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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
Pharmazie zwischen Mission und Zauberei   (12/2000)

Dr. Hans-Martin Hirt ist ein deutscher Apotheker, der seine Berufung darin gefunden hat, in einem 3. Welt-Land wie Afrika zu missionieren. Dort möchte er den Menschen helfen, von der traditionellen auf die konventionelle Medizin umzusteigen.

Das ist deshalb notwendig, da die Menschen dort glauben, dass beispielsweise ein Fahrradrückstrahler vor "bösen Blicken" schützt. Zusätzlich fehlt ihnen das benötigte Budget, um sich hochentwickelte Arzneimittel aus den Industrieländern zu beschaffen. Eine der dort am weitesten verbreitete Krankeheit ist die Malaria, gegen die sich Dr. Hans-Martin Hirt besonders eingesetzt hat.

Durch die Erfahrung der Buschmänner sammelte er Informationen zu Heilmitteln, die vor Ort in Afrika Anwendung finden. Dabei stieß er auf die Artemisia Annua, eine sich selbst reproduzierende Pflanze, sozusagen eine "pharmazeutische Fabrik".

Dr. Hans-Martin Hirt

Dr. Hans-Martin Hirt mit einem Exemplar der Artemisia Annua

Um die Pflanze in seinem Missionsgebiet anbauen zu können, benötigte er eine herangezüchtete tropenfeste Form, die jedoch in Deutschland dem Patentschutz unterliegt. Das ist auch der Grund, weshalb sich die pharmazeutische Industrie strikt weigerte, auch nur einen Stengel dieser tropenfesten Form der Artemisia an den Apotheker weiterzugeben.

Dennoch gab er nicht auf und kaufte kurzerhand von seinem Geld einen Teelöffel der wertvollen Samen für sage und schreibe 600 EUR! Mittlerweile hat er dort genügend dieser Pflanzen angesiedelt, um die Malaria in seinem Missionsgebiet erfolgreich zu bekämpfen. Zudem gibt er in Afrika kostenlose Seminare, um sein Wissen den Einwohnern weiterzugeben, da die Menschen zwar kurzfristig auf Geldspenden und Lebensmittelpakete angewiesen sind, langfristig ist es jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Er aber möchte die Grundlage der "Hilfe zur Selbsthilfe" schaffen.

Ende Januar 2001 wird Dr. Hirt wieder für einige Wochen nach Afrika fahren und wir hoffen, dass seine zukünftigen Reisepläne mal wieder unser/das Institut beinhalten werden.

Nina Grim, Manuela Linke, Schülerinnen PTA 3