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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
Schule ohne Rassismus - Projekttag am 20. Juni 2002
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vergrößerte Abbildung "Ein Volk auf dem Weg"

So nennen sich mittlerweile die Aussiedler, die Ende des 18. Jahrhunderts das Angebot der Zarin Katharina II annahmen und nach Russland auswanderten.

Die meisten hatten sich an der Wolga nieder gelassen, viele Kolonien bekamen die Namen der in der alten Heimat zurückgelassenen Dörfer und Städte wie z.B. Mannheim, Stuttgart usw. Mit viel Fleiß und landwirtschaftlichem Können begann man das zur Ansiedlung zugewiesene Land fruchtbar zu machen. In erster Linie wurden Weizen, Gerste, Hafer und Mais angebaut.

Während die Deutschen mit ihren ukrainischen und russischen Nachbarn bestens auskamen, entwickelte sich in maßgeblichen Kreisen der russischen Adeligen, Politiker und Bildungsbürger ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein wachsender Deutschenhass, man neidete ihnen ihre Privilegien und ihren wirtschaftlichen Aufschwung. In der Öffentlichkeit durfte nicht mehr deutsch gesprochen werden, mehr als drei Deutsche durften sich nicht versammeln und vieles mehr.

Die letzte Welle der Verhaftung und Ermordung von Deutschen kam in den ersten Monaten nach dem deutschen Angriff vom 22. Juni 1941 auf die UdSSR, als die großen Anfangsverluste der Roten Armee zur Opferung von angeblich "Schuldigen" führten.

Selten kam jemand aus der Verbannung zurück. Aus einem kleinen Vorort der Stadt Kopejst z.B. kehrten von 132 Häftlingen nur drei wieder. Am 28. August 1941 erließ das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR einen Ukas (Befehl) über die "Aussiedlung" der Deutschen aus dem Wolgagebiet. Darin wurden die Russlanddeutschen der aktiven Unterstützung der deutschen Truppen beschuldigt. 340 Tausend Wolgadeutsche wurden in Viehwaggons verfrachtet und unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Sibirien deportiert. Die Männer wurden von ihren Familien getrennt, viele Kinder und Alte starben. Die Frauen und Kinder, die es überlebten, wurden im asiatischen Teil der UdSSR zerstreut.

Die Männer mussten in Zwangsarbeitslagern jahrelang die Rote Armee unterstützen. Die, die sich weigerten wurden erschossen. Selbst nach dem Krieg hatten die Leute keine Freiheit. Bis zum Jahr 1954 durften die Siedler ihr Dorf nicht verlassen (um Verwandte zu besuchen, die im Nachbardorf lebten), wer es dennoch tat, hat eine Strafe von zwanzig Jahren Zuchthaus bekommen.

Am 19. Dezember 1966 wurde der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte geschlossen: Recht auf freie Ausreise aus der UdSSR.

Olga Tiran, LG 52

 

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