![]() |
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Globales Klimazertifikatssystem:
Vortrag im Institut Dr. Flad Sichtlich angeregt verließen die Schüler und Schülerinnen den Großen Hörsaal im Institut Dr. Flad. Gesprochen hatte Prof. Dr. Lutz Wicke - den DER SPIEGEL als "grüner Schwarzer" und "Umweltpolitischen Vordenker der CDU" bezeichnete -
Der Professor für Umweltökonomie und -management an der TU Berlin sowie an der Europäischen Wirtschaftshochschule Berlin, Paris, Oxford, Madrid und Autor zahlreicher Lehrbücher gilt nicht nur als Spezialist für die praxisorientierte Entwicklung von ökonomischen Instrumenten zur Lösung von Umweltproblemen, sondern auch als Querdenker. Kürzlich erstellte er als Mitglied im Nachhaltigkeitsbeirat Baden-Württemberg ein Klimagutachten. In drei großen Hauptthesen stellte Prof. Dr. Wicke - durchaus provokant - die derzeit gültige Version der kommenden Klimakatastrophe vor, indem er zunächst das derzeitige vor der Ratifizierung stehende Klimaprotokoll von Kyoto für unwirksam und gescheitert erklärte und nachwies, wie rasch die Menschheit in "gefährliche Störungen des Weltklimasystems" hineinsteuert, von der Millionen Menschen weltweit betroffen sein werden.
Dabei orientiert sich der ehemalige Staatssekretär für Umweltschutz in Berlin an zwei ethischen Grundgedanken: "Die gegenwärtige Generation muss den Kindern und Kindeskindern weltweit eine lebenswerte Umwelt ohne gefährliche Störungen des Weltklimasystems hinterlassen". Das zweite Postulat stammt aus der Feder des ehemaligen indischen Ministerpräsidenten Vajpajee: "All citizens in the world should have equal rights to use ecological resources". Klimanachhaltigkeit ist, so Prof. Wicke, nur zu erreichen, wenn nicht nur Industrienationen, sondern auch die meisten Entwicklungs- und Schwellenländern sich gemeinsam an einem Pakt beteiligen. Prof. Wicke schlägt daher zwei entscheidende Maßnahmen vor: Die Gesamtmenge des weltweiten CO2-Ausstoßes zu begrenzen und pro Tonne CO2 ein Klimazertifikat einzuführen, das die Staaten der Welt, abhängig von Ihrer Bevölkerungszahl, zugeteilt bekommen.
Die Lösung eines der drängendsten Probleme der Welt liegt also auf der Hand. Ob die Weltgemeinschaft sie umsetzen kann und will, wird die Zukunft zeigen. Die Schülerinnen und Schüler des Instituts Dr. Flad jedenfalls haben sicher für Ihre persönliche Zukunft wertvolle Anregungen und viel Nachdenkliches mitbekommen, werden sie doch viele der von Wicke beschriebenen Klimaveränderungen sicher noch miterleben.
|
|||||||||||||||||||||