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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.

22. März 2004
UNESCO-Tag der Menschenrechte
Internationale Woche gegen Rassismus

Mitarbeiter von amnesty international
und Schüler von LG 54 und PTA 7
Die Würde des Menschen ist unantastbar

"Amnesty International" (ai) im Institut

Anlässlich der Woche gegen Rassismus war Amnesty International am 22. März zu Gast im Institut.

Zunächst wurden wir in die Geschichte und die Strukturen der Organisation a.i. eingeführt. 1961 von einem britischen Rechtsanwalt durch einen Zeitungsartikel über in Lissabon grundlos verhaftete Studenten in "The Observer" ins Leben gerufen, umfasst a.i. heute mehr als 1.000.000 Mitglieder organisiert in ca. 7.800 Gruppen in über 140 Staaten.

AI hat es sich zur Aufgabe gemacht, gegen Menschenrechtsverletzungen weltweit friedlich vorzugehen, indem schlicht und ergreifend die Weltöffentlichkeit auf die Mißstände aufmerksam gemacht wird, und die betreffenden Personen und Persönlichkeiten schriftlich durch eine wahre Flut von Briefen auf diesen Missstand aufmerksam gemacht werden. Dass diese Methode funktioniert, beweist das Beispiel einer Anwältin aus Südamerika, die durch eine von a.i. gestartete Eilaktion (urgent action) schon nach kürzester Zeit wieder freigelassen wurde. Ein Thema das heftige Diskussionen auslöste, war die Frage des Für und Wider der Todesstrafe. Ungeachtet dessen, dass die Todesstrafe in nahezu allen Ländern Europas abgeschafft oder zumindest nicht mehr vollstreckt wird, gab es doch Stimmen, die die Todesstrafe befürworten, was angesichts der jüngeren Geschichte, in der Terrorismus eine nie dagewesene Dimension erreicht hat, zwar als spontane Gefühlsregung verständlich sein mag, aber keine Lösung beinhaltet, da die abschreckende Wirkung eindeutig widerlegt ist. Für mich gelten in diesem Fall die Worte J.R.R.Tolkiens, der in einem seiner Romane schrieb: "Manche die leben, verdienen den Tod, und manche die starben, verdienen das Leben. Könnt ihr es ihnen geben?..."

Ein weiterer Bericht handelte von Kindersoldaten, von denen es in Afrika über 300.000 gibt. Häufig direkt von der Straße verschleppt, misshandelt und durch eine mörderische Ausbildung, die ein Teil nicht überlebt, werden sie zu Soldaten für die es in den meisten Fällen keine Heimkehr gibt. Sollten sie wider Erwarten überleben oder ihnen die Flucht gelingen, so sind sie doch für das Zivilleben verloren. Geprägt durch erlittene und begangene Greuel, sehen sie keine Zukunft in einem Leben, das ihnen außer Hunger und Entbehrungen nichts zu bieten hat.

Ein weitere Punkt der Veranstaltung waren die Berichte einiger ausländischer MitschülerInnen, die über ihre Erfahrungen mit der Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme der Deutschen berichteten und die Verhältnisse in Deutschland mit denen in ihren Heimatländern verglichen. So erfuhren wir, dass die größte Hürde meistens nicht die deutsche Sprache sondern die vielen mehr oder weniger regionalen Dialekte sind. Auch wurde mangelnder Respekt vor dem Alter und Ungeduld oder sogar Intoleranz bei Verständigungsproblemen bis hin zu einzelnen Beleidigungen bemängelt. Im großen und ganzen aber waren doch alle recht zufrieden mit den Deutschen und ihrem Verhalten. Den Abschluß bildete die PTA Klasse 7B, die in kurzen Szenen Formen von Rassismus unabhängig von Hautfarbe und Nationalität in Apotheken nachstellte, wie bei Sprach- und Sehbehinderungen, und bot gleich Musterlösungen dazu an.

Matthias Assenheimer, LG 54

 

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