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"Chemische Experimente aus der Weltliteratur"
Prof. Dr. Georg Schwedt, TU Clausthal, zu Gast im Institut

Experimentalvortrag am 15. Dezember 2004 im Institut Dr. Flad
Bilder zum Vortrag

"Die Chemie ist immer noch meine heimlich Geliebte." (Goethe)

Mit diesem Satz begann Herr Prof. Schwedt als eingefleischter Chemiker seinen Experimentalvortrag vor vielen Gästen und Schülern am Institut. Als großer Liebhaber der Literatur wollte er ursprünglich Germanistik studieren, wovon ihm jedoch der Deutschlehrer abgeraten hatte. Doch immer noch ist sein Interesse an der Literatur sehr groß, vor allem da, wo er chemische Hintergründe wittert.
So führte er uns ein in die literarische Welt der Chemie ...

Anhand von etlichen Texten unterschiedlicher Epochen und Autoren erläuterte er uns erst die Gedankenexperimente und gleich darauf auch die praktische chemische Umsetzung.

Angefangen bei Goethes "chemischem Probierkabinett", seiner "Farbenlehre" und dem Bezug der chemischen Affinität auf zwischenmenschliche Beziehungen in den "Wahlverwandtschaften":

"Bringt man ein Stück eines Kalksteines in verdünnte Schwefelsäure, so ergreift diese den Kalk und erscheint mit ihm als Gips; jene zarte luftige Säure hingegen entflieht. Hier ist eine Trennung, eine neue Zusammensetzung entstanden, und man glaubt sich nunmehr berechtigt, sogar das Wort `Wahlverwandtschaft´ anzuwenden, weil es wirklich aussieht, als wenn ein Verhältnis dem anderen vorgezogen, eins vor dem andern erwählt würde."
(Die Wahlverwandtschaften, I. Teil, IV. Kapitel)

Die chemische Reaktionsgleichung dazu:

chemische Reaktionsgleichung

... weiter über Georg Büchner, einen Schüler Liebigs, der Woyzeck den Versuchsschüler eines Militärarztes und dessen Experimente beschreibt und des weiteren damit auch den Beweis der vermehrten Entstehung von Harnstoff durch proteinreiche Nahrung literarisch festhält.

... bis hin zur faszinierenden Chemie des Thomas Mann in Dr. Faustus. Dann auch eher unbekannte Namen wie Achim von Arnim, ein Zeitgenosse Goethes, oder Strindberg, ein schwedischer Dramatiker.

So war der Vortrag nicht allein durch die zahlreichen Experimente sehr unterhaltsam, sondern auch lehrreich und zugleich faszinierend. Damit heißt es "Augen auf!" beim nächsten Lesen, nicht allein nur wegen der Preise für den besten chemisch-literarischen Fund im nächsten Jahr.

Elke Wagner
LG 55

 

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