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Der Zerfall der Sozialistisch Föderativen Republik Jugoslawien

1980 Tod des jugoslawischen Präsidenten Tito (Josip Broz Tito)
1981 Der Beginn der albanischen Aufstände im Kosovo waren die ersten Zeichen für den Zerfall des Vielvölkerstaates.
1986 Die serbische Akademie der Wissenschaften gibt ein Memorandum heraus in dem Tito beschuldigt wird, antiserbische Politik betrieben zu haben. Außerdem habe er Serbien wirtschaftlich benachteiligt, heißt es in dem Schreiben. Nach dieser Publikation treten massiv nationalistische Kräfte auf, bewaffnete Freischärler in der Tradition der Tschetniks. Es kündigt sich die Wiederauferstehung Großserbiens an. Exponent dieser Vorstellung ist Serbenführer Slobodan Milosevic.
1991 Nach dem Sturz der Regierung durch die Serben, folgt der kurze, jedoch massive Krieg der Serben gegen die Slowenen.
1991/1992 Der Krieg weitet sich aus. Kroatien wird von den Serben heftig unter Beschuss genommen. Der Krieg, in Slowenien endet damit.
1992 Das Referendum über die Unabhängigkeit Bosniens wird von den bosnischen Serben boykottiert. Als Reaktion wird eine "serbisch-bosnische" Republik ausgerufen und die bosnische Hauptstadt (Sarajevo) unter Beschuss genommen.
1993 Die unter extremen Bedingungen gehaltenen Städte Maglaj, Bihac, Zepce, Gorazde und Tuzla werden in einer serbischen Großoffensive angegriffen und teils zerstört.
1994 Es folgt der "Krieg im Krieg" in Mostar. Kroaten und Bosnier stehen sich gegenüber. Resultat ist die Spaltung Mostars in zwei Teile.
1995 Ein besonders schweres Schicksal ereignet sich während der Friedensverhandlungen. In Srebrenica werden innerhalb von zwei Tagen 7000 Menschen hingerichtet. Im Herbst des Jahres geht der Krieg zu Ende. Was folgt ist eine Militärintervention durch die NATO. Dem Krieg fielen rund 280 000 Menschen zum Opfer. 70 000 Frauen wurden vergewaltigt, 30 000 wurden davon schwanger.
2002 Der ehemalige serbische Präsident wartet in Den Haag auf seine Verurteilung.

Adela war 19 Jahre alt, als sie wegen serbischer Übergriffe aus ihrer Stadt flüchten musste. Auf der Flucht wurden sie und ihre Gleichgesinnten von serbischen Soldaten aufgegriffen und in ein Gefangenenlager verschleppt. Dort wurde sie von einem Soldaten verhört.

Sie berichtet:
"Während dem Verhör haben sie mich gefragt, ob ich verheiratet sei, ob ich Kinder habe. Ich habe geantwortet, dass ich ein Kind hatte, dass es aber tot sei. Mein Kind wurde nur einen Monat alt, es starb durch die Granaten. Ich habe es auf die Welt gebracht, da stand unser Haus schon unter Beschuss und mein kleines Mädchen ist nur einen Monat alt geworden. Sie wurde im Keller geboren und in meinem Schlafzimmer getötet, als eine Granate dort einschlug. Das habe ich Ihnen gesagt, im Verhör. Doch der Soldat erwiderte nur höhnisch: Sei doch nicht traurig, wir Serben werden dir ein neues Baby machen. Aber diesmal ein richtiges, einen Jungen! Und ich musste schweigen, ich habe zu Boden geschaut und konnte nichts darauf sagen. Ich konnte nichts sagen, um für meine kleine Tochter zu sprechen."

Amel Bajraktarevic, LG 51

 
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