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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Zu viel Licht - Lichtverschmutzung

"Earth Hour" am 28. März 2015

zurück zur Übersicht 'Internationales Jahr des Lichts 2015' Lichtverschmutzung, auch als Lichtsmog bezeichnet, ist eines der Themen in dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahr des Lichts 2015. Unter Lichtverschmutzung versteht man die Aufhellung des Nachthimmels durch (meist) künstliche Lichtquellen. Ursache ist eine große Menge nach oben abgestrahlten oder reflektierten Lichts, die dann an Schichten der Atmosphäre abermals reflektiert und im weiten Umkreis gestreut wird. Dadurch entstehen die bekannten Lichtglocken über Städten. Eine Studie deutscher Forschungsinstitute zeigt, dass der Nachthimmel an einigen Orten mittlerweile Hunderte Male heller strahlt als vor der Einführung des künstlichen Lichts. Hauptverursacher von Lichtverschmutzung sind Großstädte und Industrieanlagen, die nachts durch Straßenbeleuchtung, Leuchtreklamen, Flutlichtanlagen oder Industriebeleuchtung stark erhellt werden. Aber auch das Fernlicht an Kraftfahrzeugen trägt beispielsweise zur Lichtverschmutzung bei.

Lichtverschmutzung gilt als eine Form der Umweltverschmutzung, da sie sich - genau wie verschmutzte Gewässer, Böden oder Lufträume - störend auf Flora und Fauna auswirkt. So werden zum Beispiel Pflanzen durch eine künstlich aufgehellte Umgebung in ihrem Wachstumszyklus beeinflusst. Auch die Orientierung und Navigation von Zugvögeln oder nachtaktiven Insekten wird beeinträchtigt. Viele der Auswirkungen des nächtlichen Kunstlichts auf lebende Organismen sind aber noch gar nicht umfassend und abschließend erforscht. Das gilt auch für den menschlichen Organismus. Bereits nachgewiesen bzw. Gegenstand aktueller Forschung sind aber beispielsweise Störungen im Hormonhaushalt des Menschen (Tag-Nacht-Zyklus). Die Verschiebung des Tag-Nacht-Rhythmus bei vielen Menschen durch die ständige Verfügbarkeit von Licht wird aber auch vor dem Hintergrund sozialer und kultureller Folgen diskutiert. Und nicht zuletzt sollte auch die Frage nach dem unnötigen Energieverbrauch durch überflüssige Lichtquellen und Gebäudebeleuchtung gestellt werden.

Das Bewusstsein, dass zu viel (Nacht-)Licht ein Problem darstellt, ist in den letzten Jahren weltweit gewachsen. Ergebnisse sind, neben zahlreichen Einzelaktionen, internationale Programme gegen die Lichtverschmutzung, erste Lichtschutz-Gesetze sowie die Ausweisung von Lichtschutzgebieten. Bereits 2007 entwickelte die UNESCO gemeinsam mit weiteren internationalen Organisationen ein umfassendes Programm zur Vermeidung von Lichtverschmutzung, welches vor allem auf technische Maßnahmen abzielt. Dazu zählen unter anderem die Begrenzung von Beleuchtungszeiten der Außenbeleuchtungen, die Reduzierung unnötiger sowie eine zielgerichtetere Beleuchtung, die Abschirmung von Lichtquellen gegen eine Abstrahlung nach oben oder zu den Seiten und der völlige Verzicht auf nur nach oben strahlende Leuchtkörper. Insbesondere auf einigen regionalen Ebenen werden vielfältige Anstrengungen unternommen, um die Lichtverschmutzung einzudämmen. In Deutschland gilt Augsburg als "Modellstadt für umweltfreundliche Beleuchtung". So wurden dort die alten Straßenlampen durch energiesparende LED-Technik ersetzt. Dazu kommt ein intelligentes Lichtmanagement, das auf Bewegungssensoren und stufenweiser Dimmung der Beleuchtung aufbaut.

Von solchen positiven Beispielen können nicht nur andere Städte sondern auch jeder Einzelne lernen und mal einen Blick auf die Beleuchtung des eigenen Hauses oder Vorgartens werfen. Ein Zeichen gegen die Lichtverschmutzung kann man außerdem am 28. März 2015 zwischen 20:30 Uhr und 21:30 Uhr mit der Beteiligung an der "Earth Hour" setzen, bei der zum neunten Mal Millionen von Menschen weltweit für eine Stunde ihr Licht ausschalten.