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Institut Dr. Flad
Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt

Ausbildung mit Markenzeichen. Seit 1951.
Youth for Christ (Jugend für Christus)

Das Team iThemba (Team Hoffnung)   (05/2000)

Am 12. Mai 2000 trat im Großen Hörsaal des Instituts zum zweiten mal das Team iThemba auf. Das Team hatte sich im Vergleich zum Vorjahr teilweise geändert, der Auftritt ließ jedoch nichts zu wünschen übrig. Das Team besteht dieses Jahr aus sechs Tänzern(innen) und Sängern(innen) aus Südafrika plus einer Übersetzerin aus Bremen.

Trotz schweißtreibender Temperaturen tanzten und sangen die jungen Künstler (zwischen 18 und 24 Jahre alt) etwa 90 Minuten lang dort, wo normalerweise ernsthafte Vorlesungen abgehalten werden. Egal ob schwarz oder weiß oder farbig, dass ihnen allen der Rhythmus im Blut liegt, war unschwer zu erkennen. Was ihnen allen gemeinsam ist? Was die perfekte Zusammenarbeit in ihrer Gruppe ausmacht trotz der unterschiedlichen Kulturen aus denen die Akteure stammen? Hier was sie dazu meinten: " we all believe in jesus christ....!" ( Wir glauben alle an Jesus Christus)

Wer jetzt glaubt, dieser Auftritt habe etwas gemeinsam gehabt mit einem Kirchenchor, der irrt sich. Als Musikinstrument dienten alte Coladosen, ihre Tanzchoreographie ließe jede Boygroup vor Neid erblassen.

Mit lautem Gesang, akrobatischen Tanzeinlagen gelang es ihnen ihr gesamtes Publikum mitzureißen. Eigentlich ist ihre Botschaft eine ernste Angelegenheit: obwohl die Apartheid offiziell abgeschafft wurde, herrschen in ihrem Land immer noch große Missstände in Bezug auf den Rassismus. Dieser tritt auf zwischen Schwarzen und Weißen, innerhalb der verschiedenen Kulturen der Schwarzen; auch die Mischfarbigen werden selten anerkannt, ihre Eltern werden als Verräter angesehen. Offiziell gibt es zwar keine Rassentrennung mehr in Südafrika. Die Kluft ist jedoch noch nicht geschlossen und wird es wohl aufgrund der Verschiedenheit all dieser Kulturen, die dort aufeinander treffen, noch lange nicht sein. Das Team iThemba versucht auf ihre Art zu mehr mitmenschlicher Toleranz aufzurufen, und zu zeigen, dass gerade die Vielfalt der Menschen etwas sehr Schönes, Bereicherndes und Interessantes ist.

" Lasst uns den Regenbogen sehen, wir wollen eine Regenbogennation sein in friedlichem Miteinander"

Anschließend gab es für die Schüler des Instituts die Möglichkeit, sich im kleineren Rahmen mit den Teammitgliedern zu unterhalten. Dabei war es sehr interessant, etwas über die unterschiedlichen Wege der einzelnen Jugendlichen zu erfahren, wie sie überhaupt zum Team gekommen sind. Ein weißer Junge beispielsweise hatte die Schwarzen in Johannisburg bisher nur als Arbeiter im Garten und als Bettler kennengelernt, da er in einem Viertel für Weiße aufwuchs und nur weiße Mitschüler hatte. Erst in einem gemischten Jugendcamp lernte er Schwarze auch im Alltag kennen und stellte fest, dass sie sich in ihren Fähigkeiten nicht von ihm unterschieden, nur ihre Kultur war anders. Daraufhin wagte er nach seinem Schulabschluss, sich der Aufgabe des Team iThemba zu stellen und für ein Jahr mit ihnen mitzuziehen.

Einer seiner schwarzen Kollegen hat eine sehr traurige Vergangenheit aufzuweisen, sein Bruder wurde bei Apartheidskämpfen getötet, woraufhin er sich einer radikalen Organisation gegen Weiße anschloss. Er hat seine Meinung geändert während seines Jurastudiums. Heute ist er mit einer weißen Frau verlobt, er möchte sie bald heiraten, um mit ihr ganz viele Mischlingskinder zu bekommen.

Was natürlich auch wissenswert für uns deutschen Schüler war: was unterscheidet ihre Situation von unserer?

Wir brachten im Gespräch in Erfahrung, dass es beispielsweise für einige dort normal ist, acht Sprachen zu beherrschen, Afrikaans, Englisch (die frühere und jetzige Amtssprache) und dann noch Deutsch, Holländisch und einige afrikanische Sprachen.

Außerdem scheint sich der Fahrstil der Autobesitzer in Afrika deutlich von dem unseren zu unterscheiden ... nebenbei bemerkt.

Die Arbeitslosigkeit beträgt circa 46%, viele Menschen leben in Häusern aus Müll, selbst zusammengebaut, und leben auch vom Verkauf von Müll, obwohl dies offiziell verboten ist. Die Kriminalitätsrate ist besonders in diesen Armenvierteln sehr hoch.

Zuletzt die Frage: Was mögt ihr an Deutschland gerne? Antwort: NUTELLA!

Julia Cordes und Nancy Schmid LG 49