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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
Unser Beitrag zum Kirchentag: Friedenslied
19. Juni 1999, Marktplatz Stuttgart
   (06/99)

Open-Air-Programm der Diakonie am Samstag, 19. Juni 1999: Hauptsache DEUTSCH?

17.00 Uhr: Lernziel Toleranz - Beispiele, die Schule machen, am Beispiel des Instituts Dr. Flad:

Friedenslied
Ein kurzes literarisches Programm

Inhalt:

Friedenslied
Bertold Brecht

Was suchen wir eigentlich?
Ricarda Huch

Der Hirt
Hans Rasch

Lass ab
Theodor Fontane

Das große Ereignis
Albert Schweizer

Gebet der Vereinten Nationen
Annelore Voltz

Grundrechte
aus: Grundgesetz der BRD

Hoffnung
Friedrich Schiller

Darsteller/innen:
Tillmann Gehring
Michael Henke
Judith Hosse
Stefanie Hügel
Nils Partzke
Stefan Pfeil
Alexander Schelling
Yvonne Stöckel
Petra Waiz
Tobias Walker
(alle Schüler des Instituts Dr. Flad)

Regie: Andreas Frey
Assistenz: Cornelia Funke
Kostüme: Michaela Knepper
(alle "Dein Theater")


"Ihr seid das Salz der Erde": Der vieldiskutierte Salzberg auf dem Stuttgarter Schloßplatz.

Open-Air Veranstaltung der Diakonie auf dem Stuttgarter Marktplatz mit Schülerinnen und Schülern des Instituts Dr. Flad

 
Friedenslied

Friede auf unserer Erde!
Friede auf unserem Feld!
Daß es auch immer gehöre
Dem, der es gut bestellt.

Friede in unserem Lande!
Friede in unserer Stadt!
Daß sie den gut behause,
Der sie gebauet hat!

Friede in unserem Hause!
Friede im Hause nebenan!
Friede dem friedlichen Nachbarn,
Daß jedes gedeihen kann.

Friede der Frau und dem Manne!
Friede dem Greis und dem Kind!
Friede der See und dem Lande,
Daß sie uns günstig sind.

Bertold Brecht (1898 - 1956)

 
Was suchen wir eigentlich?

Was suchen wir eigentlich auf der Erde anderes als Menschen? Das einzige, wonach wir mit Leidenschaft trachten, ist das Anknüpfen menschlicher Beziehungen. Unser Glück und Unglück hängt von unseren menschlichen Beziehungen ab. Eltern, Geschwister, Geliebte, Kinder, Freunde, Lehrer - in diesem Kreise bewegt sich unser Leben, wir leben nur, soweit andere in uns, soweit wir in anderen leben.

Ricarda Huch (1864 - 1947)

 
Der Hirt

Verständig ist der Hirt,
der seine Schafe nicht verwirrt.
Er kennt das Gebiet, das er durchzieht,
und geht voran
oder treibt an.
Er führt die Tiere zu Wasser und Wiesen,
wo sie mit lautem Bähen
wiederkäuend Gräser mähen
und genießen.
Keines vergißt er,
Hebamme ist er,
Krankenpfleger,
Hüter und Heger,
Therapeut,
der Lämmer, Schafe und Widder betreut.
Mit Stecken und Stab
wehrt er drohendes Unheil ab.
Die Tiere können auf ihn bauen
und haben grenzenlos Vertrauen.

Hans Rasch

 
Lass ab

Lass ab von diesem Zweifeln, Klauben,
Vor dem das Beste selbst zerfällt,
Und wahre dir den vollen Glauben
An diese Welt trotz dieser Welt.

Und, Herze, willst du ganz genesen,
sei selber wahr, sei selber rein!
Was wir in Welt und Menschen lesen,
Ist nur der eigene Widerschein.

Theodor Fontane (1819 - 1898)

 
Das große Ereignis

Abstumpfung ist unser Feind.
Als Kinder hatten wir Mitleid,
aber mit den Jahren
ist es nicht gewachsen.
Es war uns unbequem,
verwirrte uns,
denn wir sahen Tausende,
die hatten ihr Mitleid verloren.
Da drängten auch wir
alle Empfindungen zurück.
Wir wollten nicht anders sein
und wußten nicht Rat.
Wie Häuser werden viele:
ein Laden schließt sich nach dem andern.
Wenn die Empfindsamkeit sich abstumpft,
geht das Gewissen zugrund.
Die Ehrfurcht vor dem Leben des andern
ist für die Welt das große Ereignis.

Nach Albert Schweitzer (1875 - 1965)

 
Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht mehr von Krieg gepeinigt, nicht mehr von Hunger und Furcht gequält, nicht sinnlos nach Rasse, Hautfarbe, und Weltanschauung getrennt werden.
Gib uns Mut und Kraft, schon heute mit diesem Werk zu beginnen!

Annelore Voltz

 
Grundrechte

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt.
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild zu äußern und zu verbreiten. Eine Zensur findet nicht statt.
Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

(Auszug aus dem am 24. 5. 1949 in Kraft gesetzten Grundgesetz der BRD)

 
Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen.
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Friedrich Schiller (1759 - 1805)