Home • Kontakt • FAQ • Anmeldung • Anfahrt • Impressum • 

Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
Phytotherapie

Pflanzliche Arzneimittel gewinnen in der öffentlichen Apotheke immer mehr an Bedeutung. Häufig bitten Kunden um die sogenannte "sanfte Medizin", wozu neben der Homöopathie und der anthroposophischen Medizin auch die Phytotherapie gehört. Das Wissen, welches zu dem zuletzt genannten Bereich laut Lehrplan vermittelt werden soll, reicht allerdings für eine gewissenhafte Beratung in der Apotheke nicht aus.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, verpflichtete das Institut Dr. Flad einen Gastdozenten, um die Abschlußklasse PTA 1 auch auf diesem Gebiet "fit" zu machen. Dieser Gastdozent war kein geringerer als Dr. Wolfgang Widmaier, der eine Apotheke unweit des Instituts betreibt. Er ist ein Verfechter der Phytotherapie, Mitautor bei verschiedenen Büchern (z.B. zusammen mit Herrn Dr. Wiesenauer) "Arzneipflanzen Bionorica" oder des Buches "Naturheilverfahren und Komplementärmedizin in der Praxis", erschienen im Spitta Verlag. Neben der Tätigkeit in seiner eigenen "Moltke-Apotheke" in Stuttgart-West ist er seit 1995 Mitglied der Zulassungskommission D (Homöopathie) sowie stellvertretendes Mitglied der Kommission E (Phytotherapie) beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin.

Die etwa 10-stündige Vorlesung wurde auf mehrere Tage verteilt. Zu Beginn gab Dr. Widmaier einen Einblick in die große Vielfalt der angebotenen Präparate. Er zeigte uns an verschiedenen Beispielen, worauf wir bei Phytopharmaka achten sollten: Als Beispiel sei die positive Monographie, das heißt wie die Droge hinsichtlich Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit von Experten beurteilt worden ist, genannt. Da es sehr viele unterschiedliche Herstellungsmethoden gibt, gab er uns zusätzlich den Hinweis, daß man diese Präparate anhand des standardisierten Wirkstoffgehaltes vergleichen und so eine Abschätzung bezüglich der zu erwartenden Wirkung getroffen werden kann.

Für die Praxis nannte er uns zu den häufigsten Erkrankungen, die mit Phytopharmaka behandelbar sind, einige empfehlenswerte Drogen, wie z.B. den "Kava-Kava-Wurzelstock" (Piperis methystici rhizoma) bei nervösen Angst-, Spannungs- und Unruhezuständen. Diese Droge darf jedoch nicht als Tee verabreicht werden (löst Brechreiz aus), sondern nur als standardisierter Extrakt in Form von Kapseln oder der Tinktur.

Abschließend kann man sagen, daß das Interesse und die Neugier zu diesem Thema durch die mitreißende Art des Vortrages bestärkt wurde. Wir sind nun für die Hauptanforderungen auf diesem Gebiet gerüstet und möchten uns auch auf diesem Wege noch einmal bei Ihnen, Herr Dr. Widmaier, für Ihr Engagement und die Zeit bedanken, welche Sie für uns aufgebracht haben.

Anja Mußler
für die Klasse PTA 1 am Institut Dr. Flad