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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Exkursion in den Botanischen Garten in Hohenheim/Stuttgart

am 1. Juni 2016

Exkursion in den Botanischen Garten Hohenheim am 1. Juni 2016

größer Am 1. Juni 2016 trafen wir uns mit unserer Lehrerin Frau Kuhl am Eingang des Botanischen Gartens zur Führung von Herrn Fraschio zum Thema "Arzneipflanzen und andere interessante Gewächse". Der Botanische Garten hat eine lange Geschichte. Der württembergische Herzog Carl Eugen übergab 1772 seiner späteren Frau Franziska das Schlossgut Hohenheim. Ein paar Jahre später legten beide dort einen Garten nach englischem Vorbild an. Zahlreiche ausländische Gehölze wurden gepflanzt, es entstand der sogenannte Exotische Garten, der später der Ausbildung diente. Nach längerer Zeit wurde die Anlage zum Botanischen Garten erweitert, dessen zahlreiche Pflanzen natürliches Anschauungsmaterial für den Unterricht waren.

Heute ist der Garten eine Fundgrube für die Pflanzenheilkunde.

Für uns als PTA sind die folgenden Teile des Geländes wichtig:

  1. Der Exotische Garten mit ausländischen heilkräftigen Pflanzen, viele im Topf kultiviert und nur bei warmem Wetter im Freien.

  2. Das große Gelände der systematischen Abteilung, wo in einem Teil davon auch Arzneipflanzen und Giftpflanzen zu finden sind.

  3. Der eigentliche Arzneipflanzengarten

  4. Der Hildegard-Garten, benannt nach Hildegard von Bingen (*1098), mit ihren aus dem 12. Jahrhundert überlieferten, teils heute noch aktuellen Heilkräutern. Von der Verwendung mancher Pflanzen, die damals als heilkräftig galten, muss heute jedoch dringend abgeraten werden.

größer Beim Treffpunkt an der Garbenstraße befindet sich eine Reihe von Linden. Bei uns heimisch sind Sommerlinden und Winterlinden. Lindenblüten werden bei Erkältungskrankheiten verwendet. Die nicht heimischen Silberlinden werden gerne als Ziergehölze gepflanzt. Blüten von Silberlinden im Tee gelten jedoch als Verfälschung mit einem unangenehmen Geschmack.

Sehenswert ist der Mammutbaum (Gattung Sequoiadendron) nahe am Eingang, in der Heimat Kalifornien bis über 80 m hoch, bei uns aber kleiner.
Als höchster Baum der Welt, bis 110 m hoch, gilt der Küstenmammutbaum (Gattung Sequoia), mit einem kleinen Exemplar auch im Garten vorhanden.

Die Ginkgobäume waren sehr interessant zu beobachten. Der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Bäumen in Form verschiedener Blüten wurde uns von Herrn Fraschio erklärt. Das erste Fertigarzneimittel aus Ginkgoblättern entstand unter dem Namen Tebonin(R).

Ein sehr giftiger Baum ist die Eibe. Essbar ist nur der rote Fruchtmantel ohne den giftigen Samen. Ein Fertigarzneimittel ist z.B. Taxol(R), ein Krebsmittel, das die Zellteilung bei besonderen Krebsarten verhindert.

Ein sehr schöner Baum war der Tulpenbaum aus der Familie der Magnoliengewächse. Aufgrund der attraktiven tulpenähnlichen Blüten wird der Baum aus Nordamerika bei uns gerne als Park- und Zierbaum angepflanzt.

größer Die blau blühende Passionsblume war unsere nächste Beobachtung. Wegen ihrer wunderschönen Blüten ist sie eine beliebte Zierpflanze. Pharmazeutisch interessant ist für uns jedoch die rotblühende Passionsblume, der es bei uns zu kalt ist. Aus der Pflanze werden beruhigende Fertigpräparate hergestellt.

Neben der Passionsblume stand ein Topf mit einem rotblühenden Hibiskusstrauch. Einige Sorten des Hibiskus sind beliebte Zierpflanzen, eine bestimmte Hibiskusart liefert mit ihren Blütenkelchen einen besonders erfrischenden Tee.

Zubereitungen aus Sennesblättern und Sennesfrüchten sind pflanzliche Arzneimittel mit abführender Wirkung, die zur kurzfristigen Behandlung von Verstopfung eingesetzt werden. Eine verwandte Cassia-Art wuchs im Topf in der Nähe des Hibiskus, ebenso ein Granatapfelstrauch, dessen Früchte einen sehr guten Saft ergeben.

Ein bedeutender Strauch, dessen Blüten leider erst im Juli erscheinen, ist der Mönchspfeffer. Die Früchte werden bei Störungen des weiblichen Hormonhaushaltes verwendet.

Im Garten konnten wir zwei große Weiden betrachten, eine Trauerweide und eine Silberweide. Die Rinde von Weiden enthält Salicin, aus dem im Körper Salicylsäure entsteht. Diese wird pharmazeutisch zur besser verträglichen Acetylsalicylsäure umgewandelt.

Vom bekannten Efeu, einer Kletterpflanze, werden nur dessen gelappte Blätter für Präparate gegen Husten verwendet. Besonders die Beeren des Efeus sind giftig.

Die Hamamelispflanze heißt auch Zaubernuss. Die wirksamen Inhaltsstoffe, spezielle Gerbstoffe, befinden sich in der Rinde und in den Blättern. Hamamelis-Präparate sind z.B. Salben als Wundheilmittel oder als Hämorrhoidenmittel.

Ein großes Glück hatten wir mit der Arnika. Zum 1.Juni stand die Arnika in voller Blüte. Verarbeitet zu Salbe, Gel oder Tinktur hilft Arnika bei stumpfen Verletzungen durch ihre entzündungshemmende Wirkung.

größer Beim Faulbaum muss man beachten, dass nicht die frische Rinde als Abführmittel verwendet werden darf, sondern nur die etwa 1 Jahr lang gelagerte Rinde.

Eine weitere giftige Pflanze, die wir sehen konnten, war der Rote Fingerhut. Er hilft als ein Mittel gegen Herzinsuffizienz, wird heute aber nur noch bei speziellen Beschwerden verordnet.

Pflanzen wie den besonders giftigen Gefleckten Schierling, den Eukalyptus, den Lein, Frauenmantel, Spitzwegerich, den Echten Ehrenpreis, das Süßholz und das Schöllkraut und die Zitronenmelisse konnten wir ebenso beobachten.

Nach dem Arzneipflanzengarten besuchten wir noch den Hildegard-Garten. Davor steht das Denkmal von Paracelsus (1493-1541) mit seiner berühmten Aussage:
"Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift, allein die Dosis macht es, dass ein Ding kein Gift ist."

An dieser Stelle möchte ich Herrn Fraschio und Frau Kuhl für diesen Rundgang recht herzlich danken. Wir haben viele interessante Dinge über verschiedene Pflanzen erfahren und haben uns gefreut, dass wir diesen Einblick bekommen haben.

Shadia Barzanji, PTA 19A

 

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"Eine Führung durch den Botanischen Garten Hohenheim"
Arzneipflanzen und andere interessante Gewächse

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