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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Seminar "Fit für die Rezeptur?!"

am 6. Juli 2017 im Institut Dr. Flad

Wir, PTA 19, stehen nun nur noch einen kleinen Schritt weit entfernt von der großen, weiten Welt der Rezeptur in den öffentlichen Apotheken.

größer Das bereits erworbene Wissen um die umfassenden und gewissenhaften Tätigkeiten in der Rezeptur wurde mit einem Seminar der Firma Caelo von Frau Ingrid Tieke vertieft und erweitert.

Der Schwerpunkt dieses Vortrags umfasste wichtige Aspekte der Plausibilitätsprüfung von Rezepturen.

Zunächst erhielten wir einige Informationen über die Caesar & Loretz GmbH, welche ihren Hauptsitz in Hilden und einen weiteren Produktionsstandort in Bonn hat. Ursprünglich stellte das mittlerweile 130-jährige Unternehmen Teedrogen in Arzneibuchqualität her und verkaufte diese. Seit den 50er/60er Jahren erweiterten sie jedoch ihr Sortiment und handeln bis heute auch mit pharmazeutischen Rohstoffen, welche zuvor analytisch in firmeneigenen Laboratorien untersucht werden. Auch wurde das Sortiment bei der Herstellung halbfester Zubereitungen wie Salben- und Gelgrundlagen erweitert. Ende der neunziger Jahre wurde hierzu das ehemalige Familienunternehmen Vaselinefabrik Wasserfuhr, welches keinen Nachfolger hatte, aufgekauft.

Im zweiten Teil des Vortrags ging es dann um das umfassende Thema der Plausibilitätsprüfung; einfacher ausgedrückt: die systematische, chemisch-physikalische und galenische Prüfung der Zubereitung. Diese muss grundsätzlich immer durchgeführt werden, bevor eine unbekannte Rezeptur, also die Einzelanfertigung eines Arzneimittels für einen bestimmten Patienten, hergestellt wird. Schritt für Schritt leitete uns Frau Tieke durch die einzelnen Punkte hindurch - angefangen bei der Überprüfung der Dosierung, über die Prüfung der Verträglichkeit der Inhaltsstoffe, welche z.B. häufig vom pH-Wert abhängig ist, bis hin zur Konservierung der Zubereitung.

Nach dem theoretischen Teil durften wir uns nun in den erworbenen Kenntnissen beweisen, denn nun waren wir als angehende PTAs gefragt. In kleine Gruppen aufgeteilt erhielten wir praxisorientierte Rezepturanweisungen, die als derartige Verordnungen allerdings nicht ohne weiteres hergestellt werden können. Unsere Aufgabe bestand darin, Unverträglichkeiten zwischen den Wirkstoffen, Hilfsstoffen und den verordneten Grundlagen zu erkennen und, wie auch im Arbeitsalltag üblich, zu korrigieren und wenn nötig Alternativen vorzuschlagen.

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Nachdem das nun getan war, warfen wir uns unsere Laborkittel über und betraten das sommerlich erwärmte Labor, um die Cremes herzustellen – eine Gruppe stellte jeweils genau die verordnete, also unverträgliche Zubereitung her, während die andere Gruppe die verbesserte Variante herzustellen hatte.

Trotz unserer hochgelobten Rührkünste, war der Unterschied meist deutlich zu erkennen. Allerdings waren hierunter auch Zubereitungen, dessen Unverträglichkeiten nicht sofort für das Auge sichtbar waren. Diese Unverträglichkeiten werden auch als larvierte Inkompatibilitäten bezeichnet.

Ein Beispiel für eine solche larvierte Inkompatibilität aus unseren Gruppenarbeiten war die Erythromycin-Creme, in der der Wirkstoff Erythromycin (Antibiotikum) bei einem ungeeigneten pH-Wert vorliegt, der den Wirkstoff in seiner Wirksamkeit behindert oder die Wirkung sogar verhindert. Äußerlich ist der Creme nichts anzusehen, doch der Wirkungsverlust kann innerhalb kürzester Zeit analytisch nachgewiesen werden.

Sowohl im praktischen, als auch im theoretischen Teil des Seminars, durften wir einen umfassenden, tiefgründigen und praxisorientierten Einblick in die Tätigkeiten werfen, die uns als angehende PTAs nun bald bevor stehen werden.

Wir möchten uns bei der Firma Caelo und insbesondere bei Frau Tieke für ihren Besuch und den äußerst informativen Vortrag bedanken.

Irene Steinke und Ramona Brost, PTA 19

 

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