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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

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Prof. Dr. Thisbe K. Lindhorst
Grußwort der Präsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker
 

In diesem Jahr werden die Stuttgarter Chemietage sozusagen volljährig: sie finden zum 18. Mal statt. Das ist mir willkommener Anlass einmal an den eigenen 18. Geburtstag zu denken. Welche Rolle spielte die Chemie damals in meinem Leben? Gerade hatte ich mich für Chemie als Studienfach entschieden und wenig später begann ich mein Studium in München und schloss es in Münster mit Biochemie als Zusatzfach ab.

Bereits früh entwickelte ich ein besonderes Interesse für die Chemie des Lebens, das bis heute anhält. Die Chemielehrer an meiner bayrischen Schule (es waren alles Männer) waren sehr engagiert und konnten viele der Schülerinnen und Schüler für das Fach begeistern. Aber der Chemieunterricht begann spät: wir bekamen erst in der 9. Klasse Chemie, lange nach der Biologie und sogar nach der Physik, die bereits in der 8. Klasse auf dem Lehrplan stand. Dieses Problem besteht an deutschen Schulen bis heute: die Chemie kommt zu kurz. Das ist keine Lapalie, weil viele der ganz drängenden Probleme unserer Zeit (die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung, ihr Energiebedarf, ihre Gesundheit, der Umweltschutz) nicht ohne chemisches Wissen gelöst werden können. Wenn wir in der Chemie nicht das Richtige tun, wird es der nächsten Generation nicht besser gehen als der unseren, sondern schlechter. Unser Wissen und unsere Freude an der Chemie mit der Verantwortung zu verbinden, die uns für die Zukunft der Welt zuwächst, das habe ich "das Wertedenken in der Chemie" genannt. Dies ist ein Leitbegriff meiner Präsidentinnenschaft, der sich auf alle Aktivitäten der GDCh anwenden lässt.

Im vergangenen Jahr hat die GDCh, u.a. gemeinsam mit Vertretern der Bundesländer, eine Offensive für den Chemieunterricht an den Schulen gestartet, mit dem Ziel, die chemische Bildung nach der Grundschulzeit nicht wie bisher abreißen zu lassen, sondern fortzuführen und die Chemie gleichgewichtig mit Biologie und Physik zu unterrichten. Dies ist wichtig, damit uns nicht zukünftig die Fachkräfte in der Chemie fehlen, die wir in unserem Land brauchen um den Wohlstand unserer Gesellschaft zu sichern.

Die Stuttgarter Chemietage leisten regelmäßig einen wertvollen Beitrag für die chemische Bildung. Dabei werden aktuelle Forschungsthemen und unser Interesse an der Chemie zu einem inspirierenden Ereignis kombiniert, für das meine besten Wünsche Sie begleiten.

Prof. Dr. Thisbe K. Lindhorst

 

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