarium könnten wir damit leider auch nicht schmücken.

An einer großen Silberweide wuchs sehr viel Efeu hinauf und ganz oben machten sich auch noch Misteln breit. Das war sozusagen eine 3 in 1 Arzneipflanze: Die Weide, die wie bereits erwähnt, das Salicin enthält, der Efeu, der gegen Husten wirkt und die Mistel, die bei Krebs eingesetzt wird.

Die Misteln gab es auch fürs Herbarium zum ‚Mitnehmen, da zufällig ein paar freundliche Gärtner Äste absägten, an denen Misteln hingen und uns erlaubten uns zu bedienen. Hatten wir ein Glück!

Gegenüber auf der anderen Seite des Weges machten wir halt an einem Tulpenbaum und der Hamamelis-Pflanze (Zaubernuss).

Außerdem sahen wir auch sehr "giftige" Pflanzen, wie z.B. den gefleckten Schierling. "Giftig" ist deswegen relativ, da allein die Dosis eines bestimmten Stoffes für seine Giftwirkung verantwortlich ist (Paracelsus).

größer Wir kamen noch vorbei an der Apothekerrose, der Kapuzinerkresse, dem Eukalyptus, dem Schachtelhalm und vielen mehr, als wir endlich den heiß ersehnten Arzneipflanzengarten erreichten.

Dort sahen wir all die bekannten Pflanzen wie den Faulbaum, Fenchel, Rhabarber, Liebstöckel, Lavendel, Lungenkraut und viele mehr. Auch eine Eibe gab es dort. Obwohl die Eibe sehr giftig ist, wird sie in der Krebstherapie eingesetzt.

Zum Schluss schauten wir uns noch den Hildegard Garten an. Hildegard von Bingen war eine berühmte Benediktinerin, die von 1098 bis 1179 lebte. Sie hatte für die damalige Zeit ein sehr großes Wissen über Krankheiten und Heilpflanzen und legte ihren eigenen Heilpflanzengarten an, der im botanischen Garten Hohenheim mit denselben Pflanzen angelegt wurde. Dort sahen wir noch Wacholder, Beifuß, Schafgarbe, Hopfen, Rossminze, Salbei, gelber Enzian und so weiter.

Alle bereits im Vortag erwähnten Pflanzen wurden bei dem Rundgang nochmals genau erklärt und darüber hinaus auch noch einige andere.

Die Hitze an dem Tag machte uns allen ziemlich zu schaffen und wir traten, wieder ein Stück klüger, unseren Rückweg an.

Wir bedankten uns ganz herzlich bei Herrn Fraschio für die lehrreichen Stunden im botanischen Garten Hohenheim, vor allem weil dies mit einer relativ großen Gruppe auf den teilweise engen Pfaden nicht immer ganz einfach war, und machten uns auf den Weg zurück in die Schule.

Carina Jovev und Cathrina Schwarz, PTA 17

 

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