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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Prof. Dr. Bodo Volkmann
"Auf der Suche nach der Zeit - Zwischen Armbanduhr und Ewigkeit"

Am 27. Januar 2004 hielt Prof. Dr. Bodo Volkmann im Institut Dr. Flad einen Vortrag zu dem Thema "Auf der Suche nach der Zeit - von der Armbanduhr zur Ewigkeit".

Zu Beginn des Vortrages erläuterte uns Prof. Volkmann, wie Physiker und Philosophen die Zeit früher festlegten. Naturwissenschaftler definieren Größen durch Messungen; da Uhren die Zeit messen, kann sie als physikalische Größe betrachtet werden. Kant, einer der größten Philosophen, die Deutschland je hervorbrachte, definierte die Zeit wie folgt:

"Zeit ist das Papier, auf dem unser Bewußtsein die Ereignisse einprägt, um sie ordnen zu können."

Im 20. Jahrhundert bezeichnete Martin Heidegger "das Sein und die Zeit" als die Grundlagen der neuen Philosophie.

Viele Menschen sehen heutzutage alles zeitlich begrenzt; Prof. Volkmann schilderte sehr anschaulich, dass erwachsene Menschen bewusst und aktiv mit ihrer Zeit umzugehen lernen müßten. Denn erst dann existiert ein Mensch, der sich seiner Zeit bewusst ist, sonst ist er einfach nur da. Ergänzend dazu erläuterte Prof. Volkmann die Geschichte des Kalenders und der Tage, Stunden, Minuten und Sekunden.

Der Julianische Kalender (benannt nach Julius Cäsar) hatte bereits schon 365 bzw. 366 Tage (wegen der Schaltjahre). Jedoch stellte sich mit der Zeit heraus, dass dieser Kalender hinter der Natur hinterher hinkte. Dieses Problem löste Gregor XIII., in dem er einen neuen Kalender einführte, den "Gregorianischen Kalender" und in dem im Jahre 1582 auf den 4. Oktober der 15. Oktober folgte, sodass Natur und Zeit wieder zusammen passten.

Die Römer teilten den Tag in 12 Nachtstunden und 12 Tagesstunden. Die Stunden wurden wiederum in 60 Minuten eingeteilt, wobei der Faktor 60 aus der griechischen Mythologie stammt. Die Franzosen versuchten in späteren Jahren, diesen Faktor abzuschaffen und den Tag in Zentistunden einzuteilen, denn somit wäre alles viel einfacher. Diese Idee setzte sich jedoch nie durch.

Anschließend führte uns Prof. Dr. Volkmann in die Welt der Zeit und erklärte uns, wieso man meint, die Zeit vergehe schneller, wenn man älter ist. Das Problem ist, dass wir stets das Erlebte mit der Gesamtdauer unseres Lebens vergleichen! Auch gab er uns den Rat, über den Sinn eines Lebens nachzudenken, denn viele Menschen leben "querfeldein", sie denken nur noch an Karriere und materielle Dinge. Für sie beginnt das Leben im Ruhestand - dabei vergessen sie das Wesentliche.

Jedoch ist es auch nicht richtig, nach dem Prinzip VULBA (Verschieben Unlust bereitender Aktivitäten) und BELBA (bevorzugte Erledigung lustbezogener Aktivitäten) zu leben - wer kennt sie nicht, die Versuchung, das Unerwünschte lange hinauszuzögern und möglichst gleich das in Angriff zu nehmen, was uns angenehm ist. Mit dieser Haltung kommt aber die Ordnung der Dinge häufig durcheinander, was zu ständigen Komplikationen führt.

Die ständige Klage, keine Zeit zu haben, liegt nach Prof. Volkmann auch darin begründet, dass wir uns zu wenig auf das Wesentliche konzentrieren - er gab uns den Rat, Gott nicht zu suchen, sondern sich von ihm finden zu lassen; wer sich dann auf sein Lebensziel konzentriert, wird erstaunt sein, wieviel Zeit für die wesentlichen Dinge geschaffen werden kann.

Mit diesen schönen Worten beendete Prof. Bodo Volkmann seinen lehrreichen und interessanten Vortrag.

Franziska Aschberger, LG 54

 

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