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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Exkursion in den Botanischen Garten in Hohenheim/Stuttgart

am 31. Mai 2017

Gruppenbild - größer Am 31. Mai besuchten wir, die Klassen PTA 20 A und B, zusammen mit unserer Lehrerin Frau Hamm den Botanischen Garten in Stuttgart- Hohenheim. Unsere Führung durch den Botanischen Garten wurde von Herrn Fraschio geleitet.

Zu Beginn der Führung wurden uns von Herrn Fraschio einige Informationen über die unterschiedlichen Lindenarten gegeben. So erklärte er uns, dass man zwischen der Winter-, Sommer- und Silberlinde unterscheiden könne. Für den Lindenblütentee beispielweise, der als Mittel gegen Erkältungen angewendet wird, werden offizinell nur die Blüten der Winter- und Sommerlinde genutzt, da die Blüten der Silberlinde als Verfälschung gelten.

Damaszener Rose - größer Als nächstes berichtete er uns über die Damaszener Rose. Deren ätherisches Öl, welches durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird, setzt man in der Aromatherapie unter anderem harmonisierend gegen Stress ein.

Bei unserer Führung sahen wir als nächstes hoch oben auf einer Pappel im Baumwipfel eine Mistel sitzen. Uns wurde erklärt, dass diese ein Halbschmarotzer sei. Das heißt, sie entnimmt dem Baum zwar einige Stoffe, betreibt als grüne Pflanze aber auch selbst Photosynthese. Die Mistel ist pharmazeutisch wirksam bei funktionellen Kreislaufbeschwerden und hat außerdem eine große Bedeutung in der anthroposophischen Palliativtherapie bei Tumorerkrankungen.

Weiter führte Herr Fraschio uns auch in die Signaturenlehre ein. Hierbei sind die Farbe, die Form oder auch der Geruch sehr wichtig, um Heilpflanzen ihrem Anwendungsgebiet zuzuordnen. So soll Walnuss bei Erkrankungen des Gehirns, Schöllkraut aufgrund des gelblich-orangefarbenen Milchsaftes bei Erkrankungen der Galle und die Mistel wie zuvor erwähnt angewendet werden. Die Signaturenlehre ist Grundlage der anthroposophischen Therapierichtung, die sich von der Phytotherapie unterscheidet.

Unser nächster Halt war bei den Ginkgobäumen. Männliche und weibliche kann man nur anhand ihrer Blüten unterscheiden. Meistens werden in den Parks und Gärten nur die männlichen angepflanzt, da die Früchte der weiblichen Bäume nach einiger Zeit nach Buttersäure riechen.

Tulpenbaum - größer Auch begegneten wir bei unserer Führung zwei Tulpenbäumen. Sie kommen ursprünglich aus Nordamerika und entstammen der Familie der Magnoliengewächse. In unseren Breitengraden werden sie gerne als Park- und Zierbäume angepflanzt.

Weide - größer Die Weide hat für die Pharmazie eine große Bedeutung. Ihre Rinde enthält Salicin, welches in Salicylsäure verstoffwechselt wird. Besser verträglich als Salicylsäure ist jedoch die Acetylsalicylsäure, die als Medikament weltweit berühmt wurde.

Eine Heilpflanze gegen Venenleiden stellt die Virginische Zaubernuss dar, pharmazeutisch als Hamamelis bekannt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen blüht diese im Herbst. Die für die Pharmazie relevanten Gerbstoffe befinden sich in den Blättern und in der Rinde der Zweige und werden bei Venenleiden wie auch Hämorrhoidenbeschwerden eingesetzt.

Eine weitere Heilpflanze gegen Venenleiden stellt die weißblühende Rosskastanie dar. Aus den Früchten wird das wirksame Aescin gewonnen, das bei Venenbeschwerden indiziert ist.

Roter Fingerhut - größer Der Botanische Garten enthält auch viele aus pharmazeutischer Sicht interessante Giftpflanzen. Diese sind in einem extra angelegten Beet untergebracht. Ein uns allen sehr bekanntes Beispiel für eine Giftpflanze stellt der Rote Fingerhut dar. Dieser war früher das Mittel der Wahl bei Herzinsuffizienz, wird aber heute nur noch in wenigen besonderen Fällen angewendet. Besonders zu beachten ist die geringe therapeutische Breite.

Weitere uns bekannte Giftpflanzen sind das Maiglöckchen, die Tollkirsche und der Gefleckte Schierling. Der Blaue Eisenhut ist unsere giftigste Pflanze.

Frauenmantel - größer Anschließend besuchten wir den Arzneipflanzengarten. Dort blühte gerade der Frauenmantel. Dieser enthält Gerbstoffe und wirkt als Frauenkraut gestagenartig. In der Nähe fanden wir die Blutwurz, die besonders gerbstoffreich ist. Der Name Blutwurz geht auf die rote Farbe der Wurzel zurück. Die Wurzel ist anfangs weiß, färbt sich bald jedoch rot. Gerbstoffe wirken adstringierend zum Beispiel bei Durchfallerkrankungen.

Beim Faulbaum muss man beachten dass nur die etwa 1 Jahr lang gelagerte Rinde als Laxans verwendet werden darf. Aufgrund der enthaltenen Anthrachinonglykoside sollten die Präparate nur kurzfristig eingenommen werden.

Auch konnten wir einen sehr prachtvollen, leider noch nicht blühenden Hopfen sehen. Der Hopfen wächst als Kletterpflanze. Für pharmazeutische Zwecke jedoch werden nur die Früchte der weiblichen Pflanze verwendet. Hopfen wird meist in Kombination mit Baldrian als Sedativum verwendet.

Apothekerrose - größer Zum Abschluss unserer Führung besuchten wir noch den Hildegard-Garten. Dort konnten wir Heilkräuter wie Beinwell, Salbei, die Schlüsselblume (Primula veris), Wermut und Spitzwegerich sehen. Am Schluss zeigte uns Herr Fraschio noch die Osterluzei, die früher als Wundkraut und Immunstimulans verwendet wurde, aber seit 1981 verboten ist, da sie als krebsverdächtig eingestuft wurde.

Im Hildegard-Garten befinden sich auch etliche Giftpflanzen, die von Hildegard von Bingen im Mittelalter noch angewendet wurden.

Gruppenbild - größer An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank von uns Schülern der Klassen PTA 20 A und B an die Organisatoren der Veranstaltung und natürlich an Herrn Fraschio, der die Führung durch den Botanischen Garten mit seinem breiten Wissen zu einer spannenden und abwechslungsreichen Exkursion für uns machte.

Saskia Korfant und Tabea Berkemer

 

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