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Globales Klimazertifikatssystem:
So können wir die Menschheit vor verheerenden Klimaänderungen bewahren!

Prof. Dr. rer. pol., Dipl-Ing. Lutz Wicke
von der Technische Universität Berlin, Umwelt-Staatssekretär a.D.
  DIREKTOR
Institut für UmweltManagement (IfUM) an der ESCP - EAP,
Europäische Wirtschaftshochschule Berlin, Paris, Oxford, Madrid
Theodor Heuss-Preisträger

Vortrag im Institut Dr. Flad
Montag, 4. Oktober 2004, 11 bis 13 Uhr

Sichtlich angeregt verließen die Schüler und Schülerinnen den Großen Hörsaal im Institut Dr. Flad. Gesprochen hatte Prof. Dr. Lutz Wicke - den DER SPIEGEL als "grüner Schwarzer" und "Umweltpolitischen Vordenker der CDU" bezeichnete - größer über die scheinbar unausweichliche Klimakatastrophe, aber auch über sein Modell, die Menschheit vielleicht doch vor den verheerenden Folgen des Treibhauseffektes zu bewahren.

Der Professor für Umweltökonomie und -management an der TU Berlin sowie an der Europäischen Wirtschaftshochschule Berlin, Paris, Oxford, Madrid und Autor zahlreicher Lehrbücher gilt nicht nur als Spezialist für die praxisorientierte Entwicklung von ökonomischen Instrumenten zur Lösung von Umweltproblemen, sondern auch als Querdenker. Kürzlich erstellte er als Mitglied im Nachhaltigkeitsbeirat Baden-Württemberg ein Klimagutachten.

In drei großen Hauptthesen stellte Prof. Dr. Wicke - durchaus provokant - die derzeit gültige Version der kommenden Klimakatastrophe vor, indem er zunächst das derzeitige vor der Ratifizierung stehende Klimaprotokoll von Kyoto für unwirksam und gescheitert erklärte und nachwies, wie rasch die Menschheit in "gefährliche Störungen des Weltklimasystems" hineinsteuert, von der Millionen Menschen weltweit betroffen sein werden. größer Als zweite These bezeichnete Prof. Wicke die deutsche und auch die baden-württembergische Klimapolitik als nicht nachhaltig und "einen Tropfen auf den heißen Stein". Wirklich hoch interessant aber ist Prof. Wickes dritte These, in der er über ein Kyoto-Plus-Protokoll einen Ausweg aus der sich anbahnenden Krise sieht.

Dabei orientiert sich der ehemalige Staatssekretär für Umweltschutz in Berlin an zwei ethischen Grundgedanken: "Die gegenwärtige Generation muss den Kindern und Kindeskindern weltweit eine lebenswerte Umwelt ohne gefährliche Störungen des Weltklimasystems hinterlassen". Das zweite Postulat stammt aus der Feder des ehemaligen indischen Ministerpräsidenten Vajpajee: "All citizens in the world should have equal rights to use ecological resources". Klimanachhaltigkeit ist, so Prof. Wicke, nur zu erreichen, wenn nicht nur Industrienationen, sondern auch die meisten Entwicklungs- und Schwellenländern sich gemeinsam an einem Pakt beteiligen.

Prof. Wicke schlägt daher zwei entscheidende Maßnahmen vor: Die Gesamtmenge des weltweiten CO2-Ausstoßes zu begrenzen und pro Tonne CO2 ein Klimazertifikat einzuführen, das die Staaten der Welt, abhängig von Ihrer Bevölkerungszahl, zugeteilt bekommen. größer Damit Umweltschutz für ärmere Länder finanzierbar wird, schlägt der Autor einen möglichen Handel mit diesen Klimazertifikaten vor. So würde anstelle eines Ökoimperialismus ein ökonomisches Anreizsystem für alle Länder geschaffen, mit fossilen Rohstoffen in Zukunft ökonomisch und ökologisch umzugehen.

Die Lösung eines der drängendsten Probleme der Welt liegt also auf der Hand. Ob die Weltgemeinschaft sie umsetzen kann und will, wird die Zukunft zeigen. Die Schülerinnen und Schüler des Instituts Dr. Flad jedenfalls haben sicher für Ihre persönliche Zukunft wertvolle Anregungen und viel Nachdenkliches mitbekommen, werden sie doch viele der von Wicke beschriebenen Klimaveränderungen sicher noch miterleben.

 

 

Lutz Wicke

Zur Person - Lutz Wicke:

  • Professor für Umweltökonomie/-management
    • Technische Universität Berlin and
    • ESCP-EAP, Europäische Wirtschaftshochschule Berlin, Paris, Oxford, Madrid