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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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35 Jahre 'Computer im Chemieunterricht'

Ein Rückblick mit Ausblick

Dr. Franz A. M. Kappenberg
Arbeitskreis Kappenberg

Montag, 28. September 2015, 14.00 Uhr
Vortrag am Institut Dr. Flad

Mit interaktivem Unterricht die Arbeitsleistung steigern

Dr. Franz Kappenberg, der Vater des Computers im Chemieunterricht, zeigte in seinem Vortrag, was man gestern und heute mit Computern im Chemieunterricht alles leisten kann.

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"Was der Römpp für die Chemie ist, das ist der Kappenberg für die EDV im Chemieunterricht." In seiner Einleitung umriss Wolfgang Flad den hohen Stellenwert des Referenten mit wenigen, aber treffenden Worten. Die Leistung von Dr. Franz Kappenberg besteht unumstritten darin, den Computer in Deutschland in den Chemieunterricht eingeführt zu haben. Das Institut Dr. Flad war daran nicht ganz unbeteiligt. Wolfgang Flad stand vor 35 Jahren vor der Frage, was man mit der neuen Computertechnik im Chemieunterricht anfangen kann. Als der erste bezahlbare Personal Computer herauskam, setzte sich das Institut mit EDV-Fachleuten in Verbindung, deren Antwort lapidar ausfiel: "Im Prinzip alles." Das war natürlich zu wenig aussagekräftig.

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Aber das Institut ließ sich davon nicht entmutigen, so wurde ein eigener Arbeitskreis ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Einsatzmöglichkeiten zu sondieren und selbst herauszufinden. "Alles wäre nicht passiert ohne die Idee von Wolfgang Flad", sagte Richard Nagel, der Franz Kappenberg beim Vortrag assistierte. "Das Institut Dr. Flad war uns Chemielehrern 1979 bereits ein Begriff, denn es stand uns immer schon mit Rat und Tat zur Seite. Als ich zum ersten Mal das Institut und sein Labor betrat, habe ich mich gewundert, ob da überhaupt gearbeitet wird, so sauber war es dort." Richard Nagel zitierte dabei aus dem damaligen Anschreiben von Wolfgang Flad den für ihn entscheidenden Satz: "Bitte helfen Sie mit, damit nicht eines Tages der Computer in der Schule steht und wir nicht wissen, was wir damit anfangen sollen."

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Was dann folgte, war nichts anderes als eine PC-basierte Erfolgsgeschichte, die insbesondere auf das "Computergenie" von Dr. Franz Kappenberg zurückging. Er war der entscheidende "Software-Baustein" für den Arbeitskreis am Institut. Er leitete dann später den Arbeitskreis Computer im Chemieunterricht bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und anschließend bis heute seinen eigenen (Arbeitskreis Kappenberg). 1983 entstand der erste Softwarekatalog für Chemie im Unterricht. 1984 folgte ein großer Auftritt bei der Chemieolympiade in Frankfurt "und alle sind am Infostand von Franz Kappenberg Schlange gestanden", erinnerte sich Wolfgang Flad. Dr. Franz Kappenberg hat die Software entwickelt, die Hardware und Software getestet und Einsatzmöglichkeiten für den PC in der Schule beschrieben, dabei bis heute viele tausend Kollegen geschult. Kurzum: Er hat hier mit Wolfgang Flad und allen Arbeitskreiskollegen eine Pionierleistung vollbracht und sich um den Einsatz des Computers im Chemieunterricht bedeutende Verdienste erworben.

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In seinem Vortrag ging Dr. Franz Kappenberg natürlich auch auf den Commodore C64 ein, der mit seinem aus nur 64 KB bestehenden Arbeitsspeicher heftelange Programme der Programmiersprache BASIC verarbeitete. Wolfgang Flad hat diese Programme an jeden verschickt, der ernsthaft versicherte, sie gut einsetzen zu können - und das kostenlos.

Schnell aber wandte sich Franz Kappenberg dann der Gegenwart zu und zeigte, was man heute mit Computern im Chemieunterricht machen kann. Vom Prinzip her hat sich gegenüber damals nichts geändert. Mit Hilfe von Computerprogrammen können damals wie heute komplexe Vorgänge anschaulich gemacht werden. Sie nehmen Lehrern und Schülern komplizierte Auswertungen wie Kurvenanpassungen und Ableitungen ab. Doch im Vergleich zu damals gibt es eine Steigerung: Früher gab es nur PC-gestützte Experimente und -Auswertungen. Heute kann man ein Live-Experiment mit dem von ihm benannten "Teacher’s Helper" durchführen: Ein Schülerexperiment mit Vorbereitung, automatisierter Durchführung und perfekt dokumentierter Auswertung und Nachbereitung der Leistung aller Teilnehmer.

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Eine weitere Neuerung: Die Teilnehmer konnten sich mit dem eigenen Smart Phone oder Tablet in das Experiment einloggen und daran teilnehmen. Schüler können also künftig wieder ihre Handys mit in den Unterricht bringen, ohne dafür bestraft zu werden - "Bring Your Own Device" ist die Devise. Via W-LAN kann sich jeder Schüler in die eingesetzten Apps ganz einfach einloggen und neue Möglichkeiten nutzen. Man kann zum Beispiel mit der Kamera Bilder schicken, diese können von den Schülern bearbeitet und zurückgeschickt werden. Das ist der neue interaktive Chemieunterricht!

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Höhepunkt des Vortrags war das neue "Mitmach-Demonstrations-Experiment": Durchgeführt wurde live eine Säure-Base-Titration, bei der aber jeder Zuhörer mit seinem Notebook, Tablet oder Smartphone ganz individuell die Messwerterfassung per W-LAN selber konfigurieren, kalibrieren, starten, stoppen und auf unterschiedliche Weise auswerten kann. So etwas hat es früher dann doch nicht gegeben.

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Zum "Ausklinge(l)n" initiierte Franz Kappenberg noch ein Ratespiel mit Mehrspieler-Funktion und akustischen Rückmeldungen. Gestellt wurden Fragen zum Thema "Sicherheit im Labor". Es schwirrten deutlich vernehmbare Töne im Saal hin und her, zum Zeichen, dass es bei den Teilnehmern richtig "geklingelt" hat.

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Im Schlusswort lobte Wolfgang Flad Dr. Franz Kappenberg für seine Kreativität und den Computer als Arbeitsgerät. Er sei aber wohlgemerkt ein Hilfsmittel aus Bequemlichkeit und nicht aus Dämlichkeit. Nur wer seinen Computer heute mit Verstand bedienen kann, kann die Früchte aus 35 Jahren Computer im Chemieunterricht ernten.

Unter www.kappenberg.com gibt es alle Programme kostenlos zum Herunterladen. Dort sind die Apps und auch der Teacher’s Helper hinterlegt.

Christian Born

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Impressionen vom Workshop mit Dr. Franz A. M. Kappenberg Lesen Sie dazu auch:
Impressionen vom Workshop "Messwerterfassung mit neuartigen Geräten für Demonstration und Praktikum" mit Dr. Franz A. M. Kappenberg
 
17. Stuttgarter Chemietage vom 28. September - 2. Oktober 2015
35 Jahre 'Computer im Chemieunterricht'.

Mit Hilfe von Computerprogrammen komplexe Vorgänge anschaulich machen und sowohl Lehrern als auch Schülern komplizierte Auswertungen wie Kuvenanpassungen und Ableitungen abnehmen, das war und ist das Anliegen des Arbeitskreises "Computer im Chemieunterricht". In dem Übersichtsvortrag wird die Pionierleistung des Instituts Dr. Flad bei der Einführung des Computers in den Chemieunterricht gewürdigt und außerdem die rasante Entwicklung von Hard- und Software dargestellt.

Wo anfangs noch ein "Commodore 32" arbeitete, erobern inzwischen Tablets oder sogar Smartphones die Chemieräume. Höhepunkt des Vortrags ist ein neuartiges "Mitmach-Demonstrations-Experiment": Es wird eine Säure-Base-Titration durchgeführt, bei der jeder Zuhörer mit seinem Notebook, Tablet oder Smartphone ganz individuell die Messung per W-LAN selber konfiguriert, kalibriert, startet und stoppt und auf unterschiedliche Weise auswertet.

Bring Your Own Device: BYOD (Eigenes Tablet etc. mitbringen!).

 
Dr. Franz A. M. Kappenberg

Dr. Franz A. M. Kappenberg

Lehrer am Gymnasium Wolbeck und Leiter des Arbeitskreises Kappenberg - Computer im Chemieunterricht. Manfred und Wolfgang Flad-Preis (GDCh). Kapitän auf großer Vortragsfahrt (MNU-BHV). Friedrich-Wöhler-Preis (MNU). Friedrich-Stromeyer- Preis (GDCh).

 

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