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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

Institut Dr. Flad, 11. Februar 2004
Prof. Dr. Dr. Ervin Laszlo, Präsident des Club of Budapest
"Systemtheorie als Weltanschauung"

Gastkommentar von Prof. Dr. Dr. Ervin Laszlo

"Systemtheorie als Weltanschauung": Hinter diesem abstrakten Begriff verbirgt sich die Sichtweise, das Universum, die Biosphäre und die menschliche Gesellschaft in verschiedene Systeme zu unterteilen.

Anschaulich erklärte Prof. Laszlo uns, dass man unter "System" - in Verbindung mit dem Menschen - eine Gemeinschaft von Leuten versteht, die etwas gemeinsam haben. Angefangen mit der "Familie", umfasst der Begriff "Nation, Kultur, Menschheit" und schließlich den gesamten Kosmos. Da jedes Teilchen mit dem Kosmos (dem "Ganzen") in einer unveränderlichen Art und Weise verbunden ist, erlaubt es uns die Systemtheorie über alle Vorgänge (egal ob physikalischer oder ökologischer Art) Aussagen zu machen. Diese Theorie liegt begründet in der Tatsache, dass überall Systeme existieren.

Am Beispiel des Menschen erklärte uns Prof. Laszlo die Kennzeichen sogenannter "offener Systeme". Sie treten mit ihrer Umwelt in direkten Kontakt oder sind von anderen Systemen abhängig. Anschaulich wird dies durch die Betrachtung der biologischen Atmung. Lebewesen nehmen von der Natur Energie auf, wandeln sie in einer bestimmten Art und Weise um und geben Stoffe erneut an ihre Außenwelt ab.

Früher war der Mensch Teil des Systems Natur, so Laszlo. In Verlauf der Evolution hat er jedoch ein eigenes System aufgebaut: die menschliche Gesellschaft. Als offenes System ist sie dem Mechanismus der ständigen Fluktuation (=Bewegung) unterworfen, das heißt sie befindet sich in ständigem Ungleichgewicht. Solange sich die Abweichungen vom Idealzustand in einem akzeptablen Rahmen bewegen, besteht für das System keine direkte Gefahr. Erst bei größeren Schwankungen droht ein Zusammenbruch, der nur durch eine Umstrukturierung des Systems verhindert werden kann.

Laszlos Ansichten zu Folgen befinden wir uns derzeit in einer solchen "Umbruchsituation" (Bifurkation bzw. Gabelung), da wir im Spannungsfeld von Krieg und Terrorismus leben. "Man braucht Menschen, die systemisch, das heißt ganzheitlich denken", so Laszlo. Seine Botschaft: "You can change the world" soll uns darin erinnern, dass wir in einem offenen System leben, das erhalten werden muss. Verantwortung für das Fortbestehen des Systems "Menschheit" trägt jedes Individuum. Es sei die Herausforderung an die heutige Gesellschaft diese Verantwortung zu erkennen und zu tragen. Mit diesem Gedankengang beendete Prof. Dr. Laszlo seinen lehrreichen und überaus interessanten Vortrag, der uns anhand einfachen Beispiele Einsicht in die Systemtheorie gab.

Kathrin Meisberger, LG 54

 

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