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Erstmals die Wirkung von Ozon im Schulversuch nachgewiesen - Tuttlinger Gymnasiallehrer Matthias Kremer erhielt den Manfred und Wolfgang Flad-Preis 1998   (10/98)

Für die Entwicklung eines didaktisch bedeutsamen Experimentalbeitrags zum Chemieunterricht verlieh die Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker auf ihrer Jahrestagung am 8. Oktober 1998 in Nürnberg den unter Chemielehrern begehrten Manfred und Wolfgang Flad-Preis an den Tuttlinger Oberstudienrat Matthias Kremer. Damit geht diese Auszeichnung bereits zum dritten Mal an einen Chemiker aus Baden-Württemberg.

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich die Forscher der Atmosphärenchemie mit dem umweltverändernden Einfluß der Stickstoffoxide und der Kohlenwasserstoffe im Zusammenwirken mit den Sonnenstrahlen, vor allem aber mit den Auswirkungen auf unseren Lebensraum. Die Gefährlichkeit der Übeltäter Fluorchlorkohlenwasserstoffe ist weithin bekannt, der Zusammenhang zwischen FCKW und dem Phänomen des Ozonlochs und auch die Schädigungen unserer Atmosphähre sind kein Geheimnis mehr. Zu den meisten Umweltproblemen liegen auch bereits bewährte Schulversuche einschließlich der Analysen vor, doch einen überzeugenden Versuch im Chemieunterricht über die Bildung und Wirkung von Ozon gab es bislang noch nicht.

Diese Lücke konnte jetzt Matthias Kremer, Oberstudienrat am Tuttlinger Otto-Hahn-Gymnasium und seit 1993 Lehrbeauftragter für Chemie am Staatlichen Seminar für Schulpädagogik, schließen. Nach jahrelanger, unermüdlicher Experimentiertätigkeit gelang es ihm jetzt, eine Ozon-Apparatur zu entwickeln, mit der er selbst in der Sekundarstufe in nur einer Schulstunde die Bildung und Wirkung von Ozon vorführen und auswerten kann. Im Ablauf des Experiments entstehen in normaler Luft unter dem Einfluß einer Zündkerze und der sonnenlichtähnlichen Bestrahlung mit einer 300 Watt Speziallampe hohe Ozonwerte, die wenig später mit bloßem Auge an den Rissen eines Nachweis-Schlauchstückes deutlich zu erkennen sind.

Mit Matthias Kremer, der seit 1995 Beisitzer für den Fachbereich Chemie im Landesverband Baden-Württemberg des Fördervereins MNU ist und seit 1998 in gleicher Funktion dem Bundesvorstand der MNU angehört, hat die Jury bereits zum 12. Mal einen der Chemiker geehrt, dessen Arbeit und Leben von einem großen Engagement für die experimentelle Erschließung von fachwissenschaftlichen Gebieten für die Ausbildung und den Unterricht an deutschen Schulen geprägt ist.

"Meine Schüler sollen erkennen, wie interessant und vielfältig diese Welt ist, vor allem, wenn man sich einmischt. Schüler, die gelernt haben, die Welt mit offenen Augen zu betrachten, braucht man nicht mehr zum Schutz ihrer Umwelt anzuhalten," so der Flad-Preisträger, der nach eigener Einschätzung stetig auf der Suche nach den Grenzen der Chemie zwischen Modell und Realität ist, bei der Verleihung des Manfred und Wolfgang Flad-Preis 1998.

Ozon-Apparatur

Die Ozon-Apparatur des Flad-Preisträgers 1998 Matthias Kremer
aus: Chemie in unserer Zeit" Ausgabe 4/98 Seite 192 - 196

E-Mail an Herrn Kremer